Bunte Ostereier sollen verboten werden

Das Färben von Ostereiern ist nicht biologisch.

Ein ausgiebiger Osterbrunch ohne bunte Ostereier? Kinder, die verschlafen durch den Garten tapsen, nur um dann ein paar schlichte braune Hühnereier in den Nestern zu finden, die der Osterhase versteckt hat? Unvorstellbar für die meisten Deutschen. Ginge es nach der EU-Kommission könnte das jedoch bald zur tristen Realität werden. Pläne sehen strengere Kontrollen in der biologischen Landwirtschaft vor. Dafür soll das bestehende Regelwerk für die Biolandschaft dahingehend verändert werden, dass unter anderem das Einfärben von Eiern für die Biobauern in der EU verboten werden soll. Immerhin gelte das Färben an sich nicht als biologisch.

Das geht zu weit, wie Österreich und Deutschland finden. Die Pläne der EU-Kommission lehnen die beiden Länder strikt ab. "Wenn ich mir überlege, dass in Zukunft das Färben von Ostereiern nicht mehr möglich ist, dann ist das einfach absurd", wird Österreichs Agrarminister Andrä Rupprechter von  "Deutsche Wirtschafts Narichten" zitiert. Er empfindet die Bestimmungen der geplanten Regulierung als "überbürokratisch" und fürchtet um die Zukunft vieler Biobauern in Österreich.

Doch es soll nicht nur dabei bleiben, dass bunte Ostereier verboten werden – die Pläne der EU-Kommission sehen weiterhin vor, dass Bauern künftig nicht mehr zwischen biologischem und konventionellem Anbau wechseln dürfen. Bislang galt dieser Wechsel in der Arbeitsweise europäischer Bauern als Ausnahme. Ausnahmen sollten auch weiter bestehen dürfen, zitiert die "Kronen Zeitung" den deutschen Landwirtschaftsminister Christian Schmidt. Solche strengen Regeln halte er schlicht "nicht für praktikabel und nicht notwendig". Er fürchte zudem die Schließung von kleineren und mittleren Ökobetrieben.

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