Werbung

Armenien und Aserbaidschan: Friedensgespräche in Berlin

Armenien und Aserbaidschan: Friedensgespräche in Berlin

Deutschland hat Armenien und Aserbaidschan zu Friedensverhandlungen nach Berlin eingeladen. Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock empfing ihre Amtskollegen in der Hauptstadt.

Zuletzt traf sich der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz am 17. Februar mit dem armenischen Ministerpräsidenten Nikol Paschinjan und dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. Scholz betonte die Bereitschaft Deutschlands und des Präsidenten des Europäischen Rates, Charles Michel, zum Abschluss der Friedensgespräche beizutragen.

Wir glauben, dass Armenien und Aserbaidschan jetzt die Chance haben.

Die deutsche Außenministerin zeigte sich, was den Frieden zwischen den beiden Ländern angeht, zuversichtlich: "Wir glauben, dass Armenien und Aserbaidschan jetzt die Chance haben, nach Jahren des schmerzhaften Konflikts einen dauerhaften Frieden zu erreichen. Was wir jetzt sehen, sind mutige Schritte beider Länder, um die Vergangenheit hinter sich zu lassen und auf einen dauerhaften Frieden für ihre Völker hinzuarbeiten."

Armenien und Aserbaidschan teilen eine lange Konfliktgeschichte. Bei dem jüngsten Gefecht Mitte Februar waren mindestens vier armenische Soldaten ums Leben gekommen.

Eine lange Konfliktgeschichte

Aserbaidschan führte im vergangenen Jahr eine blitzschnelle militärische Kampagne zur Rückeroberung der Region Karabach, die drei Jahrzehnte lang von armenischen Separatisten beherrscht worden war.

Die Region, die international unter dem Namen Berg-Karabach bekannt ist, und große Teile des umliegenden Territoriums gerieten am Ende eines Separatistenkriegs 1994 vollständig unter die Kontrolle armenischer Streitkräfte, die vom Nachbarland unterstützt wurden.

Bis 2020 unter Armenischer Kontrolle

Berg-Karabach liegt im Südosten des Kleinen Kaukasus. Die Region geriet am Ende des Separatistenkriegs von 1994 vollständig unter die Kontrolle armenischer Streitkräfte.

Im Jahr 2020 eroberte Aserbaidschan große Teile von Karabach zurück. Mit dem durch Russland vermittelten Waffenstillstandsabkommen wurde Berg-Karabach samt umliegender Gebiete unter aserbaidschanische Kontrolle gestellt.

Im Dezember 2022 begann Aserbaidschan mit der Blockade der Straße, die die Region mit Armenien verbindet, was zu Lebensmittel- und Treibstoffknappheit führte. Im September 2023 startete Aserbaidschan dann einen Blitzangriff, der die separatistischen Kräfte an einem Tag auflöste und sie zwang, die Waffen gänzlich niederzulegen.

Mehr als 100.000 ethnische Armenier flohen aus der Region.