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Fast-Abbruch und Tor-Zoff: Union verschärft VfL-Krise

Fast-Abbruch und Tor-Zoff: Union verschärft VfL-Krise
Fast-Abbruch und Tor-Zoff: Union verschärft VfL-Krise

Union Berlin atmet auf, der Druck auf Niko Kovac beim VfL Wolfsburg wächst hingegen: Die Eisernen feierten bei der Rückkehr von Coach Nenad Bjelica nach abgesessener Sperre mit einem 1:0 (1:0)-Sieg einen wichtigen Dreier im Abstiegskampf, während die Wölfe auch im sechsten Spiel in Serie sieglos blieben. Die Partie stand wegen Fan-Protesten allerdings kurz vor dem Abbruch.

Der Führungstreffer von Union durch Danilho Doekhi (45.+26) sorgte für Diskussionen. Der Innenverteidiger köpfte nach einer Ecke völlig freistehend ein, allerdings war Wolfsburg zu diesem Zeitpunkt auch in Unterzahl, da Moritz Jenz wegen einer blutenden Wunde außerhalb des Feldes behandelt werden musste. VfL-Coach Kovac beschwerte sich anschließend vehement und sah Gelb. Wegen massiver Proteste wurde zudem Wolfsburgs Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer zu Beginn der zweiten Hälfte des Innenraums verwiesen.

In der Tabelle der Bundesliga vergrößerte Union das Polster auf den Relegationsplatz vorerst auf sechs Punkte, Wolfsburg liegt als Tabellenzwölfter nur noch zwei Zähler vor den Köpenickern.

Partie wegen Fan-Protesten vor Abbruch

Wegen Fan-Protesten gegen den geplanten Investoren-Deal der Deutschen Fußball-Liga (DFL) stand die Partie kurz vor dem Abbruch. Nach Tennisballwürfen aus dem Union-Block unterbrach Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck das Spiel nach knapp einer halben Stunde zunächst. Als kurz nach der Fortsetzung erneut Gegenstände aufs Feld flogen, schickte der Schiedsrichter beide Teams in die Kabinen.

Fünf Minuten nach Wiederbeginn musste die Partie erneut unterbrochen werden, diesmal flogen Tennisbälle aus dem Wolfsburger Fanblock. „Wir sind so kurz davor, das Spiel nicht weiter austragen zu können. Es ist der letzte Versuch des Schiedsrichtergespanns, dieses Spiel zu Ende zu bringen“, sagte Stadionsprecher Christian Arbeit über das Stadionmikrofon, ehe die Partie nach einer insgesamt über 30-minütigen Unterbrechung erneut fortgesetzt wurde.

„Allgemein sehe ich es so, dass ein Protest schon wehtun sollte. Sonst sieht und hört man ihn nicht. Deswegen verstehe ich das in gewisser Weise“, sagte Unions gesperrter Kapitän Christopher Trimmel in der Halbzeitpause am Sky-Mikrofon. „Aus Spielersicht ist es natürlich nicht ideal. Die vielen Unterbrechungen sind natürlich für den Rhythmus nicht ideal.“

Der zweite Durchgang ging dann ohne weitere Spielunterbrechungen über die Bühne. Allerdings wurde im Gästeblock mehrfach Pyrotechnik gezündet.

Bjelica kehrt an die Seitenlinie zurück

Bjelica hatte dem Ende seiner Drei-Spiele-Sperre, zu der er wegen einer Handgreiflichkeit gegen Nationalspieler Leroy Sane verurteilt worden war, entgegengefiebert - und einen anderen Nachmittag erwartet. „Für mich war es schwer auf der Tribüne. Du bist machtlos in den 90 Minuten während des Spiels und kannst nicht reagieren“, hatte Bjelica gesagt.

An der Seitenlinie des Stadions An der Alten Försterei konnte er wieder eingreifen. Bjelica lief in der Coaching-Zone auf und ab und sah zunächst Schwierigkeiten bei seiner Mannschaft. Union leistete sich viele technische Fehler und hatte Probleme in der Spieleröffnung. Wolfsburg machte es besser. Das Team von Trainer Niko Kovac kombinierte sicher und drang über die Außen mehrfach ins letzte Drittel vor. Topstürmer Jonas Wind (6.) kam zur ersten Chance. In einem ereignisarmen und zerfahrenem Duell fehlten darüber hinaus die Höhepunkte.

In der 26. Minute ging dann erstmals gar nichts mehr: Aus dem Fanblock der Berliner flogen Tennisbälle auf den Rasen. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck pfiff die Begegnung nach elf Minuten wieder an, musste das Spiel nach wenigen Sekunden wegen erneuter Würfe aber wieder stoppen. Beide Mannschaften wurden in die Kabine geschickt.

Die Partie wurde nach einer insgesamt rund halbstündigen Unterbrechung fortgesetzt. Die Fans sangen: „Ihr macht unseren Sport kaputt“ und skandierten „Fußball, Fußball, Fußball“. Bis zur nächsten Zwangspause rollte der Ball aber nur rund fünf Minuten, dieses Mal flogen Tennisbälle aus dem Wolfsburger Gästeblock.

Noch vor der Pause wurde auf den Rängen gejubelt: Doekhi traf nach einer Ecke per Kopf. Nach der Pause erhöhte sich das Tempo der Partie etwas. Union machte Druck und hatte durch Lucas Tousart (47.) eine Großchance, auf der Gegenseite verpassten Lovro Majer (54.) und Wind (64.) den Ausgleich.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)