Werbung

Auschwitz-Komitee kritisiert geplantes TV-Duell der Thüringer Spitzenkandidaten

Mario Voigt (Bild), der thüringischen Spitzenkandidat der CDU, soll am 11. April bei Welt mit dem AfD-Spitzenkandidaten Björn Höcke diskutieren. Dies stößt auf deutliche Kritik. (Bild: Maja Hitij / Getty Images)
Mario Voigt (Bild), der thüringischen Spitzenkandidat der CDU, soll am 11. April bei Welt mit dem AfD-Spitzenkandidaten Björn Höcke diskutieren. Dies stößt auf deutliche Kritik. (Bild: Maja Hitij / Getty Images)

Seit dem vergangenen Wochenende steht ein geplantes TV-Duell zwischen den Thüringer Spitzenkandidaten Mario Vogt (CDU) und Björn Höcke (AfD) schwer in der Kritik. Nun äußerte sich auch das Auschwitz-Komittee mit deutlichen Worten zur geplanten Fernsehdebatte - und zum umstrittenen Termin.

Das Internationale Auschwitz-Komitee reagiert mit scharfer Kritik auf ein geplantes TV-Duell zwischen den Thüringer Spitzenkandidaten von CDU und AfD. Mario Voigt und Björn Höcke sollen beim Nachrichtensender Welt am 11. April diskutieren - an jenem Tag jährt sich die Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora. Bereits am vergangenen Wochenende kam Protest gegen die geplante Fernsehdebatte auf.

Christoph Heubner, dem Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, kommentierte das anstehende TV-Duell in Berlin mit deutlichen Worten: "Die Entscheidung des Thüringer CDU-Vorsitzenden, einer der bekanntesten Galionsfiguren rechtsextremer Hetze in Europa ausgerechnet an diesem Gedenktag einen weithin beachteten Auftritt zu ermöglichen, mutet Überlebenden des Holocaust politisch völlig instinktlos und makaber an." Der thüringische Landesverband der AfD wurde vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.

Heubner wertet den Vorgang "als Beschädigung der von allen demokratischen Parteien geförderten und geforderten Erinnerungskultur in Deutschland und auch als Beschädigung des Vertrauens, das zwischen Überlebenden der deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager und Thüringen und Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten entstanden ist".

CDU weißt Kritik zurück

Die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag wies die Kritik am Termin zurück. Andreas Bühl, der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, erklärte gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd), der Jahrestag der Befreiung des KZs Buchenwald bei Weimar sei genau der richtige Tag für das Rededuell. So mahne dieses Datum, wohin rechtsextremes Gedankengut führen könne.

Die deutliche Kritik aus den Reihen der SPD und der Linkspartei, inklusive der Forderung, das Duell abzusagen, bezeichnete CDU-Politiker Bühl als "kleinkarierte parteitaktische Kritik von Rot-Rot-Grün". Sie werde der Wichtigkeit der gemeinsamen Aufgabe aller Demokratinnen und Demokraten nicht gerecht. Sachdiskussionen auszuweichen, habe nicht funktioniert, erklärte Bühl gegenüber dem epd.

Vonseiten des Fernsehsenders Welt wurde mitgeteilt, man habe die Spitzenkandidaten der beiden führenden Parteien eingeladen. Das Datum sei jedoch nicht bewusst vor dem historischen Hintergrund gewählt worden, wie epd aus Redaktionskreisen erfahren hat. Am 1. September wird in Thüringen ein neuer Landtag gewählt.