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Blutgrätsche von Bruce Darnell: Dieter Bohlen löst "Supertalent"-Tumult aus

Jury im Ausnahmezustand: Dieter Bohlen will den goldenen Buzzer drücken - seine Kollegen ringen ihn aber nieder. (Bild: RTL / Stefan Gregorowius)
Jury im Ausnahmezustand: Dieter Bohlen will den goldenen Buzzer drücken - seine Kollegen ringen ihn aber nieder. (Bild: RTL / Stefan Gregorowius)

Das ging ja gut los. Spektakulär war's auf jeden Fall, das Comeback von "Das Supertalent" (RTL). Bruce und Dieter kloppten sich, Anna Ermakova kreischte und Ekaterina Leonova tanzte. Derweil schockte eine Australierin mit ihrer Flöte, die sie aber nicht aus tiefster Kehle spielte.

"What's New Pussycat?", fragte Woody Allen 1965 bei seinem Schauspieldebüt. Übertragen auf "Das Supertalent" (RTL) lautet die Antwort: Es gibt eine Menge Neues. Das Comeback nach zweijähriger schöpferischer Pause geriet zu einem bunten Entertainment-Spektakel. Dazu trugen die beiden neuen Jurorinnen Ekaterina "Ekat" Leonova und Anna Ermakova entscheidend bei, auch der neue Moderator Jens "Knossi" Knossalla bei seinem RTL-Moderations-Debüt. Und natürlich die Künstler. Bei einigen blieb die Spucke weg vor Begeisterung, bei anderen das Lachen im Halse stecken.

"Endlich ist sie zurück, die Show, die völlig neue Unterhaltungsmaßstäbe setzt." Das Intro des Off-Sprechers war arg marktschreierisch. Schließlich startete "Das Supertalent" (RTL) in die 16. Staffel, und das Prinzip ist gleich geblieben. Die Jury ist immerhin halb neu: "Supermodel" (Off-Sprecher) Anna Ermakova und Tanz-Ikone Ekaterina Leonova nahmen neben den Jury-Veteranen Dieter Bohlen und Bruce Darnell Platz. Knossi, obwohl Novize, feierte "Wir sind wieder da!", als sei er schon seit Gründertagen (2007) dabei. Aber sein Versprechen ("Spektakulärste, grandioseste, emotionalste Acts") wurde gehalten. Das aber ist ja bei "Das Supertalent" an sich nichts Neues.

Unglaublich, aber wahr: Beatrice McQueef spielte bei "Das Supertalent" "Alle meine Entchen" - aus unerwarteter Körperöffnung. (Bild: RTL / Stefan Gregorowius)
Unglaublich, aber wahr: Beatrice McQueef spielte bei "Das Supertalent" "Alle meine Entchen" - aus unerwarteter Körperöffnung. (Bild: RTL / Stefan Gregorowius)

Ekat Leonova und Anna Ermakova bringen neuen Schwung für die Jury

Stark waren die beiden Jury-Neulinge, die dem Format mit ehrlich vermittelter purer Freude und emotionaler Anteilnahme an Künstlern und Darbietungen neue Authentizität einhauchten. Bruce Darnell, zum zwölften Mal dabei, ist und bleibt unvergleichlich. Keiner guckt so schön entsetzt, keiner staunt so schön, bei niemandem glänzen die Augen so schön feucht, wenn's rührend wird. Und sogar Dieter Bohlen war nett. Der Pop- und Entertainment-Titan, in Staffel 15 nicht dabei, weil er grade mit RTL Überkreuz lag, ist altersmilde geworden. Nur einmal feuerte er einen "typischen Bohlen" ab: "Mir so einer Leistung steht man nicht auf der Bühne, sondern eher auf der Fahndungsliste" - und da hatte er recht.

Ausgerechnet der, der Bohlen zu diesem Bo(hle)nmot bewegte, der österreichische Rapper Kevin Bogner, löste den größten Wirbel aus. Kevin konnte leistungsmäßig leider nicht mit seinem Selbstbewusstsein Schritt halten ("Ich bin bei Supertalent, weil ich das Supertalent bin."), das Publikum zeigte Gespür und buhte schnell. Aber Dieter Bohlen verließ sein Jury-Pult - und strebte dem goldenen Buzzer entgegen.

Normalerweise entspannt: Bruce Darnell, Anna Ermakova, Ekaterina Leonova und Dieter Bohlen (von links), die Juroren von "Das Supertalent". (Bild: RTL / Stefan Gregorowius)
Normalerweise entspannt: Bruce Darnell, Anna Ermakova, Ekaterina Leonova und Dieter Bohlen (von links), die Juroren von "Das Supertalent". (Bild: RTL / Stefan Gregorowius)

Kampf um den Gold-Buzzer: Bruce Darnell legt Dieter Bohlen um

Bruce Darnell sah das Unheil nahen und reagierte mit brachialer Entschlossenheit. Er eilte Bohlen hinterher, blutgrätschte auf offener Bühne in den Poptitan hinein und rang ihn zu Boden, bevor Bohlen den goldenen Buzzer erreichen konnte. Ermakova und Leonova hasteten hinterher und versuchten die beiden zu trennen - und Kevin rappte, ein bisschen verunsichert, weiter.

Als das Chaos auf der Bühne wieder geordnet war und Bohlen zu erschöpft für "goldene Dummheiten", buzzerten die anderen schnell viermal rot (Ekat führte Bohlens Hand) und der Rapper-Spuk war vorbei. Und selbst falls das ganze Getümmel inszeniert war - es war ein Highlight. Allerdings, kaum zu glauben, nicht das verwirrendste ...

Kevin Bogner, Rapper aus Österreich, löste den Jury-Tumult um den goldenen Buzzer aus. (Bild: RTL / Stefan Gregorowius)
Kevin Bogner, Rapper aus Österreich, löste den Jury-Tumult um den goldenen Buzzer aus. (Bild: RTL / Stefan Gregorowius)

Gold für "Mystery"! Bruce Darnell lässt Kinderherzen vor Glück höher schlagen

Die Künstler waren (im Guten wie im weniger Guten) einzigartig. Die Pole-Sportlerin Yvonne Haug (57) flutete mit einer Darbietung von faszinierender Eleganz und Selbstverständlichkeit gleich mal die Augen von Bruce Darnell. Leonova meinte: "Ich sehe die harte Arbeit dahinter - das war Weltklasse" und Bohlen lobte: "Du hast das auf ein ganz anderes Level gehoben."

Das Bomba Trio begeisterte mit seinem Beachball-Spiel - splitterfasernackt. "Was wir mit unseren Schlägern machen, ist unvergleichlich", kündigten sie an und hielten Wort. Und mit ihren Schlägern ihre intimsten Stellen bedeckt. Fantastischer Spaß, meinte nicht nur Ermakova, die die meiste Zeit der Performance vor Wonne kreischte.

Tränen waren bei der dynamischen HipHop-Formation "Mystery" angesagt. Erst die der Rührung, denn die Eltern im Publikum bibberten mit ihren Schützlingen im Alter von zehn bis zwölf Jahren mit, dann vor Freude. Denn "Let's Dance"-Star "Ekat" tanzte ausgelassen mit - und Darnell ("Perfekt!") drückte den goldenen Buzzer.

Vor dem "einzigartigen" Flöten-Auftritt baten die Moderatoren Victoria Swarovski und Jens Knossalla alle Minderjährigen aus dem Saal. (Bild: RTL / Stefan Gregorowius)
Vor dem "einzigartigen" Flöten-Auftritt baten die Moderatoren Victoria Swarovski und Jens Knossalla alle Minderjährigen aus dem Saal. (Bild: RTL / Stefan Gregorowius)

Dieter Bohlen will Alexander Doghmani für Modern Talking buchen

Nicht so gut lief es für "Anne, die Töpferin", wie sich Anne Werner vorstellte. Sie wollte auf der Bühne - in sexy Outfit und auf High Heels - eine Vase töpfern. Ermakova war irritiert: "Ich hab auf die Pointe gewartet, aber da kam nix." Leonova ("Die Hoffnung stirbt zuletzt") drückte als Letzte den roten Buzzer.

Alexander Doghmani lieferte die positive Überraschung des Abends. Niemand hatte dem schüchternen Jungen, dem Bohlen erst mal das Mikro richten musste, eine solche Gesangsleistung zugetraut. Als er verkündete, er wolle "Der Hölle Rache" singen, war nicht nur Bruce Darnell ratlos. "Ist das ein Kinderlied?" Alexander trocken: "Nein, das ist 'ne Arie." Und zwar eine der schwersten (aus Mozarts "Die Zauberflöte"). Aber der 17-Jährige schraubte sich in höchste Höhen und bewältigte auch das benötigte 3-gestrichene f - eine Hammerleistung. Bohlen: "An dir ist der Stimmbruch vorbeigegangen. Wenn ich noch mal Modern Talking mache - für die hohen Sachen buch' ich dich sofort." Leonova war ebenfalls sprachlos: "Deine Stimme ist von einem anderen Planeten."

Nicht nur musikalisch, sondern auch akrobatisch gut drauf: Beatrice McQueefs Flöten-Spiel, ein Moment für die "Supertalent"-Annalen. (Bild: RTL / Stefan Gregorowius)
Nicht nur musikalisch, sondern auch akrobatisch gut drauf: Beatrice McQueefs Flöten-Spiel, ein Moment für die "Supertalent"-Annalen. (Bild: RTL / Stefan Gregorowius)

"Oh, my God!" Bruce Darnell von Flötenspielerin geschockt

Viermal Ja gab es auch für die "Blackouts" aus der Schweiz und ihre Tanzshow in LED-Anzügen, die "Ekat" als "bombastisch, gigantisch, fantastisch" lobte, und für André Wagner. Der Zauberer wurde von seiner zehnjährigen Tochter Sophie ("Sophie ist mein größter Zaubertrick") bei "Das Supertalent" angemeldet und verblüffte mit Tricks, die selbst Bohlen "so noch nie gesehen" hatte.

Und dann kam Beatrice McQueef. Vor ihren Auftritt wurden aus Jugendschutzgründen alle Minderjährigen aus dem Saal gebeten. Und das war auch besser so. Denn Beatrice brachte dem Publikum wahrlich "einzigartige" Flötentöne bei. "Oh, my God, nein", stammelte Bruce und wand das Haupt in Grausen, als sich Beatrice untenrum entkleidete, sich auf zwei Stuhllehnen kopfüber (!) in den Spagat legte - und sich die Flöte in die Vagina einführte! Knossi entsetzt am Bühnenrand: "Ich kann ihr von hier bis zu den Mandeln gucken".

Vielleicht das Schockierendste. Beatrice entlockte ihrer Unterleibsflöte tatsächlich Töne, die als "Alle meine Entchen" zu identifizieren waren! Bruce konnte es nicht fassen: "Wo steckt das Ding?" Beatrice wahrheitsgemäß: "In meiner Vagina." Und da blieb es auch, als die Australierin nach Jury-2:2 und negativem Publikumsentscheid, die Bühne verließ. Knossi konnte es nicht glauben: "Die steht da mit der Flöte in der Höhle."

Noch nackter, aber rundum spaßig: Das Bomba Trio brachte, nur mit Beachball-Schlägern "bekleidet", alle zum Lachen.  (Bild: RTL / Stefan Gregorowius)
Noch nackter, aber rundum spaßig: Das Bomba Trio brachte, nur mit Beachball-Schlägern "bekleidet", alle zum Lachen. (Bild: RTL / Stefan Gregorowius)