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Dunja Hayali: Die Moderatorin erlebte abscheulichen Rassismus in U-Bahn

Dunja Hayali (49) bekam am eigenen Leib zu spüren, wie in Deutschland die Hemmungen gesunken sind, was Ausländerfeindlichkeit betrifft. Die Moderatorin ('Heute Journal') berichtete auf Instagram, wie sie Zielscheibe eines rassistischen Spruches geworden ist.

"Sage ich was?"

Die Moderatorin saß mit einer Freundin in der Dortmunder U-Bahn, als eine Gruppe von betrunkenen Teenagern in den Wagon kam. Vier Mädchen und ein Junge im Alter von 17 Jahren. Eines der Mädchen rief dann in Richtung des Fernsehstars "Deutschland den Deutschen. Ausländer raus." Der Schock war groß und sie wusste erst gar nicht, wie sie reagieren sollte. "In meinem Kopf Kettenreaktion. Sage ich was? Was sage ich? Lege ich mit ihr an? Wie lege ich mit ihr an? Muss ich das filmen? Bringe ich meine Begleitung in Gefahr?" Sie rief dann den Jugendlichen erst bei deren Ausstieg etwas hinterher.

Dunja Hayali will mehr Haltung zeigen

Dunja Hayali ging dann mit sich selbst hart ins Gericht, dass sie nicht mehr getan habe, denn es sei klar an der Zeit, etwas zu tun. "Weil Faschisten, Rassisten, Menschenfeinde schon lange nicht mehr im typischen Gewand und Geschlecht daherkommen, weil sich dieses menschenverachtende braune Gift weiter breit macht, weil ich mich etwas gräme, nicht doch hinterhergegangen zu sein." Sie machte aber den "kleinen Faschos" klar, dass dies keine Punktsieg für diese sei. Vielmehr sei es eine Ermutigung an sich selbst, nicht mehr einzuknicken und sich gegen Rassismus und Rechtsextremismus zu wehren.

Menschen, die ihren Lieben mit Mord drohen, bekommen dies auch zu spüren, wie Dunja Hayali bei 'Böttinger. Wohnung 17' unlängst erzählte. "Ich hab keine Angst vor meinem eigenen Tod, aber meine Familie und die, die mir nahe sind, dass da was passiert." Bei Morddrohungen gegen ihr Nahestehende werde gleich der Anwalt eingeschaltet, stellte Dunja Hayali klar.

Bild: Malte Ossowski/SVEN SIMON/picture-alliance/Cover Images