Dekra: Tempo 80 für schwere Lkw auf Landstraßen erlauben

Der Prüfkonzern Dekra setzt sich einem Zeitungsbericht zufolge dafür ein, dass schwere Lastwagen auf gut ausgebauten Landstraßen künftig Tempo 80 statt bisher Tempo 60 fahren dürfen. (Archivfoto)

Der Prüfkonzern Dekra setzt sich dafür ein, dass schwere Lastwagen auf gut ausgebauten Landstraßen künftig Tempo 80 statt bisher Tempo 60 fahren dürfen. Der Vorstoß finde Unterstützung bei Verkehrsexperten der Koalition, berichtet die Zeitung "Sonntag Aktuell". Dekra bringt demnach für seine Anregung eine Änderung der Straßenverkehrsordnung ins Gespräch mit dem Ziel, die Verkehrssicherheit auf Landstraßen zu erhöhen.

Im Dekra-Verkehrssicherheitsreport 2013, der in den kommenden Tagen veröffentlicht wird, heißt es dem Bericht zufolge: "Auf gut ausgebauten Streckenabschnitten könnte das geltende Geschwindigkeitslimit für Lastwagen über 7,5 Tonnen von 60 auf 80 Stundenkilometer erhöht werden." Zur Begründung sagte Dekra-Vorstand Clemens Klinke der Zeitung, grundsätzlich gelte, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen für die Fahrer nachvollziehbar sein müssten. "Nur so werden sie auch akzeptiert."

Der CDU-Verkehrsexperte Steffen Bilger sagte dem Blatt zufolge zu dem Vorstoß: "Alles, was die Verkehrssicherheit verbessern kann, sollten wir ernsthaft prüfen. Es spricht viel dafür, dass die Unfallgefahr sinkt, wenn auf gut ausgebauten Strecken die Tempounterschiede zwischen Autos und schweren Lastwagen geringer ausfallen."

Der FDP-Verkehrspolitiker Oliver Luksic vertrat die Auffassung, sollte Tempo 80 für Lkw auf gut ausgebauten Landstraßen die Verkehrssicherheit verbessern, "dann wäre ein situationsabhängiges Tempolimit von 80 Stundenkilometer für uns durchaus vorstellbar".

Zurückhaltender äußerte sich die SPD-Verkehrsexpertin Kirsten Lühmann. "Wenn Lastwagen künftig auf einigen Landstraßen schneller unterwegs sind, ist die Klarheit für viele Verkehrsteilnehmer nicht mehr gegeben", sagte Lühmann der Zeitung. "Darin sehe ich ein Risiko."