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Berechnung zeigt: Das bedeutet es für Ehepartner, wenn Steuerklassen 3 und 5 abgeschafft werden

Nach der Steuerreform muss der besser verdienende Partner bis zu 467 Euro mehr an Steuern zahlen, zeigen Berechnungen des Deutschen Steuerzahlerinstituts.  - Copyright: picture alliance / dpa Themendienst | Andrea Warnecke
Nach der Steuerreform muss der besser verdienende Partner bis zu 467 Euro mehr an Steuern zahlen, zeigen Berechnungen des Deutschen Steuerzahlerinstituts. - Copyright: picture alliance / dpa Themendienst | Andrea Warnecke

Lange stand sie im Raum, nun soll sie wirklich kommen: die Steuerklassenreform der Ampel-Regierung. Diese hatten SPD, Grüne und FDP zuvor im Koalitionsvertrag vereinbart. Die Reform zielt darauf ab, die von Ehepaaren genutzte Kombination aus den Steuerklassen 3 und 5 (Ehegattensplitting) abzuschaffen und durch das Faktorverfahren der Steuerklasse 4 zu ersetzen.

Dieser Schritt soll einerseits die digitale Interaktion zwischen den Steuerpflichtigen und der Finanzverwaltung erleichtern. Andererseits soll sie eine gerechtere Verteilung der Einkommenssteuerbelastung zwischen den Eheleuten ermöglichen. Bislang blieb Ehepaaren bei einer Zusammenveranlagung nämlich zwar insgesamt mehr vom Gesamteinkommen übrig. Aber dafür musste der einkommensschwächere Partner mehr Steuern als bei der Einzelversteuerung zahlen. Laut Kritikern benachteiligte diese Praxis vor allem Frauen.

Was passiert, wenn die Steuerklassen 3 und 5 wegfallen?

Welche Auswirkungen die geplante Steuerklassenreform für Ehepaare hat, hat das Deutsche Steuerzahlerinstitut (DSi) des Bundes der Steuerzahler genauer geprüft. Bei den Berechnungen stützte sich das DSi auf den derzeit geltenden Einkommenssteurtarif sowie die Annahme, dass der Zusatzbeitrag für die gesetzliche Krankenkassen bei jeweils 1,7 Prozent liegt.

Auf dieser Grundlage errechnete das DSi, wie sich die steuerliche Last für Ehepaare mit zwei Kindern infolge der Steuerreform verändert. Dabei schlüsselte es auf, wie hoch die Entlastung oder Mehrbelastung für den besser verdienenden sowie den einkommensschwächeren Partner in unterschiedlichen Einkommenskonstellationen ausfällt.

Der einkommensschwächere Partner kann eine Entlastung in Höhe von mindestens 95 und maximal 219 Euro im Monat erwarten. - Copyright: Deutsches Steuerzahlerinstitut (DSi) des Bundes der Steuerzahler
Der einkommensschwächere Partner kann eine Entlastung in Höhe von mindestens 95 und maximal 219 Euro im Monat erwarten. - Copyright: Deutsches Steuerzahlerinstitut (DSi) des Bundes der Steuerzahler

In den möglichen Szenarien hat Partner A ein Monatsbrutto von 2000 bis 6000 Euro. Partner B hingegen verdient nichts oder maximal 2000 Euro im Monat. Die Auswertung zeigt, dass der Ehepartner mit geringerem Einkommen bei einer Steuerklassenreform monatlich 95 bis 219 Euro an Steuern sparen kann. Andererseits steigt die Mehrbelastung für den besser verdienenden Partner in jedem Szenario um mindestens 111 Euro und maximal 467 Euro im Monat.