Werbung

Donald Trump: Die erstaunlichsten Wendungen des Comeback-Königs

Wohl kein US-Präsident hat so polarisiert wie Donald Trump – folgt nun im erneuten Anlauf aufs Weiße Haus sein letzter großer Coup?

Donald Trump: In gewohnter Siegerpose nach seinem Erfolg im
Donald Trump: In gewohnter Siegerpose nach seinem Erfolg im "Super Tuesday" (Foto: REUTERS/Marco Bello)

Donald Trumps Karriere und Amtszeit als Präsident waren gespickt mit Kontroversen. Dennoch steht der 77-Jährige kurz davor, noch einmal als Präsidentschaftskandidat um das Weiße Haus zu kämpfen. Es wäre das wohl das größte politische Comeback in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

Erst einmal ist einem abgewählten Präsidenten die Rückkehr ins höchste politische Amt der Vereinigten Staaten gelungen: dem Demokraten Grover Cleveland im 19. Jahrhundert. Es gibt noch mehr überraschende Fakten um den streitbaren Ex-Präsidenten – von seinem „Self-Made-Man“-Mythos bis zu deutschen Wurzeln in dritter Generation.

Trumps deutsche Wurzeln

Donald Trumps familiäre Wurzeln reichen bis nach Deutschland zurück, insbesondere durch seinen Großvater Frederick Trump, der in Kallstadt, einem kleinen Dorf in der Pfalz, als Friedrich Trump geboren wurde. Trump reiste bereits 1885 im Alter von 16 Jahren nach New York in die Vereinigten Staaten, wo er sein Glück im Klondike-Goldrausch suchte und schließlich in der Gastronomie und später im Immobiliengeschäft erfolgreich wurde. 1905 emigrierte der Familie Trump von Hamburg aus in die USA, wenige Monate später wurde Trumps Vater Fred geboren.

Trump selbst hat die deutschen Wurzeln in seiner Familiengeschichte in der Vergangenheit unterschiedlich thematisiert. Zeitweise betonte er seine deutschen Wurzeln und erfand sogar die Legende, sein Vater Fred wäre in Deutschland geboren worden – in anderen Momenten schien er diese jedoch komplett zu verleugnen. Trumps Vater hatte nach dem Zweiten Weltkrieg wiederum die Herkunft seines Vaters verleugnet und in seiner Erzählung nach Schweden verlegt.

Die ambivalente Beziehung Trumps zu seiner deutschen Abstammung kann als Spiegel seiner generellen Herangehensweise an persönliche und familiäre Hintergründe gesehen werden – eine Mischung aus stolzer Anerkennung und strategischer Distanzierung, je nachdem, was in einem gegebenen Kontext von Vorteil erscheint. Diese Haltung hat zu Diskussionen und Spekulationen über die Bedeutung seiner deutschen Wurzeln für seine Identität, Werte und Entscheidungen geführt.

Das Erbe des Vaters als Sprungbrett

Entgegen dem oft gepflegten Bild des „Self-Made"-Mannes profitierte Donald Trump erheblich von den Errungenschaften und dem Netzwerk seines Vaters, Fred Trump, einem etablierten Immobilienentwickler. Dieses Erbe verschaffte ihm einen privilegierten Zugang zur Immobilienwelt New Yorks und diente als Katalysator für seine frühen geschäftlichen Erfolge. Nach einem Bericht der „New York Times“ erhielt Trump im Laufe seines Lebens Zuwendungen in Höhe 413 Millionen Dollar.

Ein Foto von Donald Trumps Vater Fred im Oval Office des Weißen Hauses in Washington (Foto: REUTERS/Jonathan Ernst)
Ein Foto von Donald Trumps Vater Fred im Oval Office des Weißen Hauses in Washington (Foto: REUTERS/Jonathan Ernst)

Vom Immobilienmagnaten zum Cameo-Star in der Popkultur

Weniger bekannt ist Trumps Faszination für die Welt des Entertainments, die sich in mehreren Cameo-Auftritten in Filmen und TV-Shows manifestiert. Besonders in Erinnerung bleibt sein Auftritt in "Kevin – Allein in New York", wo er dem Protagonisten Kevin (Macaulay Culkin) kurze Wegweisungen gibt. Diese Nebenrolle zeigte Trumps frühes Geschick, sich über den geschäftlichen Rahmen hinaus in der Popkultur zu etablieren, was ihm eine Präsenz verschaffte, die weit über die Grenzen seiner eigentlichen Branche – der Immobilienindustrie – hinausging.

"The Art of the Deal“ – mehr als nur ein Buch

Trumps Bestseller "The Art of the Deal“, veröffentlicht im November 1987, ist nicht nur ein Einblick in die Gedankenwelt des aufstrebenden Geschäftsmanns Trump, sondern avancierte am Ende zu einem Popkulturphänomen. Das Buch landete auf dem ersten Platz der "New York Times Best Seller List" und verkaufte mehr als eine Million Einheiten.

"The Art of the Deal“ gilt als das Manifest von Trumps Aufstieg, weil es seine Philosophie der Verhandlungsführung und des Geschäftemachens einem breiten Publikum zugänglich machte. Dieses Buch, halb Biografie, halb Ratgeber, etablierte Trump als eine Art Guru für angehende Unternehmer und verstärkte seinen Ruf als geschickter Verhandler.

Finanzielle Krisen in den 90er- und Nullerjahren

Trumps Karriere ist geprägt von bemerkenswerten Wendungen, darunter auch finanzielle Tiefschläge in den 1990er-Jahren, die ihn an den Rand des Bankrotts brachten. 1995 stand Donald Trump kurz vor dem finanziellen Zusammenbruch. Seine aggressive Expansionsstrategie, gepaart mit einem Abschwung im Immobilienmarkt, führte zu einer enormen Verschuldung. Viele seiner Immobilien, darunter Casinos in Atlantic City, verloren an Wert und generierten nicht genug Einnahmen, um die Kreditverpflichtungen zu erfüllen.

Trumps persönliche Bürgschaften für die Schulden verstärkten die Krise. Durch geschickte Verhandlungen mit Gläubigern, Schuldenumstrukturierung und den Verkauf einiger Vermögenswerte konnte er letztlich einen kompletten finanziellen Kollaps abwenden und in den Folgejahren sein Imperium restrukturieren und wieder neu aufbauen. In der Finanzkrise von 2009 meldete seine Casino-Gruppe Trump Entertainment Resorts indes Insolvenz an.

Symbolisches Ende einer Ära: Das Trump Plaza Casino in Atlantic City wurde 2021 gesprengt (Foto: REUTERS/Carlo Allegri)
Symbolisches Ende einer Ära: Das Trump Plaza Casino in Atlantic City wurde 2021 gesprengt (Foto: REUTERS/Carlo Allegri)

"The Apprentice" – ein Reality-TV-Phänomen

Eine maßgebliche Rolle bei Trumps Comeback spielt seine enorme Präsenz im Fernsehen. Einem Millionenpublikum bekannt wurde Trump durch seine Rolle in der Reality-TV-Show "The Apprentice“, die 2004 bei NBC startete und in der Trump bis zu seiner Präsidentschaftskandidatur 2016 in 13 Staffeln mitwirkte. Die Show, in der Teilnehmer um einen Job in Trumps Unternehmen kämpfen, war nicht nur ein Quotenhit, sondern das wohl beste Marketinginstrument für Trumps Marke. Mit seinem markanten Ausspruch "You're fired!" wurde er zu einer unverwechselbaren Figur im amerikanischen Unterhaltungssektor.

Wahlsieg 2016 größte politische Sensation in der US-Geschichte

Trumps Wahl zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten im Jahr 2016 war für viele Beobachter die wahrscheinlich größte politische Sensation in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Ohne traditionellen politischen Hintergrund oder vorherige Amtserfahrung gelang es ihm, eine Wählerschaft erfolgreich zu mobilisieren und sich überraschend deutlich gegen etablierte parteiinterne Kandidaten wie Marco Rubio und Ted Cruz durchzusetzen.

Das Duell um das Weiße Haus mit Hillary Clinton galt lange als aussichtslos, nahm auf der Zielgeraden aber noch eine unerwartete Wende. In den letzten Wochen vor der US-Wahl 2016 galt Trumps Sieg als unwahrscheinlich, doch die Wende kam, als FBI-Direktor Comey neue Ermittlungen zu Clintons E-Mails ankündigte. Diese Nachricht schwächte Clintons Position und verlieh Trumps Kampagne unerwartet Aufwind, was zu seinem überraschenden Wahlsieg führte.

 

Trump rechnete laut Bestseller-Autor selbst nicht mit Wahlsieg

Es gibt Stimmen, die behaupten, Trump selbst habe den Wahlsieg nicht für wahrscheinlich gehalten. Laut Michael Wolff in seinem Buch "Fire and Fury: Inside the Trump White House" hatte Donald Trump selbst nicht mit einem Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2016 gerechnet. Wolff beschreibt, dass Trumps Kampagne ursprünglich mehr als eine Marketingstrategie zur Steigerung seines Bekanntheitsgrades und zur Förderung seiner geschäftlichen Interessen gedacht war.

Der knappe Wahlsieg soll daher sowohl für Trump als auch sein Team eine Überraschung gewesen sein, die sie unvorbereitet auf die Anforderungen und Verantwortlichkeiten des höchsten Amts im Staat traf. Die Darstellungen werfen ein Licht auf die Dynamiken innerhalb von Trumps Kampagne und die anfängliche Wahrnehmung seiner eigenen Erfolgschancen und erklären den von Politikexperten als chaotisch empfunden Start seiner Amtszeit.

Golfplätze als Teil des Imperiums

Donald Trumps Leidenschaft für Golf ist nicht nur ein Freizeitvergnügen, sondern auch ein integraler Bestandteil seines geschäftlichen Portfolios. Mit einer Reihe von luxuriösen Golfresorts auf der ganzen Welt hat er seine Marke erfolgreich in den Sportsektor expandiert. Diese Anlagen dienen nicht nur der Profiterzielung, sondern auch als prestigeträchtige Veranstaltungsorte, die Trump immer wieder zu Treffen mit Spitzenpolitikern und Persönlichkeiten nutzte. Zwischen 2022 und 2023 sollen seine 17 Golfplätze weltweit einen Gewinn von 555 Millionen Dollar eingefahren haben.

Zwei historische Amtsenthebungsverfahren, vier Anklagen – und trotzdem Chancen auf Wiederwahl

Trump ist der erste Präsident in der Geschichte der USA, gegen den gleich zweimal ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet wurde. Das erste Verfahren im Jahr 2019 drehte sich um Vorwürfe, er habe seine Macht missbraucht, indem er den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski dazu drängte, gegen einen politischen Rivalen zu ermitteln. Das zweite Verfahren, Anfang 2021, folgte nach der Erstürmung des Kapitols durch seine Anhänger. Obwohl er in beiden Fällen vom Senat freigesprochen wurde, warfen die Verfahren ein Schlaglicht auf die tiefen politischen und gesellschaftlichen Spaltungen während seiner Amtszeit.

Insgesamt vier Verfahren mit 91 Anklagepunkten laufen aktuell gegen Donald Trump, der als erster US-Präsident im Gefängnis landen könnte. Oder doch wieder im Weißen Haus. Nach den Vorwahlen ist Trumps Präsidentschaftskandidatur für die Republikanische Partei so gut wie sicher: Ein Rematch mit dem amtierenden Präsidenten Joe Biden für den 5. November ist damit wahrscheinlich, sofern die US-Justiz Trump zuvor keinen Strich durch die Rechnung macht. Die Chancen auf eine zweite Amtszeit im Weißen Haus stehen laut aktuellen Umfragen nicht schlecht: Die jüngste Erhebung des „Wall Street Journals“ sieht Trump aktuell mit 47 zu 45 Prozent vor Amtsinhaber Joe Biden.