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Bauern sauer auf Anke Engelke: Wirbel um ihr neues Buch

Anke Engelke (58) findet sich seit Erscheinen ihres neuen Buches im Zentrum einer hitzigen Diskussion. Das hätte sie wohl nicht erwartet, als sie sich daran machte, den Kinderbuch-Klassiker 'Die Häschenschule' aus dem Jahr 1924 mit einer neuen Fassung in die Gegenwart zu holen.

Landwirte in Aufruhr

Erster Aufreger: Während die Häschen im Original vom hungrigen Fuchs bedroht sind, ist das Raubtier in der neuen Fassung zahm - und vegan. Möhrchen statt Häschen, das fand so manche*r realitätsfern und irreführend. Stattdessen musste offenbar ein neues Feindbild her, das in der Landwirtschaft gefunden wurde. Bauern versprühten Gift, zerhackten arglose Tiere mit ihren Mähdreschern, heißt es in dem Buch. Die so Verunglimpften meldeten sich nun empört zu Wort: "Ich bin ehrlich gesagt fassungslos", erklärte Sachsens Bauernpräsident Torsten Krawczyk gegenüber der 'Freien Presse'. "Das ist absolut bildungsfern. Wie sollen unsere Kinder denn lernen, sich später einmal um die Natur zu kümmern, wenn sie solchen Blödsinn vorgesetzt bekommen?"

Anke Engelke muss sich rechtfertigen

Andere Landwirtschaftsvertreter sprach von "Schmähung eines ganzen Berufsstandes", doch Anke Engelke beteuert, dass sie den Kindern keinesfalls die Lust auf den Job verderben wollte. Da der Fuchs als Bösewicht wegfiel, habe die Geschichte "einen Konflikt oder eine Gefahr" enthalten müssen, sagte die Komikerin gegenüber der 'Süddeutschen Zeitung'. Die Landwirtschaft ins Visier zu nehmen, sei nicht ihre Idee gewesen, sondern die des Verlages: "Aber den Menschen zum Buhmann zu machen, das musste ich für die Geschichte in Kauf nehmen." Während manche der erwachsenen Leser*innen die Neufassung von Anke Engelke begrüßten und lobten, wird ihre Begründung die kritischen Stimmen wohl nicht so rasch verstummen lassen.

Bild: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt