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Chinese wegen Schildkröten-Schmuggels angeklagt – die Tiere steckten in Socken

In den USA steht ein Chinese wegen Schmuggels artgeschützter Schildkröten vor Gericht. Die Tiere hatten die Kriminellen in Socken gesteckt.

Carolina-Dosenschildkröten sind klein, aber unter Schmugglern begehrt. (Symbolbild: Getty Images)
Carolina-Dosenschildkröten sind klein, aber unter Schmugglern begehrt. (Symbolbild: Getty Images)

Im vergangenen Sommer waren in einer Kontrollstelle im US-Bundesstaat Kalifornien mehrere unter Artenschutz stehende Schildkröten entdeckt worden. Nun wurde in den USA gegen einen aus Hongkong stammenden Mann Anklage erhoben.

Laut der am vergangenen Freitag eingereichten Anklageschrift wird Sai Keung Tin Beihilfe zur Ausfuhr von 40 Carolina-Dosenschildkröten aus den USA nach China vorgeworfen, wie die US-Staatsanwaltschaft für den Central District of California am Montag mitteilte.

Die Schildkröten waren im Juni vergangenen Jahres in einer internationalen Poststelle der kalifornischen Stadt Torrance entdeckt worden, heißt es weiter. Verteilt in 40 Pakete zu je acht bis 12 Exemplaren, sollten die Tiere nach Hongkong geschmuggelt werden.

Die Schildkröten steckten in Socken. Warum?

Die Schildkröten steckten jeweils in Socken, was eine übliche Vorgehensweise von Schmugglern ist. Die Socken dämpfen die Geräusche, die durch die Bewegung der Tiere entstehen, und schützen ihre Panzer. Eine der Schildkröten entpuppte sich bei der Entdeckung als tot.

Die Carolina-Dosenschildkröte, auch Gewöhnliche Dosenschildkröte genannt, wird durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora (CITES) geschützt. Die Art ist in den bewaldeten Regionen im Osten der USA beheimatet, wird bis zu 15 Zentimeter groß und kann über 100 Jahre alt werden.

Verteilung der online gehandelten Wildtiere nach Tierarten weltweit im Jahr 2020. (Quelle: IFAW)
Verteilung der online gehandelten Wildtiere nach Tierarten weltweit im Jahr 2020. (Quelle: IFAW)

Sai Keung Tin war am 25. Februar am John F. Kennedy Flughafen in New York beim Versuch verhaftet worden, in die USA einzureisen. Gegen den 53-Jährigen wurde Anklage wegen illegaler Ausfuhr von Waren in vier Fällen erhoben.

Angeklagter Teil eines Schmugglernetzwerks

Der Mann steht in Verbindung mit dem berüchtigten Schmuggler Kang Juntao, der von Juni 2017 bis Dezember 2018 mindestens 1.500 Schildkröten mit einem Wert von 2,25 Millionen US-Dollar aus den USA nach Hongkong geschleust haben soll. 2019 wurde er in Malaysia verhaftet und 2021 in den USA wegen Geldwäsche zu einer Haftstrafe von mehr als drei Jahren verurteilt.

Trotz seiner Verurteilung blieb Kang offenbar weiterhin Teil des internationalen Schmugglerrings. Laut der US-Staatsanwaltschaft hatten im vorliegenden Fall seine Mittelsmänner Schildkröten zu Sai Keung Tin und anderen Komplizen nach Hongkong geschmuggelt, von wo die Tiere ins chinesische Festland überführt wurden. Insgesamt sollen auf diese Weise 46 Pakete verschickt worden sein.