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Für Felix Lobrecht ging es aus der Psychiatrie auf den roten Teppich

Felix Lobrecht hat offen über sein großes Bedürfnis nach Bestätigung gesprochen. (Bild: imago images/Funke Foto Services/Maurizio Gambarini)
Felix Lobrecht hat offen über sein großes Bedürfnis nach Bestätigung gesprochen. (Bild: imago images/Funke Foto Services/Maurizio Gambarini)

Podcaster und Comedian Felix Lobrecht (34) hat sich die ersten dreieinhalb Monate des Jahres in einer psychiatrischen Klinik aufgehalten. Im Interview-Podcast "Hotel Matze" enthüllte der 34-Jährige nun neue Details über diese Zeit. So sei für Lobrecht das Jahr 2022 "in Comedy-Hinsicht das erfolgreichste" seines Lebens gewesen.

Doch nach der zweiten Arenatour mit seinem Comedy-Programm "all you can eat" sei er in ein tiefes Loch gefallen und andauernd auch körperlich krank gewesen. "Es ging gefühlt immer weiter bergab", verrät Lobrecht. Daraufhin wies er sich selbst zum 1. Januar 2023 in die Klinik ein.

"Aus der Klapse auf den roten Teppich und wieder zurück"

Besonders der Ausblick auf sein professionell forderndes Jahr 2023 mitsamt der Premiere seines autobiografischen Neukölln-Films "Sonne und Beton" habe Lobrecht mental vor Probleme gestellt, da er ein "geisteskrankes Pensum" vor sich gehabt habe. Der Podcaster und Comedian enthüllt zudem, dass er auch während seines Klinikaufenthalts weiter arbeitete. So sei die Produktion seines wöchentlichen Podcasts "Gemischtes Hack" mit Tommi Schmitt (34) in dieser Zeit aus der Klinik heraus fortgesetzt worden.

Auch zu Terminen wie der Berlinale-Premiere von "Sonne und Beton" sei Lobrecht aus der Psychiatrie heraus gependelt: "Ich bin echt aus der Klapse auf den roten Teppich, das war völlig crazy, und wieder zurück", verrät Lobrecht.

Felix Lobrecht konkretisiert Auszeit-Pläne für 2024

Bereits zu Beginn des Jahres hatte Lobrecht angesichts dieser Ereignisse angekündigt, eine Show-Pause von mindestens einem Jahr einlegen zu wollen, da er sich krank und ausgelaugt fühle. In seinem neuen Interview bekräftigte der Comedian das mit den Worten: "Ich mach' jetzt ein Jahr mindestens Pause mit Liveshows, Touren und so, Podcast geht weiter, einerseits weil's mir Spaß macht, weil's nicht so viel Aufwand ist, und andererseits haben wir auch einfach Verträge." Da könne man nicht "einfach so chillen", aber das sei auch "völlig okay".

"Mit meinem Job, wie ich ihn vorher gemacht hab, mach' ich jetzt wirklich ein Jahr Pause", so Lobrecht. Lediglich dem Schreiben von neuem Material wolle er sich in diesem Zeitraum auf möglichst stressfreie Art und frei von Termindruck widmen. Daneben plane der Komiker, "einfach mal ein bisschen in Berlin" zu sein. Dazu habe er in den vergangenen Jahren durch ständige Touren und anderweitige Verpflichtungen seiner Meinung nach zu wenige Gelegenheiten gehabt.

Fehlende "Selbstgenügsamkeit" als großes Problem

Auch einen sehr persönlichen Einblick in sein Seelenleben bietet Lobrecht in dem Gespräch. Seiner Meinung nach würden Menschen, die professionell regelmäßig auf der Bühne stehen, "zu viel Bestätigung von außen" brauchen, "um sich selber irgendwie wertschätzen zu können und gut zu finden".

"Zuspruch ist mir halt wichtig, weil ich halt einfach, so stumpf es klingt, in meinem Leben nicht gelernt hab, so was wie 'ne Selbstgenügsamkeit zu entwickeln, dass ich mir selber ausreiche, ohne Bestätigung von außen, um mich gutfühlen zu können", so Lobrecht. Dinge wie "Zuneigung" und "Bestätigung" seien für ihn "immer an Leistung geknüpft. Man muss irgendwas dafür tun, dass andere Leute einen wertschätzen, cool finden, mögen, was auch immer."

Nach seinem Klinikaufenthalt ginge es ihm mit diesen Problemen allerdings bereits sehr viel besser.