Erster Weltkrieg: 100 Jahre Waffenstillstand von Compiègne

Vor genau 100 Jahren war es soweit: Um elf Uhr morgens am 11. November 1918 wurde das Ende des Ersten Weltkrieges eingeleitet. An der Front verkündeten Trompeten den Waffenstillstand. In französischen Städten läuteten Glocken den Frieden ein. Nach vier Jahren und fast zehn Millionen Toten war der Krieg vorüber. Vor allem die aussichtslose Lage an der Westfront brachte das Deutsche Reich dazu, sich auf Waffenstillstandverhandlungen einzulassen. Unterzeichnet wurde das Abkommen in einem Eisenbahnwagen im Wald von Compiegne, nördlich von Paris. In Deutschland als hart und demütigend empfunden, wird es in Frankreich gefeiert und Premierminister Georges Clemenceau als "Père la Victoire", "Vater Sieg", bejubelt. Er tritt auf der anschließenden Pariser Friedenskonferenz als besonders harter Gegner Deutschlands auf - seine Forderung "Deutschland wird zahlen" geht in die Geschichte ein. Der im Mai 1919 unterzeichnete Versailler Friedensvertrag schrieb Deutschland die alleinige Kriegsschuld zu. Das Deutsche Reich wurde zu erheblichen Reparationszahlungen und Gebietsabtretungen verpflichtet. Ein ernierigendes Diktat, so empfanden es viele Deutsche - die Unzufriedenheit in der Bevölkerung gilt als einer der Nährböden für den Aufstieg des Nationalsozialismus.