Bilanz für 2016: US-Regierung unter Obama warf über 26.000 Bomben ab

Unter Barack Obama warfen die USA 2016 eine Rekordzahl von Bomben ab. (Bild: Getty Images)

Zum Ende seiner Amtszeit ziehen die Statistiker Bilanz – auch zu den militärischen Aktivitäten unter der Regierung Obamas. Demnach warfen die USA bei Kampfeinsätzen über 26.000 Bomben ab. Ein neuer Rekord.

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Die Zahlen wurden jetzt von Micah Zenko vom Council on Foreign Relations (CFR) veröffentlicht, die der „Guardian“ zitiert. Demnach wurden unter Barack Obama 26.171 Bomben über sieben Ländern abgeworfen. Das sind im Schnitt 72 Bomben am Tag, drei Bomben pro Stunde, 24 Stunden am Tag. Das bedeute einen Anstieg um 13 Prozent im Vergleich zu 2015.

Ein Großteil der Luftangriffe wurde gegen Ziele in Syrien und dem Irak im Zuge der Anti-IS-Koalition geflogen. 12.192 Bomben galten Zielen in Syrien, 12.095 Zielen im Irak. Damit flogen die USA 5.904 der insgesamt 7.473 Luftschläge der Koalition, heißt es beim CFR. Weitere Ziele waren in Libyen, im Jemen und Somalia verortet, drei Angriffe wurden über Pakistan geflogen.

Viele der Angriffe seien durch Drohnen ausgeführt worden – zehnmal mehr als unter der Regierung von Präsident Bush. Wie viele Zivilisten unter den Opfern waren, das können Experten nur schätzen. In einer Presseerklärung der Anti-Terror-Koalition hieß es Ende vergangenen Jahres, dass im Zuge allein ihrer Angriffe 173 Zivilisten getötet worden seien.

Vor allem Ziele in Syrien und dem Irak wurden 2016 bombardiert. (Bild: Getty Images)

Nicht nur militärisch weicht Barack Obama als US-Präsident von seinen Vorgängern ab. Auch im Umgang mit dem Geheimdienst NSA setzt er auf eine andere Strategie. Vor wenigen Tagen begnadigte er Whistleblowerin Chelsea Manning. Und ebenfalls im Januar, also in den letzten Zügen seiner Amtszeit, änderte er die Regeln zur Dateneinsicht.

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Ab sofort dürfen 16 andere Geheimdienste sowie das CIA und das FBI auf die ungefilterten Kommunikationsdaten der NSA zugreifen und sie analysieren, berichtete das Online-Medium „The Intercept“. Die NSA sammelt im Rahmen der Exekutivanordnung 12333, die unter Ronald Reagan wirksam wurde, Daten aus Telefonaten und E-Mails von Nicht-US-Bürgern, ohne dafür einen richterlichen Beschluss vorweisen zu müssen.

Bisher musste die NSA nicht relevante Daten, also solche von nicht verdächtigen Personen, selbst aussortieren. Ab sofort übernehmen diese Aufgabe die verschiedenen Behörden, für die die gleichen Regeln gelten wie für die NSA. Bürgerrechtler befürchten laut der „Zeit“, dass damit aber auch die Fehlerquote beim Aussortieren erhöht werden könne. Sie fordern scharfe Kontrollen, um Missbrauch der Daten zu vermeiden.

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