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Drohung aus Moskau: Putin warnt vor Geschossen mit abgereichertem Uran

Russlands Präsident Waldimir Putin hat mit dem Einsatz von Geschossen mit abgereichertem Uran in der Ukraine gedroht, falls Kiew diese vom Westen erhalte. Das sagte der Kreml-Chef im russischen Staatsfernsehen. Russland habe "natürlich einiges zu erwidern", so Putin. Man habe Hunderttausende solcher Geschosse. "Wir setzen sie im Moment nicht ein", sagte der russische Präsident.

Konkret handele es sich um eine Reaktion auf die mögliche Lieferung von Uranmunition aus Großbritannien an die Ukraine. Die Geschosse mit abgereichertem Uran haben eine besondere Schlagkraft, um etwa Panzer zu zerstören.

Taktische Atomwaffen für Belarus

Putin kündigte darüber hinaus die Stationierung taktischer Atomwaffen in der ehemaligen Sowjetrepublik Belarus an. Darauf hätten sich Moskau und Minsk geeinigt. Russland verstoße damit nicht gegen internationale Verträge, hieß es.

Taktische Atomwaffen haben eine geringere Reichweite als Interkontinentalraketen. Damit reagiert Russland auf die Spannungen mit der Nato im Zuge von Putins Krieg gegen die Ukraine.

Der belarussische Machthaber Lukaschenko habe schon lange darum gebeten, atomare Waffen auf seinem Staatsgebiet zu stationieren, sagte Putin im Fernsehen. Dem Nachbarland seien auch schon Iskander-Raketenkomplexe übergeben worden. Am 1. Juli werde der Bau eines Schachts für die Atomwaffen in Belarus abgeschlossen sein, kündigte der Kremlchef an. Aus Minsk gab es dazu zunächst keine Angaben.

Großbritannien: Moskaus Truppen erleiden Verluste

Bei den Kämpfen um die Stadt Bachmut im Osten der Ukraine sind die russischen Angriffe nach Einschätzung britischer Geheimdienste weitgehend zum Erliegen gekommen.

Das Verteidigungsministerium in London teilte mit, dass dies vermutlich mit erheblichen Verlusten der russischen Kräfte zu tun habe. Ein weiterer Grund könnten die Spannungen zwischen dem Kreml und der Wagner-Gruppe sein, hieß es. Beide stellen an diesem Frontabschnitt Einheiten bereit. Auch die Ukraine habe im monatelangen Kampf um Bachmut schwere Verluste erlitten, wurde betont.

Russland habe seinen Fokus nun eher auf die weiter südlich gelegene Stadt Awdijiwka und auf den Frontabschnitt bei Kreminna und Swatowe nördlich von Bachmut gerichtet. Dort wollten die Russen die Frontlinie stabilisieren, hieß es weiter. Dies deute darauf hin, dass die russischen Truppen sich allgemein wieder defensiver aufstellen würden, nachdem seit Januar Versuche einer Großoffensive keine "schlüssigen Ergebnisse" hervorgebracht hätten.

Tausende russische Häftlinge angeblich begnadigt

Derweil teilte der Chef der Söldner-Gruppe, Jewgeni Prigoschin, mit, dass mehr als 5000 von Moskau im Krieg eingesetzte Häftlinge begnadigt worden seien. Man habe die Kriminalität in Russland auf ein Zehntel gesenkt und die ehemaligen Häftlinge besser erzogen als die Pioniere zu Sowjetzeiten behauptete der 61-Jährige.

Nach Schätzungen der Bürgerrechtsorganisation "Russland hinter Gittern" hat Russland für seinen Krieg gegen die Ukraine 50.000 Häftlinge rekrutiert. Sie kämpfen größtenteils für die Söldnereinheit in der Schlacht um Bachmut und gelten als Freiwillige.

Prigoschin hatte die Schwerverbrecher in den Gefängnissen mit dem Versprechen gelockt, dass sie nach Ableistung eines halbjährigen Kriegsdienstes begnadigt werden. Um die negative Berichterstattung über diese Söldner einzudämmen, haben die russischen Behörden zuletzt schwere Strafen für die "Diskreditierung von Freiwilligen" verhängt.

Die Verluste unter den Häftlingen gelten als besonders hoch. Sie werden oft in kleinen Gruppen zum Auskundschaften der ukrainischen Positionen eingesetzt. Wer flüchtet oder sich freiwillig den Ukrainern ergibt, dem drohen bei der Rückkehr zur eigenen Einheit drakonische Strafen.