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Baerbock erneut bei Reise ausgebremst - Keine Überfluggenehmigung

Vom Pech verfolgt: Außenministerin Annalena Baerbock muss auf dem Weg nach Dschibuti quasi kurz vor dem Ziel abdrehen. Der Flugbereitschaft fehlte eine wichtige Genehmigung.

Annalena Baerbock bei einem Meeting der NATO
Annalena Baerbock muss kurz vor dem Ziel wieder umdrehen (Bild: REUTERS/Johanna Geron)

Dschidda (dpa) - Außenministerin Annalena Baerbock ist erneut bei einer wichtigen Auslandsreise von einem organisatorischen Problem der Flugbereitschaft der Bundeswehr ausgebremst worden - diesmal fehlte eine Überfluggenehmigung für Eritrea. Aus diesem Grund musste das Flugzeug vom Typ Airbus A321LR mit der Grünen-Politikerin und ihrer Delegation an Bord am Mittwoch auf dem Weg von Berlin ins ostafrikanische Dschibuti gegen 14.00 Uhr deutscher Zeit abdrehen. Der Flugkapitän kündigte an, man werde nun im saudischen Dschidda landen, auftanken und dann versuchen, den Flug fortzusetzen.

Das Flugzeug landete gegen 14.15 Uhr in Dschidda. Aus Delegationskreisen hieß es, aufgrund einer der Flugbereitschaft der Bundeswehr noch nicht erteilten Überfluggenehmigung für Eritrea verzögere die Reise nach Dschibuti durch einen Tankstopp in Dschidda.

Zuvor hatte das Flugzeug mehr als eine Stunde lang über dem Roten Meer Kreise gezogen. Die Erteilung einer Überfluggenehmigung sei auch deshalb schwierig gewesen, da es im Außenministerium von Eritrea einen Stromausfall gegeben habe, hieß es aus der Delegation. Baerbock wolle an ihren Reiseplänen festhalten, hieß es. Die Bundesministerin wollte bis Freitag vor dem Hintergrund des blutigen Machtkampfs im Sudan in Dschibuti, Kenia und dem Südsudan Krisengespräche führen.

Die Delegation berät sich an Bord des A321LR auf dem Weg nach Dschidda (Bild: Michael Kappeler/dpa)
Die Delegation berät sich an Bord des A321LR auf dem Weg nach Dschidda (Bild: Michael Kappeler/dpa)

Zuletzt musste Baerbock Mitte August eine lange geplante Reise nach Australien, Neuseeland und Fidschi in Abu Dhabi abbrechen - wegen eines Defekts an den Landeklappen des alten Regierungs-Airbus A340. Auch eine Ersatzmaschine der Bundeswehr war damals nicht zu organisieren, es ging per Linie zurück. Die beiden langstreckentauglichen Maschinen der Flugbereitschaft vom Typ A340 wurden mittlerweile ausgemustert.

Bereits am Dienstag eine technische Panne

Die bis Freitag geplante dreitägige Reise Baerbocks hatte bereits mit einer technischen Panne an dem ursprünglich vorgesehenen Flugzeug begonnen. Die eingeplante «weiße» Maschine vom Typ A319 sei am Dienstagnachmittag wegen eines Triebwerkschadens von der Flugbereitschaft gegen ein Flugzeug vom Typ A321LR ausgetauscht worden, hieß es. Mit diesem grau lackierten Flugzeug werden auch Bundeswehrsoldaten zu ihren Auslandseinsätzen geflogen.

Es sei zwar nicht ungewöhnlich, dass Überfluggenehmigungen erst im Laufe des Fluges erteilt würden, hieß es weiter. Dem Auswärtigen Amt sei aber erst am Morgen kurz vor dem Abflug mitgeteilt worden, dass auch für die ursprünglich eingeplante Maschine keine solche Genehmigung vorgelegen habe. Man habe dann entschieden, darauf zu setzen, dass die entsprechende Genehmigung im Laufe des Fluges erteilt werden würde.

Unter anderem angesichts der Angriffe der vom Iran unterstützten militant-islamistischen Huthi-Miliz aus dem Jemen war auch ein Umfliegen Eriteas kurzfristig nicht möglich, hieß es weiter. Baerbock wollte in Dschibuti eigentlich schon am Mittwochnachmittag ihren Amtskollegen Mahamud Ali Jussuf treffen.

Gespräche in Dschibut über Sicherheit der Seewege

In Dschibuti sollte es bei den Gesprächen Baerbocks auch um die Sicherheit der Seewege im Roten Meer gehen. Zwischen Dschibuti und dem Jemen verlaufe die nur 27 Kilometer breite Meerenge Bab al Manda, eine der zentralen Arterien des internationalen Handelssystems, sagte die Bundesaußenministerin vor dem Abflug. «Es liegt in unserem gemeinsamen Interesse, die Sicherheit der Seeschifffahrt in diesem Nadelöhr der globalen Wirtschaft zu gewährleisten.» An diesem Donnerstag wollte Baerbock den Hafen von Dschibuti besuchen.

Die vom Iran unterstützte militant-islamistische Huthi-Miliz im Jemen will mit dem Beschuss von Schiffen ein Ende der Angriffe Israels im Gazastreifen erzwingen, die auf das beispiellose Massaker der islamistischen Hamas in Israel am 7. Oktober folgten. Die USA und Großbritannien hatten zuletzt mit Unterstützung weiterer Verbündeter Stellungen der Miliz im Jemen angegriffen.

VIDEO: Baerbock als Drohnenpilotin