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Drama, Baby! Wie OpenAI und Elon Musk gerade beste Feinde werden

Sam Altman (links) und Elon Musk (rechts) gehören zu den wichtigsten Figuren in der KI-Entwicklung. (Bild: photosince/Shutterstock.com / Frederic Legrand - COMEO/Shutterstock.com)
Sam Altman (links) und Elon Musk (rechts) gehören zu den wichtigsten Figuren in der KI-Entwicklung. (Bild: photosince/Shutterstock.com / Frederic Legrand - COMEO/Shutterstock.com)

Elon Musk (52) verklagt OpenAI, weil das Unternehmen von seinem Versprechen abgekommen sei, Künstliche Intelligenz unter dem "Open Source"-Prinzip zu entwickeln. Brisant ist dieser Vorgang, weil Musk in die Gründung und frühe Entwicklung des Unternehmens involviert war. Bei OpenAI sei man "traurig, dass es so gekommen ist", schreibt das Unternehmen und reagiert mit der Veröffentlichung interner Kommunikation. Was hinter den Anschuldigungen steckt.

Musk ist davon überzeugt, dass OpenAI bereits eine allgemeine Künstliche Intelligenz oder AGI ("Artificial General Intelligence"), also ein weit mächtigeres System als ChatGPT oder Sora, entwickelt hat und dieses der Öffentlichkeit vorenthält. Mit dem Prinzip frei zugänglicher "Open Source"-Quellcodes habe dies nichts mehr zu tun, so der Vorwurf, außerdem widerspreche die Profitorientierung von OpenAI dem ursprünglichen Vorhaben des Unternehmens. Unter diesen Vorgaben habe Musk einst jedoch in das Unternehmen investiert, OpenAI habe ihn also getäuscht.

OpenAI wiederum reagiert mit einem ausführlichen Statement und veröffentlicht die interne Kommunikation mit Musk. Aus dieser wird unter anderem ersichtlich, dass Musk in der Vergangenheit Teil einer internen Debatte war, die sich um genau diese Frage drehte: Kann das Unternehmen Richtung AGI forschen und arbeiten, wenn es die immensen finanziellen Mittel dazu nicht profitorientiert generieren möchte?

Laut den veröffentlichten Mails scheint man sich einig gewesen zu sein, Musk inklusive, dass die notwendigen Gelder sich nur stemmen lassen, wenn man potente Investoren an Bord holt. Das "Open" im Namen der Firma solle dafür stehen, möglichst viele Menschen am Fortschritt der KI-Forschung teilhaben zu lassen - und nicht dafür, "die Wissenschaft dahinter" preiszugeben. Mehrere Beobachter und Experten gehen deshalb davon aus, dass die Klage von Musk ins Leere laufen werde.

Klagt Musk gegen OpenAI, um sich Zeit zu kaufen?

Das Scheitern der Klage könnte Teil von Musks Kalkül sein. Schließlich arbeitet er mit xAI nach seinem Abgang von OpenAI selbst an Künstlicher Intelligenz: "Grok" heißt der im November 2023 gestartete Chatbot, der in Echtzeit Zugriff auf sämtliche Posts der Kurznachrichten-Plattform X besitzt. Die Unterstellung: Musk wolle seiner eigenen Entwicklung mit der Klage Zeit kaufen. Denn eigentlich möchte OpenAI zeitnah weitere Produkte an die Öffentlichkeit bringen, doch durch eine große Klage verzögert sich deren Launch.

Indirekt bestätigt diese Lesart OpenAI-CEO Sam Altman (38) mit einer Antwort auf ein X-Posting von Jimmy Apples. Letzterer hatte jüngst immer wieder als Leaker von Informationen und Zeitplänen im KI-Kontext von sich Reden gemacht. Kurz nachdem Musk seine Klage eingereicht hatte, schrieb Apples auf X: "OpenAI ist nichts ohne sein Drama. Jetzt wo das erledigt ist, lasst uns verdammt noch mal zum Release (Anm. d. Red.: von GPT5) kommen." Für viele Beobachter überraschend antwortete Altman direkt auf den Post: "Geduld, Jimmy. Das Warten wird sich lohnen."