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Besuch im Erdbebengebiet: Blinken verspricht Türkei und Syrien weitere 100 Mio. Dollar

US-Außenminister Antony Blinken ist am Sonntag in der Türkei eingetroffen, um sich gemeinsam mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu ein Bild von der Lage in der schwer getroffenen türkischen Provinz Hatay zu machen.

Blinken, der zuvor in München an der Sicherheitskonferenz teilgenommen hatte, landete auf dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik im Südosten des Landes. Von dort aus wird ein Teil der humanitären Hilfe, auch der aus Deutschland, in die betroffenen Gebiete geleitet.

Hadi Mizban/AP Photo
Auf einem Militärflugplatz bei Bagdad, Irak, werden humanitäre Hilfsgüter vorbereitet, die nach Syrien transportiert werden sollen. - Hadi Mizban/AP Photo

Bislang fast 47.000 Tote

Fast zwei Wochen nach dem verheerenden Beben in Syrien und der Türkei ist die Zahl der bestätigten Todesopfer auf fast 47.000 gestiegen, das ganze Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht abzuschätzen.

In der Türkei wurden 41.020 getötet. Das teilte die türkische Katastrophenschutzbehörde Afad am Sonntagabend laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu mit. In Syrien sind bisher rund 5900 tote Menschen in Zusammenhang mit den verheerenden Beben gezählt worden.

USA mit weiteren 100 Millionen Dollar Hilfsgelder

Um Millionen Menschen im Erdbebengebiet zu helfen, benötigen die UN nach eigenen Angaben allein in der Türkei eine Milliarde Dollar. Für das ebenfalls schwer getroffene Syrien kommen noch einmal 400 Millionen dazu.

Die USA hatten unmittelbar nach dem Erdbeben mehrere Such- und Rettungsteams in die Türkei geschickt und eine erste Tranche von 85 Millionen Dollar humanitärer Hilfe freigegeben.

Nach seinem Besuch sagte Biden weitere 100 Millionen Dollar an Hilfe für die Region zu. "Dies wird eine langfristige Anstrengung. Die Such- und Rettungsaktion kommt leider zu einem Ende. Die Bergungsarbeiten sind im Gange, und dann wird es eine massive Wiederaufbauaktion geben."

Blinken wird am Montag mit dem Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Ankara zusammentreffen. Es ist die erste Reise des US-Außenministers in die Türkei seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren. Dieser war bereits früher geplant, wurde jedoch wegen des Erdbebens am 6. Februar verschoben. Nach seiner Türkeireise wird Blinken in Griechenland erwartet.

Nato schickt Schiff für Notunterkünfte-Camp

Unterdessen hat die Nato den Aufbau eines Camps mit Notunterkünften für mindestens 4000 Menschen vorbereitet. Ein Frachtschiff mit 600 Containern dafür habe am Sonntagabend den Hafen der italienischen Stadt Taranto verlassen, teilte ein Bündnissprecher mit. Es solle im Laufe der Woche in der türkischen Stadt Iskenderun ankommen. Für die Verladung der Container sei der Hafen in Tarent extra auch außerhalb der normalen Betriebszeiten geöffnet geblieben, hieß es.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte der Türkei am vergangenen Donnerstag bei einem Besuch in Ankara und im Katastrophengebiet zusätzliche Unterstützung zugesagt. Durch das Erdbeben vor rund zwei Wochen wurden nach Regierungsangaben rund 225.000 Wohnungen zerstört oder stark beschädigt. Die Zahl der getöteten Menschen wurde zuletzt mit mehr als 41.000 angegeben.

Neben dem Aufbau des Camps mit Notunterkünften koordiniert die Nato nach eigenen Angaben derzeuit auch eine Luftbrücke für den Transport von Zelten aus Pakistan in die Türkei. Stoltenberg hatte am Donnerstag gesagt, mit vorhandenen Lufttransportkapazitäten sollten in den kommenden Tagen und Wochen «Zehntausende Zelte» in das Nato-Mitgliedsland geschickt werden.