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DPD, DHL & Co.: Betrug bei Paketbenachrichtigungen

Geld, Daten, Abo-Fallen

Achtung, Betrug: Kriminelle haben Paketempfänger im Visier. (Bild: Getty Images)
Achtung, Betrug: Kriminelle haben Paketempfänger im Visier. (Bild: Getty Images)

Betrug im großen Stil: Sicherheitsexperten warnen derzeit vor Fälschungen beim Paketversand. Die Betrüger haben es unter anderem auf Geld und Daten abgesehen. Betroffen sind alle gängigen Zustelldienste.

Phishing-Nachrichten werden von Kriminellen in den meisten Fällen auf gut Glück verschickt. Damit die Trefferquote möglichst hoch ist, richten sich ihre Abzock-Versuche oft an Kunden von großen Unternehmen.

Beim Paketversand ist die Angriffsfläche für Betrüger besonders hoch. Allein DHL stellt nach eigenen Angaben täglich 6,2 Millionen Pakete an deutsche Kunden zu. Auch bei Diensten wie DPD, UPS oder Hermes liegen die Auslieferquoten im sechsstelligen Bereich. Kurz vor Ostern steigt der Paketversand noch einmal kräftig an.

Unterschiedliche, trickreiche Methoden

Wird dann eine Sendung angekündigt, ist das für die meisten Menschen plausibel, selbst wenn sie nichts bestellt haben – schließlich könnte es sich auch um eine Osterüberraschung von Familie oder Freunden handeln.

Das nutzen die Kriminellen aus und versuchen mit unterschiedlichen, trickreichen Methoden Verbraucher in die Falle zu locken.

Watchlist Internet warnt eindringlich davor, voreilig auf Links in E-Mails oder SMS zu klicken oder Daten preis zu geben. Das auf Sicherheit spezialisierte Portal hat alle gängigen Betrugsversuche, die aktuell im Umlauf sind, gesammelt und erklärt wie die Betrüger vorgehen.

Symbolbild: Getty
Symbolbild: Getty

Zeitdruck ist ein beliebtes Mittel

So wird etwa eine Nachricht im Namen von DHL versendet, in der Empfängern mitgeteilt wird, dass ein Paket im Lager angekommen sei, aber wegen unvollständiger Adressangaben nicht zugestellt werden könne. Über einen Link sollen Kunden angeblich die fehlenden Daten vervollständigen. Um Druck zu machen, wird dafür ein Zeitlimit von zwölf Stunden angegeben.

In anderen Mitteilungen versuchen die Betrüger mit Begründungen wie "Probleme mit dem Etikett", "falsche Hausnummer", "erfolglose Zustellversuche", "Verzögerung wegen ausstehender Zollgebühren" und einigem mehr.

Beträge zwischen 1 und 3 Euro

"Die Benachrichtigungen verleiten zum Handeln. Wenn Sie auf den angegebenen Link klicken, landen Sie aber auf einer gefälschten Seite des jeweiligen Paketdienstes. Dort erhalten Sie vermeintliche Informationen zum Sendungsstatus. Damit Sie Ihr Paket erhalten, werden Sie anschließend aufgefordert, persönliche Daten anzugeben und einen kleinen Geldbetrag – meist zwischen 1 bis 3 Euro – zu bezahlen", so Watchlist Internet.

Betrug fällt erst sehr viel später auf

Bei den meisten Betrugsversuchen handelt es sich um Abo-Fallen, die erst bei der nächsten Kreditkartenabrechnung entdeckt werden. Unbekannte Anbieter buchen dann Beträge zwischen 50 und 100 Euro ab, so die Experten.

In manchen Fällen sind die Kriminellen auch auf Direktüberweisungen aus und versuchen häufig auch durch Kontaktaufnahme per Chat oder Telefon Personen dazu zu drängen, Zahlungen freizugeben. Eine weitere Masche zielt darauf ab, erst einmal Daten von Verbrauchern zu sammeln, die dann in späteren Betrugsversuchen genutzt werden, um etwa gefälschte Anrufe von der Bank, Amazon oder Microsoft plausibel erscheinen zu lassen.

So reagiert man richtig

Grundsätzlich rät Watchlist Internet, niemals voreilig auf Links in E-Mails oder SMS zu klicken und bei ungewöhnlichen Anrufen einfach aufzulegen.

Wer bereits in die Falle getappt ist, sollte sich an sein Kreditkarteninstitut wenden und – wenn möglich – die Rückerstattung der Beträge veranlassen sowie gegebenenfalls die Karte sperren lassen. Wurde versehentlich ein Abo abgeschlossen, raten die Experten, schriftlich zu kündigen und die sofortige Rückzahlung der abgebuchten Beträge zu fordern: "Argumentieren Sie, dass der Abo-Vertrag nicht rechtmäßig zustande gekommen ist."

Bei finanziellen Verlusten sollten Betroffene zudem Anzeige bei der Polizei erstatten.