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Filmschaffende wettern gegen ARD und ZDF: "Fernsehen, das niemanden interessiert"

 

Das, was die öffentlich-rechtlichen TV-Sender ihrem Publikum präsentieren, sei "uniform und ambitionslos". So heißt es in einem Manifest, in dem der Bundesverband Regie und der Deutsche Drehbuchverband ARD und ZDF scharf kritisieren.

Ein gemeinsames Manifest von Regisseuren und Drehbuchautoren kritisiert ARD und ZDF scharf. (Bild: iStock/Symeonidis Dimitri )
Ein gemeinsames Manifest von Regisseuren und Drehbuchautoren kritisiert ARD und ZDF scharf. (Bild: iStock/Symeonidis Dimitri )

Der Bundesverband Regie und der Deutsche Drehbuchverband werfen ARD und ZDF in einem gemeinsamen Manifest vor, "die Bedürfnisse und Reformansätze der Kreativen nahezu kategorisch" auszuschließen. In dem Dokument mit dem Titel "Die Zukunft des fiktionalen Fernsehens" heißt es, die Institution des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sei inzwischen "offenbar wichtiger und sakrosankter als ihr eigentlicher Daseinszweck: das Produzieren und Bereitstellen von Programm".

Das Manifest ist auf der Homepage des Regieverbands frei zugänglich und soll am Freitag öffentlich vorgestellt werden. Die Filmschaffenden erheben darin schwere Vorwürfe gegen die Sender: "Programm wird reduziert, Vereinbarungen zu Honoraren ergeben sich nur zögerlich, eine angemessene Teilhabe an den immer dominanteren Online-Distributionswegen findet nach wie vor nicht statt."

Was die Sender dem Publikum präsentierten, wirke "uniform und ambitionslos". Die Redaktionen von ARD und ZDF seien um "Ausgewogenheit um jeden Preis" angehalten und deshalb sogar bereit, schlechte Quoten in Kauf zu nehmen. Das Ergebnis sei "Fernsehen, das den kleinsten gemeinsamen Nenner bedient und darum auch niemanden interessiert", heißt es in dem Manifest.

Verbände schlagen "quotenfreien Abend" vor

Die Regisseure und Autoren fordern eine Reform: "Wir brauchen mehr Genrevielfalt, mehr markante, gut finanzierte Serien und Filme. Auch und gerade bei einer Umstrukturierung Richtung Mediatheken." Eine mögliche Lösung sei es demnach, "die Programmplätze und Budgets zurück in die Landesrundfunkanstalten zu geben", anstatt große Mengen an Filmen von "einer einzigen ausgelagerten Redaktion verantworten zu lassen". Wie die Autoren des Manifests klarstellen, bezieht sich der Vorwurf vor allem auf die Degeto - eine privatwirtschaftliche Tochterfirma der ARD.

Es brauche nun "vor allem neue Ideen, Mut zum Risiko und starke Impulse". Zudem fordern die Verbände mehr Teilhabe durch die Filmschaffenden sowie einen "quotenfreien Abend". Letzterer soll den Kreativen ermöglichen, ohne Quotendruck zu agieren - "in bester öffentlich-rechtlicher Tradition".

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