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Darmstadt unter den Reisetipps im «Marco Polo»-Trendbuch

Ostfildern (dpa) - «Diese Stadt steht wohl bei keinem ganz oben auf der Bucket­List. Schlau ist, wer trotzdem hinfährt.» Diese Sätze im neuen Buch «Wohin geht die Reise? - Der Marco Polo Trendguide 2024» beziehen sich auf Darmstadt - und zwar innerhalb der Kategorie «Noch unentdeckt».

Überraschung für die Wissenschaftsstadt, die als Zentrum des Jugendstils gilt und nach Frankfurt/Main, Wiesbaden und Kassel die viertgrößte Stadt Hessens ist. Der Trend-Reiseführer von MairDumont, der größten deutschen Reiseverlagsgruppe mit Sitz in Ostfildern bei Stuttgart, beansprucht für sich, fürs kommende Jahr 40 Ziele vorzustellen, «die neu auf der touristischen Landkarte sind».

Weitere Ziele in Europa und der Welt

Diese Formulierung und Behauptung könnte manchen wundern, weil auch die vielbesuchte Ostsee-Insel Rügen in dem (duzenden) Buch vorkommt («Seit 2023 kannst du vom neuen Skywalk - 118m über den Kreidefelsen - über den Königsstuhl, die Kreideküste und die Ostsee blicken. Und: 2024 ist der 250. Geburtstag von Caspar David Friedrich»).

15 Ziele des Trendguides sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz, 15 im übrigen Europa und 10 in der restlichen Welt. So werden etwa Rotterdam in den Niederlanden, Valencia in Spanien, Belfast in Nordirland oder aber Ghana in Westafrika empfohlen.

Insel Poel und bayerischer Spitzingsee

Im deutschsprachigen Raum gehören zu den angeblich unentdeckten Zielen neben Darmstadt noch die Insel Poel («Vor der Küste zwischen Wismar und Rostock liegt eine noch unentdeckte Urlaubsperle») und Spitzingsee in Bayern («im Reigen der bayerischen Seen eher der Unbekannte»). Als «größte bilinguale Stadt der Schweiz» wird außerdem Biel/Bienne ans Herz gelegt («wunderschöne Altstadt, Weinberge im Drei­Seen­Land und die Uhrenindustrie»).

In der Kategorie «Nachhaltig» findet die Uckermark Erwähnung, in der man sich «um den ökologischen Fußabdruck keine Sorgen machen» müsse - außerdem auch das Fichtelgebirge («Manche meinen sogar, sie seien bis nach Kanada gestiefelt, wenn sie auf das Nadelbaummeer blicken»).

In der Kategorie «2024 erleben» werden zum Beispiel die Oberlausitz sowie die kommende Kulturhauptstadt Bad Ischl angepriesen («Die österreichische Kurstadt ist zusammen mit 22 weiteren Orten im Salzkammergut die erste ländlich­alpine Region mit dieser Auszeichnung»).

Warum ist Darmstadt so grün?

Außerdem wird Leserinnen und Lesern Baden-Württembergs Landeshauptstadt nahegelegt, die keine langweilige Businessmetropole sei: Stuttgart habe sich schon bei der WM 2006 «einen Namen als friedlich­fröhliche Partyhauptstadt» gemacht und könnte das 2024 bei der EM wiederholen. Denn: «Die Barszene vibriert.»

Zurück zu Darmstadt: Im kleinen Kapitel zu der südhessischen Metropole, die auf Platz 51 der größten Städte Deutschlands steht, wird die Frage gestellt, warum die Stadt so viele Grünflächen habe. Antwort: «Darmstadt war Residenzstadt. Ins Schloss sind 2023 Teile der Uni eingezogen. Auch an Kultur mangelt es nicht. Das Stadttheater wird 2024 umfassend saniert wiedereröffnet, und die «Stadtkrone» genannte Mathildenhöhe war schon vor 100 Jahren eine Künstlerkolonie; seit 2021 gehört sie zum Unesco­Weltkulturerbe.»