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Dakar: Loeb setzt Sainz unter Druck

Dakar: Loeb setzt Sainz unter Druck
Dakar: Loeb setzt Sainz unter Druck

Vollendet Sebastien Loeb seine Aufholjagd? Oder behauptet Carlos Sainz die Pole Position bis zum Roten Meer? Das Rennen um den Gesamtsieg der Dakar ist längst zum Zweikampf geworden. Kurz vor dem Ende des legendären Wüstenklassikers in Saudi-Arabien heißt es nur noch: Rallye-Rekordweltmeister gegen „El Matador“.

Für Loeb ist die Ausgangslage klar. „Wir müssen versuchen, weiter anzugreifen und den Druck aufrechtzuerhalten“, sagte der 49-Jährige im SID-Gespräch am Dienstag. Sonnengebräunt, mit Truckercap auf dem Kopf und verspiegelter Sonnenbrille auf der Nase zeigte sich Loeb im Biwak selbstbewusst. Eine Nacht später ließ er im Duell der Routiniers dann wieder Taten folgen.

Loeb macht Boden gut

Auf der zehnten Etappe rund um Al-Ula nahm der Prodrive-Pilot dem spanischen Audi-Fahrer mehr als sieben Minuten ab. Schon auf den vier Teilstücken zuvor hatte er die Nase vorn, dreimal sicherte er sich dabei den Tagessieg. Die Formkurve spricht klar für den Franzosen.

Der Vorteil allerdings liegt bei Sainz - in gleich doppelter Hinsicht. Denn einerseits geht der spanische Spitzenreiter mit einem Vorsprung von 13:22 Minuten in die abschließenden beiden Teilstücke. Und andererseits kann sich der 61-Jährige auf die volle Unterstützung seiner Mannschaftskollegen verlassen.

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Da sowohl Dakar-Rekordsieger Stephane Peterhansel als auch der frühere DTM-Champion Mattias Ekström im Klassement weit zurückliegen, setzen die Ingolstädter alles auf die Karte Sainz. Paradebeispiele? Die vergangenen beiden Parcours.

Sainz profitiert von Teamwork

So fuhr Peterhansel am Dienstag „die gesamte Etappe hinter ihm für den Fall, dass es technische Probleme gibt.“ Vorne navigierte Ekström für Sainz, der von der Eskorte profitierte. Auch am Mittwoch waren beide zur Stelle, als dem Spanier, wie er selbst betonte, „die Reifen ausgingen“. Dank starkem Teamwork hielt Sainz den Zeitverlust in Grenzen, nachdem der Vorsprung auf seinen engsten Widersacher zwischenzeitlich auf 4:13 Minuten geschrumpft war.

Bei Loeb, der gleich zwei Reifenschäden zu beklagen hatte, sieht die Welt diesbezüglich anders aus. Denn sein Teamkollege, Titelverteidiger Nasser Al-Attiyah, flog bereits „nach Hause. Ich werde keine Hilfe haben und die nächsten Tage alleine sein.“ In der Gesamtwertung weit abgeschlagen und von wiederkehrenden technischen Schäden desillusioniert, war der Katarer am Dienstag ausgestiegen.

Es wird einen Debütsieg geben

Insbesondere auf dem harten, steinigen Teilstück am Donnerstag könnte das für Loeb zum Nachteil werden. Denn auf den 480 Wertungskilometern von Al-Ula nach Yanbu fürchten die Favoriten erneut Reifenschäden. Da wäre es „sicherlich gut“, so der Prodrive-Pilot, „ein Auto in meiner Nähe zu haben.“

Welcher Routinier auch immer gewinnt, wer auch immer nach der Schlussetappe am Freitag in Yanbu jubelt, eines scheint schon jetzt gewiss: Es wird einen Debütsieg geben. Denn für Loeb wäre es im achten Anlauf der erste Dakar-Triumph. Und Sainz, selbst bereits dreifacher Champion, würde Audi im dritten und letzten Start den ersehnten Coup im Hybridrennwagen bescheren.