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Bauernproteste: Italienische Landwirte tragen ihre Wut nach Rom

Die italienischen Bauern sind wütend. In ihren Augen ist der Agrarsektor nicht mehr so profitabel wie früher. Dabei galt er einst als eine Stärke der italienischen Wirtschaft. Doch die Auswirkungen der EU-Politik, unter anderem zum Schutz der Umwelt, sind für die Landwirte nur schwer zu verkraften. Hinzu kommen die billigeren ausländischen Importe. Die Inflation fordert schließlich ihren Tribut.

Euronews Korrespondentin, Giorgia Orlandi sagte: "Wir sind eine Autostunde von Rom entfernt und dies ist eine der Gruppen, die sich am Rande der Stadt versammelt haben. Sie sind bereits seit mehreren Tagen hier, haben in ihren Traktoren geschlafen und warten auf weitere Traktoren, die sich den Protesten aus anderen Teilen des Landes anschließen wollen. Ihr Ziel ist es, eine größere Kundgebung in den nächsten Tagen in der italienischen Hauptstadt abzuhalten."

Sie sagen, dass sie nicht aufgeben wollen und dass sie entschlossen sind, das Parlamentsgebäude zu erreichen.

Die italienischen Bauern protestieren vor allem gegen unlauteren Wettbewerb. Der kriegsbedingte Verzicht auf Zölle auf ukrainische Produkte hat ihren Gewinn drastisch reduziert.

Im vergangenen Jahr sind die Gewinne um 70 Prozent gesunken, weil die technischen Werkzeuge und die Kosten für die Maschinen gestiegen sind.

"Wie ich schon sagte, hat das alles den Gewinn, den wir mit unserem Produkt erzielen, verringert. Im Grunde würde ich sagen, dass der Gewinn leider nicht mehr da ist. Wir verlieren am laufenden Band Geld. Wir müssen also etwas unternehmen und uns Gehör verschaffen, sonst müssen wir vielleicht den ganzen Sektor schließen", so der Landwirt Maurizio Senigagliesi.

Die meisten dieser Landwirte kommen aus Mittelitalien. Einige von ihnen haben über 10 Stunden gebraucht, um hierher zu kommen. Doch sie sagen, das war es wert.

Sie haben uns nie zugehört.

"Ich hätte nie gedacht, dass es so weit kommen würde, aber wir haben uns dazu entschlossen. Wir können nicht mit leeren Händen von hier weggehen, wir müssen etwas erreichen, so kann es nicht weitergehen", sagte der Landwirt Davide Guarguaglini

Bis Ende der Woche werden etwa 2000 Traktoren in Rom erwartet.