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In EP-Korruptionsskandal verstrickter Abgeordneter bietet tränenreich seine Version

Unter Tränen beschreibt der belgische Abgeordnete sein Leben, seit er beschuldigt wird, in den Korruptionsskandal im Europäischen Parlament verwickelt zu sein:

"Ich sehe mein Gesicht auf der Titelseite der Zeitung ...jede Nacht, mein Name ist überall, der Name meiner Familie, meiner Mutter, meiner Frau, meiner Schwester, meiner Tochter und meines Sohnes, die das auch nicht verdient haben..."

Marc Tarabella steht immer noch unter Anklage, aber die belgische Justiz hat ihn aus der elektronischen Überwachung entlassen.

Diese Freiheit hat er genutzt, um auf einer Pressekonfenrenz am Mittwoch in Lüttich seine Version der Ereignisse zu schildern: von den unerwarteten Hausdurchsuchungen bis zu seinen Tagen im Gefängnis.

Das Gefängnis ist nicht leicht für einen Schuldigen, aber noch schlimmer für einen Unschuldigen.

"Eine große Anzahl von Polizeibeamten kommt in Begleitung des Untersuchungsrichters und meiner Präsidentin Roberta Metsola zu einer Hausdurchsuchung. Ich war fassungslos, meine Frau und mein Sohn waren schockiert, die Polizisten erklärten mir, dass sie nach Geld und Luxusgegenständen suchen. Ich verstehe nicht, welches Geld. Es gibt nichts, was ich mir vorwerfen könnte.

Und dann der Horror. Ich verbringe mehrere Monate im Gefängnis. Das Gefängnis ist nicht leicht für einen Schuldigen, aber noch schlimmer für einen Unschuldigen."

Und er sagt, dass er sich von einem Mann verraten fühlt, den er als Freund betrachtet hatte, Pier-Antonio Panzeri, ehemaliger sozialistischer Europaabgeordneter und also Fraktionskollege von Tarabella, und der Angeklagte, der sich entschloss, mit der Polizei zu kooperieren:

"All dies nur aufgrund der Worte eines Mannes, der später zugab, der Kopf einer kriminellen Organisation zu sein und der meinen Namen nur ins Spiel brachte, um nicht gefressen zu werden. Wir alle sind schon einmal von einem Freund enttäuscht worden, der uns belogen hat."

Laut seinem Anwalt Maxim Töller muss Tarabella auf jeden Anruf der Polizei reagieren, darf seinen Wohnort nicht ohne vorherige Absprache verlassen und muss den Kontakt mit den anderen in dem Fall angeklagten Personen vermeiden. Alle in diesem Fall Angeklagten, insgesamt sechs, sind bereits aus der Untersuchungshaft entlassen und warten nun auf ihren Prozess.