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"Argylle": Kritiker verreißen den neuen Film mit Henry Cavill

Der Actionthriller Argylle mag für namhafte Stars ein spannendes Projekt gewesen sein, aber wenn es nach den Kritiken geht, werden die Filmfans wohl kaum in Scharen ins Kino strömen, denn diese bezeichneten ihn als „unerträglich“ und „grauenhaft“.

"Argylle" kommt bei der Kritik nicht gut an. (Bild: Universal Pictures)
"Argylle" kommt bei der Kritik nicht gut an. (Bild: Universal Pictures)

Regisseur Matthew Vaughn hat mit seinen gewalttätigen, düster-komischen Filmen wie Kick-Ass, Bube, Dame, König, grAS und Kingsman viele Hits gelandet, aber die Kritiker sind sich fast ausnahmslos einig, dass sein neuester Film nicht annähernd an seine früheren Erfolge heranreicht.

Bei einer Besetzung mit Bryce Dallas Howard, Sam Rockwell, Dua Lipa, Henry Cavill, John Cena, Bryan Cranston, Samuel L. Jackson und Catherine O'Hara erwarten die Zuschauer wahrscheinlich etwas mehr als nur eine Ein-Sterne-Bewertung.

Bryce Dallas Howard als Elly Conway. (Bild: Universal Pictures)
Bryce Dallas Howard als Elly Conway. (Bild: Universal Pictures)

Aber es wird bemängelt, dass O'Hara keine komödiantischen Einlagen bekommt, dass Cavill als titelgebender Spion kaum zum Einsatz kommt, dass die Witze zu plump sind und dass die Handlung eines anderen Films großzügig für eine große Wendung genutzt wird, die noch geheim gehalten wird, um Spoiler zu vermeiden.

Elly Conway (Dallas Howard) ist eine Spionage-Romanautorin – und tatsächlich wurde ein Buch, das angeblich von der Figur geschrieben wurde, zeitgleich veröffentlicht –, die in einem Zug von dem echten Spion Aidan (Rockwell) angesprochen wird, der beunruhigende Neuigkeiten für sie hat.

Er teilt ihr mit, dass einige sehr gefährliche Kriminelle, auf die er beruflich ein Auge geworfen hat, durch die Ähnlichkeit ihrer Pläne mit deren realen Machenschaften verunsichert wurden. Und so beginnt eine riskante Mission, um den Bösewichten zu entkommen und gleichzeitig herauszufinden, was genau vor sich geht.

Die Kritiker zeigten sich von dem Actionfilm weitgehend unbeeindruckt – hier erfährst du, was sie im Detail zu sagen hatten.

Sam Rockwell und Bryce Dallas Howard. (Bild: Universal Pictures)
Sam Rockwell und Bryce Dallas Howard. (Bild: Universal Pictures)

Was die Kritiker über "Argylle" denken

Robbie Collin von der Zeitung The Telegraph bezeichnete Argylle als „grauenhaft“ und begann: „Es fühlt sich wie eine Art Errungenschaft an, dass, obwohl niemand in Argylle den Namen Argylle richtig aussprechen kann, dies auf einer Liste der 50 ärgerlichsten Dinge des Films nicht auftauchen würde. Trotzdem nervt dies das Ohr fast jede Minute.“

Er kritisierte auch die große Wendung des Films und seine große Ähnlichkeit mit einem anderen Klassiker des Genres, der aus Spoiler-Gründen nicht genannt werden kann: „Es verrät nichts, außer einem weiteren Blick auf die erbärmliche Schlechtigkeit des Films, dass dieser erzählerische Zickzackkurs einfach von einem der berühmtesten und beliebtesten Spionagethriller des 21. Jahrhunderts abgekupfert wurde.

Ein weiterer enttäuschter Filmkritiker war Jake Coyle von Associated Press, der den sträflich unzureichenden Einsatz von O'Hara beklagte: „Kein Film, der wirklich an einer guten Zeit interessiert ist, würde es wagen, Catherine O'Hara keinen Raum zu geben, um lustig zu sein. Alles, was sie braucht, sind ein paar Zentimeter.“

Coyle war auch kein Fan der verworrenen Geschichte und schrieb: „Mit genug Wendungen, um eine Seifenoper zum Erröten zu bringen, zeigt Argylle, wie wenig das ausmachen kann. Man könnte meinen: Spionagefilm, lustige Schauspieler, angenehm schräge Texte – wie schlimm kann das schon sein? So sehr wir alle einen lustigen Film um des Spaßes willen gebrauchen können, so sehr werden auch Sie Ihre Bedenken über die Grenzen solcher Sinnlosigkeit haben, wenn Bryce Dallas Howard auf Messerschlittschuhen über eine Ölpest gleitet.“

Samuel L. Jackson. (Bild: Universal Pictures)
Samuel L. Jackson. (Bild: Universal Pictures)

Der Kritiker von Total Film, Kevin Harley, hielt den Film für zu lang und schrieb: „Da er die Zwei-Stunden-Marke überschreitet, lässt Argylle mit seinem Übermaß an überzogenen klimatischen Versatzstücken das Ende von Die Rückkehr des Königssparsam aussehen. Ein ungeschickt inszenierter Krawall mit einer bunten Nebelwand spricht Bände: Selbst wenn sich die Luft lichtet, bleibt der Eindruck eines Films, der sich in einem grellen Nebel der Selbstverliebtheit verliert.“

Manuel Betancourt von der Unterhaltunsgwebseite AV Club war der Meinung, Argylleversuche, zu viele Dinge auf einmal zu sein, wie „ein ernstes Lachen und ein sarkastischer Blick“. Aber er dachte: „Indem er versucht, beides zu tun, indem er versucht, ehrlich zu sein und dennoch die sehr absurden Mechanismen zu zeigen, was es bedeutet, dies zu tun, landet Argylle in einer Art anstrengendem Schwebezustand, der seine Prämisse bis zum Zerreißen dehnt, nur um sie dann wieder aufzufangen.“

Dua Lipa und Henry Cavill. (Bild: Universal Pictures)
Dua Lipa und Henry Cavill. (Bild: Universal Pictures)

Nicht viel besser erging es Argylle bei der Filmwebseite IndieWire, wo David Ehrlich den Film mit 3+ bewertete und schrieb: „Vaughn versucht, aus einer schlaffen und endlos wiederkehrenden Stelle ein Quäntchen visuellen Einfallsreichtum herauszuquetschen, in der Elly nicht weiß, ob sie von Aidan oder von Argylle selbst gerettet wird.“ Er äußerte sich zwar positiver über die finale Enthüllung, fügte aber hinzu: „Aber es ist zu wenig und zu spät.“

"Witzig und wohltuend": Nicht alle Kritiker hassen den Film

Allerdings äußerten sich nicht alle Kritiker derart negativ über Argylle. Furvah Shah von der Zeitschrift Cosmopolitan, war von der Besetzung begeistert: „Argylle ist ein witziger, wohltuender, actiongeladener Film, den man einfach genießen muss. Man kommt wegen Dua Lipa, bleibt aber wegen der Komödie, den Wendungen und der leicht lächerlichen, aber amüsanten Geschichte, die sich selbst nicht zu ernst nimmt.“

"Argylle": Kritiker verreißen den Film. (Bild: Universal Pictures)
"Argylle": Kritiker verreißen den Film. (Bild: Universal Pictures)

Clarisse Loughrey von der britischen Internetzeitung The Independent gab dem Film mit drei Sternen nicht gerade eine glühende Kritik, schrieb aber: „Die Wendungen haben diese zufriedenstellende Cheeseburger-Vertraulichkeit, während Bryan Cranston und Sam Rockwell wie eine doppelte Charme-Offensive wirken.“ Sie fügte hinzu: „Das wahre Verkaufsargument ist eine Romanze, die unglaublich dämlich, süß und sympathisch ist.“

Bei der Zeitschrift Variety war Peter Debruge ebenfalls der Meinung, dass der Film am Ende gerade noch gut ausgegangen sei: „Während gesunder Menschenverstand und guter Geschmack sich anfangs gegen Vaughns schrillen, übertriebenen Stil sträuben mögen, findet der Film schließlich seinen Groove ... nachdem sie eine Reihe von Nahtoderfahrungen überlebt haben, beginnen (Aidan) und Elly zusammen sich irgendwie süß anzufühlen.“

Argylle läuft seit 1. Februar in den deutschen Kinos.

Katie Archer