"DeutschlandTrend": 32 Prozent für noch striktere Maßnahmen

teleschau
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Vor allem im privaten Bereich fordert die deutsche Regierung immer wieder mehr Eigenverantwortung der Bürger beim Kampf gegen die Corona-Pandemie. Die Infektionszahlen steigen - doch ein Großteil ist der Meinung, seinen eigenen Beitrag zu leisten.

A sign reading "Please wear a face mask" is seen in front of the local high school prior to an ordered lock-down due to the further spreading of the coronavirus disease (COVID-19) in Pfarrkirchen, Germany, October 26, 2020. REUTERS/Andreas Gebert
Die Maskenpflicht ist nur eine der Coronaschutz-Maßnahmen in Deutschland. (Bild: Reuters)

Das Infektionsgeschehen in Deutschland gerät zunehmend außer Kontrolle. Wieder gab es am Dienstag mehr als 11.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden zu vermelden. Nun fordern einerseits immer mehr Deutsche strengere Maßnahmen, um die Corona-Pandemie einzudämmen, anderen gehen die Einschränkungen bereits viel zu weit.

51 Prozent halten geltende Auflagen für ausreichend

Laut des "ARD-DeutschlandTrends" des "ARD-Morgenmagazins" beurteilt jeder zweite Deutsche (51 Prozent) die geltenden Auflagen noch als ausreichend, allerdings sind das acht Prozentpunkte weniger als noch Anfang Oktober. Demgegenüber stehen inzwischen 32 Prozent, die noch striktere Einschränkungen fordern. Für 15 Prozent der Befragten gehen die Beschränkungen zu weit, zwei Prozent machten keine konkreten Angaben.

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Auffällig ist die zunehmende zweiseitige Ablehnung der bestehenden Maßnahmen: Denn seit Anfang des Monats ist sowohl die Zahl derer, die sich zu stark eingeschränkt fühlen (plus vier Prozentpunkte) als auch derer, die einen strengeren Infektionsschutz befürworten würden (plus fünf Prozent), gestiegen.

Aber wer kontrolliert die Einhaltung der aktuellen Maßnahmen? Jeder zweite Deutsche (50 Prozent) gibt an, die Kontrolle der bestehenden Corona-Maßnahmen würden nicht weit genug gehen. 34 Prozent empfinden sie als ausreichend. Demgegenüber stehen zehn Prozent, denen die aktuellen Kontrollen zu weit gehen.

Selbsteinschätzung zum Alltagsverhalten

Seit Beginn der Pandemie und den ersten drastischen Eingriffen in das Alltagsleben in Deutschland, im März 2020, wird vonseiten der Regierung immer wieder an die Eigenverantwortung der Bürger appelliert: Zumindest laut deren Selbsteinschätzung scheint das gut zu funktionieren: Mit insgesamt 74 Prozent der Befragten ist die große Mehrheit der Ansicht, mit ihrem Alltagsverhalten einen starken (45 Prozent) oder sogar sehr starken (29 Prozent) Beitrag zur Eindämmung der Pandemie zu leisten.

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Nur sechs Prozent glauben hingegen, mit ihrem Verhalten nicht dazu beizutragen, die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Der eigene Beitrag wurde dabei von Frauen sowie den jüngeren und mittleren Altersgruppen unter 65 höher eingeschätzt als der von Männern und über 65-Jährigen.

Beim DeutschlandTrend handelt es sich um eine Umfrage von infratest dimap im Auftrag des "ARD-Morgenmagazins". Von 22. bis 24. Oktober wurden insgesamt 1.036 Wahlberechtigte befragt.

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