Erste Frau auf dem "Masked Singer"-Thron: Das Skelett wurde vom Sohn verraten!

Jürgen Winzer
·Lesedauer: 5 Min.

Wie treffend: Kurz nach der Geisterstunde, um 0.05 Uhr, stand der Sieger der dritten "The Masked Singer"-Staffel fest. Das Skelett hat den ProSieben-Maskenball gewonnen! Eine halbe Stunde später fiel die Maske. Sarah Lombardi war das schaurig-schöne Gerippe. Zweiter wurde Alec Völkel im Kostüm des Aliens.

"Ich kann es nicht fassen!" Sarah Lombardi, Ex-DSDS-Zweite, Ex-Supertalent-Jurorin, war überglücklich. "Ich bin so unfassbar dankbar für diese Chance. Es ist der Wahnsinn." Im Augenblick des Triumphs verriet Sarah zwei Geheimnisse.

Erstens: "Ich hatte erst Angst, hier mitzumachen. Ich dachte, die Leute fürchten sich vor meinem Kostüm." Zweitens: Ihre Identität wurde verraten! Und zwar von ihrem Sohn Alessio. Der Fünfjährige erkannte seine Mama in dem Kostüm - und plauderte es im Kindergarten aus.

"The Masked Singer" (ProSieben): "Erdmännchen" Daniela Katzenberger braucht nen Kaffee!

Es war ein echtes "finale furioso". Die fünf Finalisten - Erdmännchen-Pärchen, Nilpferd, Anubis, Alien und Skelett - lieferten teilweise atemberaubende Darbietungen. Das Rateteam - Sonja Zietlow, Bülent Ceylan und Titelverteidiger und Gastrater Tom "Fauli" Beck - wurde von "Megaperformances" (Zietlow) regelrecht "umgehauen" (Tom Beck). Es hatte aber keinen Einfluss auf die Entscheidung. Die trafen die Fans, die per ProSieben-App abstimmten.

Nachdem jeder der Finalisten einen Song präsentiert hatte, musste bereits der erste Kandidat ausscheiden. In diesem Fall sogar zwei: Das Erdmännchen -Pärchen wurde trotz witzig-leidenschafttlichem Beitrag ("Shake It Up", Taylor Swift) rausgewählt. Als unter den Masken Daniela Katzenberger ("Was war das für ein Spaß!") und ihr Mann Lucas Cordalis erschienen, war das keine Überraschung mehr. Aber witzig. Katzenberger: "Ich kann zwar nicht singen, aber mit dem A.... wackeln. Und jetzt brauch in nen Kaffee!"

Der wütende Anubis ist der friedliche Ben Blümel

In den Halbfinal-Duellen standen sich der Anubis und das Alien sowie das Nilpferd und das Skelett gegenüber. Obwohl die dauerwütende ägyptische Gottheit mit "Sonne" (Rammstein) Bülent Ceylan zum Headbangen auf dem Ratepult animierte (Tom Beck: "Du hast gebangt für 12. Aber du hast ja auch Haare für 15."), reichte es nicht gegen das plüschig-putzige Alien. Denn auch der Außerirdische setzte zu überirdischem Rock an: Erst sang, röhrte und kreischte er zu "Best Of You" (Foo Fighters) mit Plüschgitarre sogar auf dem Rücken liegend, dann bot er eine grandiose Interpretation von "Sounds Of Silence", in der harten Version von Disturbed. Ceylan: "Ich verneige mich. Ich hab mich den Song damals als Engel nicht getraut."

Der Anubis wollte es nicht wahrhaben - aber er musste die Maske fallen lassen. Enttarnt wurde nicht der von vielen Fans erwartete Klaas Heufer-Umlauf, sondern Ben Blümel. Der Sänger, Schauspieler und freundliche Moderator (KiKA) war begeistert: "Das war mit die schönste Zeit meines Lebens."

Nelson Müller ist das "happy Hippo"

Das "schönste Nilpferd, das die Welt je sah" (Moderator Matthias Opdenhövel) hatte gegen das Skelett eigentlich keine Chance, hätte sie aber beinahe genutzt. Voller Leidenschaft und Hingabe sang es erst "All Of You" (John Legend) und dann "Simply The Best" (Tina Turner). Sonja war sichtlich gerührt und schwer begeistert: "Deine Stimme ist ein Geschenk."

Witzigerweise war sie die Einzige, die sich im Rateteam nicht sicher war. Sie schwankte zwischen Haddaway, Teddy Teclebhran und Mark Medlock - und lag daneben. Tom Beck, Bülent Ceylan und 64 Prozent der Detektive auf der ProSieben-App tippten auf TV-Koch Nelson Müller und somit richtig. Müller, der mit sieben Jahren tatsächlich mal Ballett tanzte, war sehr happy über seinen Erfolg als Hippo. "Eine fantastische Erfahrung."

BossHoss-Frontmann Alec Völkel ist das Alien!

Nach "Perfect" (Ed Sheeran), vom Alien mit englischer und italienischer Strophe gesungen, und "Dirty Diana" (Michael Jackson) vom Skelett, fiel dann die letzte Entscheidung. Das Alien musste die Maske abnehmen und offenbarte sich als Alec Völkel. Der Frontmann von The BossHoss und ehemalige "The Voice of Germany"-Coach war erster Gratulant des Siegerskeletts. "Es ist eine Hammershow", meinte Völkel, aber eine anstrengende: "Im Kostüm ist es, wie wenn du im Skianzug und nem Eimer auf dem Kopf in der Sauna sitzt."

Der Rest war Jubel um das Skelett, die erste Frau auf dem "The Masked Singer"-Thron.

Naja, natürlich war nicht alles Jubel. Vor allem nicht im Internet.

70 Minuten Werbung - ein neuer Rekord?

Man kann es nie allen recht machen. Einigen war die Performance des Skeletts zu "langweilig" und der Sieg zu vorhersehbar, "weil sie so gut singt". Erstaunlich wenig wurde über die Qualität der Promis gemosert (Ausnahme: "Ben Blümel? Den musste ich erst googeln.") und das, obwohl die Staffel ihre größten Star-Kaliber in Veronica Ferres und Vicky Leandros (viel zu) früh verlor.

Überdenken sollte ProSieben tatsächlich, ob man die Dauerwerbesendung so häufig (elfmal) durch kurze Gesangsauftritte unterbrechen sollte. 70 Minuten Werbung (über eine Stunde bei vierstündiger Show) wurde in sieben Werbeblöcken gesendet! Da war einer mit fast 12 Minuten darunter - das könnte ein Rekord sein! Opdenhövels Lieblingssatz, "Wir sind nach einer kleinen Pause zurück", kann niemand mehr hören - und schon gar nicht glauben.

Dass die derart aufgeblähte Show dann an einem Dienstagabend nicht arbeitnehmer- oder schülerfreundlich ist, liegt auf der Hand. Warum bringt man eine geile Freitag- oder Samstagabend-Show nicht, wenn man eine auf dem Silbertablett präsentieren kann?

Frohe Kunde: Die vierte Staffel steigt bereits im Frühjahr

Aber das Schlimmste an dieser Show ist nicht die Werbung und der unglückliche Sendeplatz. Auch nicht die Tatsache, dass der eine Sänger unbekannter ist als der andere. Das wirklich Schlimme an dieser Show ist - dass sie vorbei ist. Denn "The Masked Singer" ist wirklich ein Quell der Freude, voller Leidenschaft und Emotionen bei Sängern, Ratenden, dem Moderator. Von dem Team im Hintergrund gar nicht zu reden.

Man muss gerade in diesen Zeiten gönnen können. Auch sich. Aber auch den anderen. Schlusswort aus dem Internet: "Schade, dass jetzt wieder nicht gegönnt wird und Leistungen anderer schlecht gemacht werden. Tolle Sendung, tolle Künstler, tolle Siegerin. Punkt."

Also freut und gönnt euch. Denn im Frühjahr 2021 kommt die vierte Staffel.