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Brüssel sieht keine Auswirkungen von Silicon Valley-Kollaps auf Europa

Der Zusammenbruch der Silicon Valley Bank hat nur begrenzte Auswirkungen auf den Bankensektor in der Europäischen Union.

Das erklärte die zuständige EU-Kommissarin vor dem Europäischen Parlament in Straßburg.

Mairead McGuinness führte die Silicon Valley Bank als Beispiel dafür an, warum leicht regulierte ausländische Kreditgeber strengere Regeln innerhalb der EU einhalten müssen.

"Diese US-Banken unterlagen keinen strengen Liquiditätsvorschriften, weil die USA die Baseler Regeln nicht auf mittelgroße und kleinere Banken anwenden. Hier in der EU hingegen gelten die Basler Standards für alle Banken. Wäre dies in den USA der Fall gewesen und hätten die Basler Liquiditätsanforderungen gegolten, hätten diese US-Banken wahrscheinlich eine stärkere Liquiditätsposition gehabt."

Die Basler Vorschriften sollen den Schaden verringern, der durch Banken entsteht, die zu viele Risiken eingehen.

Die EU-Kommission teilte mit, dass sie die weiteren Entwicklungen genau beobachtet.

Auch die Mitglieder des Parlaments sehen den europäischen Bankensektor gut gerüstet, um einen Sturm wie den der Silicon Valley Bank zu überstehen.

Jeroen Lenaers, niederländischer Abgeordneter, EVP: "Ich bin zuversichtlich, dass wir aus der letzten Krise gelernt haben. Wir hatten eine große Bankenkrise in der EU. Wir haben einen neuen Rahmen für die Bankengesetzgebung geschaffen, um solche Krisen in Zukunft zu vermeiden. Und jetzt werden wir in der Praxis sehen, ob das, was wir in den letzten Jahren getan haben, ausreicht, um zu verhindern, dass eine solche Krise auf Europa übergreift. Und ich bin zuversichtlich, dass dies der Fall sein wird."

Unterdessen geriet Credit Suisse in den Sog der Silicon Valley Bank. Der Schweizer Bankenriese stellt für die Weltwirtschaft ein viel größeres Problem dar als die regionale US-Bank.

Credit Suisse-Aktien stürzten um 30 % auf ein Allzeittief, nachdem ihr Hauptaktionär, die Saudi National Bank, erklärt hatte, dass sie aus aufsichtsrechtlichen Gründen keine weiteren Anteile kaufen werde.