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Bauernproteste in Griechenland: Hunderte Landwirt:innen demonstrieren in Thessaloniki

Wie in vielen anderen europäischen Ländern protestieren auch in Griechenland die Landwirt:innen.

Proteste vor Agrarmesse

In Thessaloniki versammelten sich am Donnerstag rund 300 Landwirt:innen mit ihren Traktoren, um gemeinsam vor einer Messehalle zu demonstrieren. Dort findet aktuell die Agrarmesse Agrotica statt.

Im Vorfeld war es in Griechenland zu Straßenblockaden durch Traktoren gekommen. Die Sorgen der griechischen Landwirt:innen ähneln denen ihrer europäischen Kolleg:innen:

Sie sehen ihre Industrie durch sinkende Beihilfen, steigende Produktionskosten und die Konkurrenz aus Nicht-EU-Ländern bedroht.

Erst am Mittwoch hatte die EU-Kommission vorgeschlagen, dass Freihandelsabkommen mit der Ukraine bis 2025 zu verlängern.

Auch EU-Vorgaben zum Umweltschutz sorgen für Verärgerung bei den Demonstrierenden.

"Die EU spricht viel über ihre grüne Strategie. Gleichzeitig gibt es quasi grenzenlose Importe aus dritten Ländern ohne jegliche Kontrollen", kritisierte Diamantis Diamantopoulos, Präsident des Landwirtschaftsverbandes von Serres.

"Verzerrte Regeln" für griechische Landwirt:innen

"Zum Beispiel werden Kartoffeln aus Ägypten importiert, ohne zu wissen, wie und mit welchen Mitteln sie angebaut werden, Tomaten kommen aus Tunesien, Knoblauch und Zitronen aus der Türkei und so weiter. Was den Handel in unserem Land betrifft, spielen wir mit verzerrten Regeln", so Diamantopoulos weiter.

Der Vizepräsident des Verbandes Yiannis Panagis sprach davon, "eine Widerstandsfront" bilden zu wollen.

"Diese berüchtigte klischeehafte Redewendung, die man so oft hört, dass die Preise vom Feld bis zum Regal steigen, bringt sowohl uns Produzenten als auch euch Verbraucher um", warnte er.

Bis zum Ende der Agrarmesse am Sonntag wollen die Landwirt:innen in Thessaloniki weiter demonstrieren.