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"Die erste Million ist immer die schwierigste": Fünf Top-Verdiener erzählen von ihrem Weg an die Spitze

Diese fünf Menschen haben eine Gemeinsamkeit (von links): Geldsorgen kennen Anna Alex,
Diese fünf Menschen haben eine Gemeinsamkeit (von links): Geldsorgen kennen Anna Alex, "Flying Uwe" Schüder, Wolfgang Grupp, Dana Schweiger und Tim Schäcker heute nicht. (Bild: ZDF/Lars Ahnfeldt)

Etwa 20.000 Deutsche besitzen 30 Millionen Euro oder mehr. Doch nur die Hälfte baute auf ein Erbe auf. Wie also schafft man es an die Spitze der Oberschicht? Fünf prominente Reiche berichten.

Rund sieben Millionen Menschen spielen regelmäßig Lotto. So ergab es eine Umfrage des IfD Allensbach. Doch nur die wenigsten von ihnen dürfen sich am Ende wirklich über einen Batzen Geld freuen. Wie also werden Menschen reich und erfolgreich? Gibt es bestimmte Charakterzüge, die alle Millionäre einen? Die Dokumentation "ZDFzeit: Mensch Millionär!" von Torben Schmidt und Maik Gizinski ging am Dienstagabend diesen Fragen nach. Dafür versammelte sie fünf Reiche an einem Tisch.

Wolfgang Grupp: "Das ist alles eine Erziehungsfrage"

Wolfgang Grupp wurde in eine Unternehmerfamilie geboren: Den Bekleidungshersteller Trigema machte der heute 81-Jährige zu einer bekannten Größe. (Bild: ZDF/Lars Ahnfeldt)
Wolfgang Grupp wurde in eine Unternehmerfamilie geboren: Den Bekleidungshersteller Trigema machte der heute 81-Jährige zu einer bekannten Größe. (Bild: ZDF/Lars Ahnfeldt)

Wolfgang Grupp sei "ein Unternehmer der alten Schule", heißt es in der Doku, die auch in der Mediathek abrufbar ist: Der Trigema-Chef "schreibt keine E-Mails, sondern greift lieber zu Telefon". Es ist nicht die einzige Eigenheit des 81-Jährigen, die aus heutiger Sicht ein wenig überholt klingt.

Der Satz: "Wir haben auch einen Hubschrauber. Das ist aber kein Status-Symbol" (sondern ein zeitsparendes Arbeitsmittel) fällt in eine ähnliche Kategorie. Geschadet hat diese Einstellung dem Erfolg des gebürtigen Burladingers nicht: 1969 übernimmt er das Textilunternehmen von seinem Vater. Binnen weniger Jahre tilgt er sämtliche Schulden: "Hier gab es mal 26 Textilfabrikanten", erzählt Grupp in feinem Schwäbisch: "dann haben sie ihre Arbeitsplätze ins Ausland verlagert, und am Schluss sind sie Konkurs gegangen. Und ich bin halt übriggeblieben."

Zweifellos eine respektable Leistung, die derzeit einen würdigen Nachfolger sucht: Sohn Wolfgang oder Tochter Bonita - eines der inzwischen erwachsenen Kinder wird dem Vater eines Tages auf den Chefsessel folgen. Dass eines seiner Kinder andere berufliche Ambitionen haben könnte, war für den Unternehmer stets unvorstellbar: "Das ist alles eine Erziehungsfrage von klein auf." Ein Glück, dass der Nachwuchs in dieser Frage ebenso denkt.

Bis zu 10.000 Euro pro Social Media Post

Anders ist das in der Familie von Anna Alex. Die Gründerin der Start-ups Outfittery und Planetly hat sich mit ihrem Mann dazu entschieden, "unsere Kinder mit möglichst wenig Erwartungen aufwachsen zu lassen". Grund dafür sind sicher auch die eigenen Erfahrungen der 38-Jährigen: Sie habe "viele Jahre gebraucht", um zu erkennen, "dass ich nicht da bin, um die Erwartungen meiner Mutter zu erfüllen".

Als einer der
Als einer der "Elevator Boys" arbeitete Tim Schäcker mit internationalen Promis wie Brad Pitt und Heidi Klum zusammen. (Bild: ZDF/Lars Ahnfeldt)

Einen anderen Weg als seine Eltern möchte auch Tim Schäcker gehen. Der 23-jährige Content Creator ist Mitglied der bekannten TikTok-Gruppe Elevator Boys: "Mein Elternhaus war sehr fokussiert auf die Arbeit, um den Kindern ein möglichst gutes Leben zu bieten", verrät er. Sein Vater hätte auch am Wochenende und im gemeinsamen Urlaub gearbeitet. Schäcker jedoch will sich später voll und ganz auf seine Kinder konzentrieren können. Dafür arbeitet er nach eigenen Aussagen täglich an neuem Content und verdient schätzungsweise unfassbare 5.000 bis 10.000 Euro pro Post.

Dana Schweiger: Kein Prada für die Kinder

Erfolgreich ist man nur dann, wenn man tut, was man liebt", sagt Dana Schweiger in der Doku. (Bild: ZDF/Lars Ahnfeldt)
Erfolgreich ist man nur dann, wenn man tut, was man liebt", sagt Dana Schweiger in der Doku. (Bild: ZDF/Lars Ahnfeldt)

Fleiß und Disziplin - das scheinen auf den ersten Blick die Haupterfolgsfaktoren der fünf porträtierten Menschen zu sein. Am deutlichsten wird das an der beeindruckenden Biografie von "Flying" Uwe Schüder: Der 36-Jährige wird in eine Familie von Drogendealern geboren. Zeitweise ist sogar das Essen knapp. Mithilfe von Kampfsport kratzt er die Kurve. Heute ist er ein erfolgreicher Unternehmer und Webvideoproduzent.

Laut dem Philosophen Christian Neuhäuser gibt aber noch zwei weitere wichtige Komponenten: Glück und Kontakte. Dana Schweiger etwa wächst in Seattle auf. Ihre Eltern versorgen sie mit dem Nötigsten, für alles Weitere muss sie jobben: "Ich habe jeden Tag gearbeitet, von Sonntag bis Sonntag, und konnte mir trotzdem die Universität nicht leisten", sagt sie.

Als Model kommt sie Anfang der 1990-er nach Deutschland, lernt ihren Ex-Mann Til Schweiger kennen, bekommt vier Kinder und gründet mit der Schauspielerin Ursula Karven einen Versandhandel: "Die erste Million ist immer die schwierigste", lässt sie in dem Beitrag wissen. Doch habe man die erreicht, könne man das Geld für die persönliche Weiterentwicklung nutzen. Bei ihren Kindern achtet die 55-Jährige trotzdem auf eine weitgehend bodenständige Erziehung: "Unsere Kinder sind nicht mit Prada, Gucci und so was rumgelaufen."

Als YouTuber
Als YouTuber "Flying Uwe" kennt er keine Geldsorgen. Doch die Kindheit des heute 36-Jährigen war alles andere als rosig. (Bild: ZDF/Lars Ahnfeldt)

"Leistung muss sich lohnen"

"Flying" Uwe schämt sich, nach eigenen Aussagen, manchmal für seinen Sportwagen. Wolfgang Grupp ist der Meinung, dass harte Arbeit und soziales Engagement vor Neid schützen. Dennoch spielt die ungleichmäßige Verteilung von Vermögen auch in der Doku eine wichtige Rolle: "In Deutschland sagen die meisten: Leistung muss sich lohnen", erklärt die Soziologin Jutta Allmendinger. Ein gleiches Einkommen für alle hätte nur wenig Zuspruch: "Aber als leistungsgerecht wird unsere Gesellschaft von 84 Prozent auch nicht angesehen." Sind die Menschen also neidisch? Nein, sagt Christian Neuhäuser: Vielmehr seien sie "in ihrem Gerechtigkeitssinn zu Recht verletzt".

Was also tun? Wer hofft, in der Doku ein Patentrezept für persönlichen Wohlstand zu finden, wird enttäuscht. Immerhin: Geld allein macht, nach Aussage der porträtierten Reichen, nicht glücklich. Es gebe nur gewisse Freiheiten.

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