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Der beste Trainer der Geschichte?

Wenn Fußballfans den Namen „Inzaghi“ hören, denken sie in aller erster Linie an einen: Filippo „Pippo“ Inzaghi. Ein klangvoller Name der italienischen Fußballhistorie. Weltmeister 2006 in Deutschland, zweimaliger Champions-League-Sieger, Klub-Weltmeister, mehrfacher italienischer Meister, Pokalsieger, Super-Cup-Sieger, usw.

So mancher Fan, vor allem die Anhänger von Milan und Juve, dürfte dabei in Erinnerungen schwelgen, sorgte der Stürmer doch immer wieder für Furore und Tore en masse.

Aktuell ist der Name Inzaghi in den italienischen Medien wieder sehr präsent – und nicht nur dort. Auch in anderen europäischen Ländern sind die Trainererfolge eines gewissen Herrn Inzaghi nicht verborgen geblieben.

Aus dem Schatten von Pippo Inzaghi

Nur handelt es sich dieses Mal nicht um Pippo, der kürzlich als Coach von US Salernitana entlassen wurde, sondern um seinen Bruder Simone.

Dieser legte als Spieler zwar ebenfalls eine erfolgreiche Karriere hin und gewann anderem mit Lazio Rom die Meisterschaft, dreimal den Pokal und einmal den UEFA Super Cup. An die glanzvolle Laufbahn seines Bruders kam er als Spieler aber nicht heran.

In Sachen Erfolg als Trainer tritt der jüngere der beiden Inzaghi-Brüder nun aber aus dem Schatten. Und wie!

Historische Coaching-Leistung in der Serie A

Von 2016 bis 2021 trainierte der 47-Jährige Lazio Rom und feierte dort bereits Erfolge. So gewann er den italienischen Pokal und zweimal den Super Cup. Seitdem er im Sommer 2021 Antonio Conte als Trainer von Inter Mailand ablöste, geht es aber noch viel steiler bergauf.

Gleich in seiner ersten Saison sahnte die Mannschaft Pokal und Super Cup ab – in der Liga reichte es immerhin für die Vizemeisterschaft. Im vergangenen Jahr sorgte Inter dann vor allem in der Königsklasse für Furore, gelang doch der Einzug in das Finale. Zwar ging dieses gegen das Star-Ensemble von Manchester City knapp verloren, an der starken Entwicklung der Nerazzurri änderte das jedoch nichts.

Den vorläufigen Höhepunkt seines Schaffens als Fußballtrainer erlebt Simone Inzaghi in der laufenden Spielzeit. Am vergangenen Montag markierte die Partie gegen Genua das 300. Serie-A-Spiel seiner Coaching-Laufbahn.

Das Besondere: Der 2:1-Sieg der Mailänder markierte dabei bereits seinen 178. Erfolg in der höchsten italienischen Spielklasse. Keiner der großen Trainer, die in mindestens 300 Serie-A-Partien an der Seitenlinie standen, triumphierten häufiger. Nicht Carlo Ancelotti (172 Siege), nicht Massimiliano Allegri (171 Siege).

Titel für Inter Mailand quasi sicher

Statistisch gesehen stellt Inzaghi die Granden der Historie also bereits in den Schatten – und das auf beeindruckende Weise. Inter Mailand führt nämlich nicht nur die Tabelle an, sondern tut das auf eine äußerst dominante Weise.

15 Punkte Vorsprung haben die Nerazzurri bereits auf den Zweitplatzierten Juventus Turin. 72 von 81 möglichen Punkten konnte die Mannschaft einfahren. Eine Quote von 88,4 Prozent – ein bislang nie erreichter Wert in der Inter-Historie.

Doch damit nicht genug. Im Durchschnitt holt das Inzaghi-Team 2,65 Punkte pro Spiel. Hochrechnungen zufolge dürfte der Klub am Saisonende bei rund 100 Punkten stehen. Das bedeutet: Trainer Antonio Conte, der mit Juventus Turin in der Saison 2014 den Fabelrekord von 102 Punkten aufgestellt hat, muss sich in Acht nehmen.

Defensive unglaublich stark

Dass sich Inter über den Gewinn des Scudetto, sprich der italienischen Meisterschaft freuen darf, daran zweifelt nach zuletzt zwölf Pflichtspielsiegen in Folge ohnehin niemand mehr.

Vielmehr stellt sich die Frage: Reicht es diesmal in Europa für den ganz großen Wurf? Im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gelang gegen Atlético Madrid ein 1:0-Erfolg. Im Rückspiel braucht es gegen das giftige Team von Diego Simeone erneut eine Topleistung, um in die Runde der letzten Acht einzuziehen.

Die nötigen Waffen hat das Inzaghi-Team in jedem Fall. So glänzt Inter in seinem 3-5-2-System vor allem defensiv. Die Dreierkette aus Ex-Bayern-Star Benjamin Pavard, Stefan de Vrij und Alessandro Bastoni ist kaum zu überwinden. In 27 Ligaspielen gab es erst 13 Gegentore, keine Abwehr in Europas Topligen ist besser.

Dazu glänzt Hakan Calhanoglu als Leader im Mittelfeld und die Stürmer Lautaro Martinez und der Ex-Gladbacher Marcus Thuram bilden ein Traumduo im Angriff..

Simone Inzaghi vor Vertragsverlängerung

Für Trainer Inzaghi sind dies glänzende Aussichten, die ihm auch persönlich beste Zukunftsperspektiven bescheren. Zwar läuft sein Vertrag bei Inter noch bis 2025, dennoch wollen die Verantwortlichen bereits vorzeitig mit ihrem Erfolgstrainer verlängern – und scheinen gute Karten zu haben.

„Ich bin glücklich hier bei Inter, ich fühle mich wohl mit der Klubspitze und den Fans“, erklärte der 47-Jährige nach dem Sieg gegen Genua. Zweifel am Erfolg der Gespräche hat indes niemand, schon gar nicht Inzaghi selbst: „Wir werden uns nach dieser Saison zusammensetzen und über die Verlängerung sprechen. Es passt hervorragend. Die Gespräche werden gut laufen.“

Einer erfolgreichen Zukunft scheint also nichts mehr im Wege zu stehen.