Eberhofer und das "Guglhupfgeschwader": Das sind die Kino-Highlights der Woche

Niederkaltenkirchens Kult-Cop Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel, links) kommt in "Guglhupfgeschwader" zu seinem achten großen Kino-Auftritt. Sein Spezi Rudi (Simon Schwarz) ist auch wieder dabei. (Bild: Constantin Film Verleih/Bernd Schuller)
Niederkaltenkirchens Kult-Cop Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel, links) kommt in "Guglhupfgeschwader" zu seinem achten großen Kino-Auftritt. Sein Spezi Rudi (Simon Schwarz) ist auch wieder dabei. (Bild: Constantin Film Verleih/Bernd Schuller)

"Bullet Train" mit Brad Pitt, die Culture-Clash-Komödie "Nicht ganz koscher" und "Guglhupfgeschwader", der neue Eberhofer-Krimi: Das sind die Kino-Neustarts am 4. August.

Alle Jahre wieder ... der Eberhofer! Man kann sich das Sommerkino inzwischen schon fast nicht mehr ohne den bayerischen Kult-Polizisten aus Niederkaltenkirchen vorstellen. Ganze sieben Filme aus der "Heimatkrimi"-Reihe gab es seit 2013 bereits, einer erfolgreicher als der andere. Jetzt kommt Nummer acht. Der Titel ist auch diesmal wieder ziemlich eigenwillig, das gehört dazu: Auf das "Kaiserschmarrndrama" von 2021 folgt nun das "Guglhupfgeschwader".

Ziemlich lustig geht es auch in zwei weiteren Kino-Neustarts zu, wenn auch auf jeweils ganz anderem Terrain: "Bullet Train" mit Brad Pitt spielt in einem japanischen Hochgeschwindigkeits-Zug, in "Nicht ganz koscher" treffen sich ein Jude und ein Beduine in der Wüste Sinai.

Oma Eberhofer (Enzi Fuchs, Mitte) hat Guglhupf gebacken - da ist die Welt in Niederkaltenkirchen noch einigermaßen in Ordnung. Aber bald schon wird auf den leckeren Kuchen geschossen ... (Bild: Constantin Film Verleih/Bernd Schuller)
Oma Eberhofer (Enzi Fuchs, Mitte) hat Guglhupf gebacken - da ist die Welt in Niederkaltenkirchen noch einigermaßen in Ordnung. Aber bald schon wird auf den leckeren Kuchen geschossen ... (Bild: Constantin Film Verleih/Bernd Schuller)

Guglhupfgeschwader

Worum geht's? Der Eberhofer Franz (Sebastian Bezzel) hat einen neuen Hund, den er nicht sonderlich mag. Der Birkenberger Rudi (Simon Schwarz), sein treuer Spezl und Kollege, hat eine neue Freundin (Stefanie Reinsperger), die gerne diskutiert. Der Flötzinger (Daniel Christensen) und einige andere Dorfbewohner spielen jetzt Lotto. Und die Oma (Enzi Fuchs) hat Guglhupf gebacken - genau da wird's dann kriminell: Irgendwelche mafiösen Geldeintreiber schießen den Guglhupf kaputt. Wenig später verbrennt eine Frau in ihrem Haus - Brandstiftung, wie's aussieht.

Franz Eberhofer passt das alles natürlich gar nicht. Eigentlich wollte er nach zehn Jahren als Dorfpolizist ganz gemütlich Jubiläum feiern, stattdessen muss er jetzt wieder richtig arbeiten. Und dann kommt ihm die Susi (Lisa Maria Potthoff), seine Freundin, auch noch mit Paartherapie! Saublöd, das alles. Aber natürlich auch wieder saulustig.

Derber bayerischer Humor, kleine und große Verbrechen, Leberkas-Semmeln und allerlei skurrile Figuren: Auch "Guglhupfgeschwader" wird wieder gut ankommen beim Publikum. Regie führte wie bei bisher allen Filmen der Reihe Ed Herzog, das Drehbuch erarbeitete er abermals in Zusammenarbeit mit Stefan Betz. Neben Bezzel, Schwarz und Co. schlüpfen unter anderem auch Max Schmidt ("Wirt Wolfi"), Eisi Gulp ("Papa Eberhofer") und Gerhard Wittmann ("Leopold Eberhofer") wieder in ihre bekannten Rollen.

Derweil laufen auch schon die Vorbereitungen für den Kinosommer 2023: Der nächste Roman von Rita Falk, der Erfinderin des Eberhofer-Krimis, ist längst fertig, die Dreharbeiten zu "Rehragout-Rendezvous" sollen demnächst starten. Und danach? Könnte es vielleicht bald vorbei sein. Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" deutete Rita Falk unlängst bereits das Ende der Reihe an: "Inzwischen habe ich alle Motive verwendet, alle Tatwaffen durch."

Die wahrscheinlich brutalste Zugfahrt, die je im Kino zu sehen war: Als Auftragskiller Ladybug trifft Brad Pitt in "Bullet Train" auf mehrere "Kollegen". (Bild: Sony Pictures)
Die wahrscheinlich brutalste Zugfahrt, die je im Kino zu sehen war: Als Auftragskiller Ladybug trifft Brad Pitt in "Bullet Train" auf mehrere "Kollegen". (Bild: Sony Pictures)

Bullet Train

"Bei jedem Job, den ich mache, stirbt jemand": Ladybug (Brad Pitt) klingt fast ein wenig frustriert, als er diesen Satz ausspricht. Aber dabei ist ja genau das sein Beruf: Der Mann arbeitet als Auftragskiller. Eigentlich möchte er sich gerne zur Ruhe setzen, sein Leben verändern, "Frieden" in die Welt bringen. Aber davor muss er noch einen letzten brutalen und äußerst spektakulären Auftrag erledigen.

Es kommt nicht oft vor, dass japanische Romane zur Vorlage für große internationale Filmproduktionen werden, im Fall von "Bullet Train" von Kotaro Isaka hat es geklappt. Brad Pitt spielt die Hauptrolle, neben ihm ist auch Sandra Bullock dabei, Regie führte David Leitch ("John Wick", "Deadpool 2"), und zum Produzenten-Team gehört unter anderem Antoine Fuqua - viele große Hollywood-Promis also.

Und die Geschichte zu dieser blutigen, aber kurzweiligen Highspeed-Actionkomödie geht so: Der Auftragskiller Ladybug (deutsch: Marienkäfer) soll in einem Shinkansen-Zug irgendwo zwischen Tokio und Kyoto einen Koffer entgegennehmen. Das ist zwar nicht per se ein Auftrag, bei dem man jemanden töten muss, aber leider trifft Ladybug im Hochgeschwindigkeits-Zug auf diverse andere Profi-Killer, die ihm den Garaus machen wollen. Ladybug wehrt sich: mit Fußtritten, Aktenkoffern, Mineralwasser-Flaschen, kessen Sprüchen und allem, was ihm sonst noch so einfällt. Und dazu läuft vor japanischen Kulissen Disco-Musik von den Bee Gees. Mal was anderes.

Ladybug (Brad Pitt, rechts, mit Brian Tyree Henry) soll im Shinkansen-Zug zwischen Tokio und Kyoto eigentlich nur einen Koffer abholen. Was einfach klingt, endet blutig. (Bild: Sony Pictures)
Ladybug (Brad Pitt, rechts, mit Brian Tyree Henry) soll im Shinkansen-Zug zwischen Tokio und Kyoto eigentlich nur einen Koffer abholen. Was einfach klingt, endet blutig. (Bild: Sony Pictures)

Nicht ganz koscher - Eine göttliche Komödie

Manchmal sind die Götter wohl wirklich verrückt. Und wenn nicht, so haben sie doch in jedem Fall Humor. Auf der einen Seite ein ultraorthodoxer Jude aus Brooklyn, auf der anderen Seite ein mürrischer Beduine aus der ägyptischen Wüste - unter normalen Umständen würden sich die beiden nie im Leben begegnen. Aber das, woran sie glauben, führt sie in "Nicht ganz koscher - Eine göttliche Komödie" quasi zwangsläufig zusammen.

Alexandria war mal die größte jüdische Gemeinde der Welt. Weil nun aber einer der Männer dort "beschlossen hat, überraschend zu sterben", fehlt plötzlich der laut jüdischen Regeln zwingend notwendige zehnte Mann, um das Passahfest zu feiern - ein Desaster bahnt sich an. Damit doch noch alles gut wird (und damit ihm die Eltern nicht mehr mit ihren Verkuppelungsversuchen auf die Nerven gehen), beschließt Ben (Luzer Twersky) aus New York, als zehnter Mann auszuhelfen und in die Wüste Sinai zu reisen. Als er dann aus dem Bus nach Alexandria geworfen wird, landet er im Truck von Beduine Adel (Haitham Omari), der nach einem entlaufenen Kamel sucht.

Warum Adel den Juden Ben überhaupt mitnimmt? "Beduinen-Gesetz", grummelt er. "Ich muss dich beschützen." So begeben sich die beiden ungleichen Männer auf einen charmant und äußerst humorvoll erzählten Roadtrip zwischen den Kulturen. Beim Essen, das für Ben natürlich koscher sein muss, knirscht es schon gewaltig. Es warten auf dieser Reise aber noch ganz andere Hürden auf die beiden. Stefan Sarazin und Peter Keller schrieben das Drehbuch und führten auch Regie bei "Nicht ganz koscher", unter anderem wurde die schwarzhumorige Komödie auch schon mit dem Bayerischen Filmpreis und dem Fritz-Ehrlich-Preis ausgezeichnet.

Der ultraorthodoxe Jude Ben (Luzer Twersky, links) und Beduine Adel (Haitham Omari) sind sehr verschieden, irgendwie müssen sie sich in der Komödie "Nicht ganz koscher" aber doch miteinander arrangieren. (Bild: Enigma Film)
Der ultraorthodoxe Jude Ben (Luzer Twersky, links) und Beduine Adel (Haitham Omari) sind sehr verschieden, irgendwie müssen sie sich in der Komödie "Nicht ganz koscher" aber doch miteinander arrangieren. (Bild: Enigma Film)
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