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Sie ist "ein Funken Hoffnung": Neue Serie über Otto Franks Sekretärin Miep Gies

Die Serie "Ein Funken Hoffnung - Anne Franks Helferin" erzählt die tragische Geschichte des jüdischen Mädchens aus der Sichtweise von Miep Gies (Bel Powley). (Bild: Disney)
Die Serie "Ein Funken Hoffnung - Anne Franks Helferin" erzählt die tragische Geschichte des jüdischen Mädchens aus der Sichtweise von Miep Gies (Bel Powley). (Bild: Disney)

Ab Anfang Mai zeigt Disney+ die achtteilige Serie "Ein Funken Hoffnung - Anne Franks Helferin", in der die Geschichte von Anne Frank aus der Sichtweise von Miep Gies erzählt wird. Die damalige Sekretärin von Otto Frank versteckte seine gesamte Familie vor den Nationalsozialisten.

Juli 1942: Anne Frank lebte mit ihrer Familie in einem Amsterdamer Hinterhaus - abgeschirmt von der Außenwelt. Denn die gesamte Familie Frank war jüdischer Abstammung und musste sich in der Zeit des Zweiten Weltkriegs vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten verstecken. Ihre Erlebnisse und Gedanken hielt das Mädchen in einem Tagebuch fest, das nach dem Krieg als "Tagebuch der Anne Frank" von ihrem Vater Otto Frank veröffentlicht wurde und bis heute als Mahnung und wichtiges, historisches Dokument gilt. Nun wird die tragische Geschichte aus einer ganz neuen Perspektive erzählt. In der Serie "Ein Funken Hoffnung - Anne Franks Helferin" (Start: Dienstag, 2. Mai, auf Disney+ mit einer Doppelfolge) geht es um die Sichtweise von Miep Gies, jener Frau, die die Familie Frank vor den Nazis versteckte.

Die achtteilige, hochkarätig besetzte Miniserie zeigt die Geschichte einer jungen und mutigen Frau, die eigentlich ein sorgenfreies und glückliches Leben führt. Miep (Bel Powley) geht mit ihren Freunden aus, trinkt gerne Bier, lernt ihren Ehemann Jan ("Peaky Blinders"-Star Joe Cole) kennen und arbeitet als Sekretärin für Otto Frank (Liev Schreiber, "Ray Donovan"). Ihr Alltag lenkt sie von der bedrückenden Zeit ab. Es ist eine Zeit, in der Nationalsozialisten Juden verfolgen, eine Zeit, in der eine Meinung bereits das Leben kosten kann. Doch Miep lässt sich nicht einschüchtern und steht zu ihrer grundlegenden Ablehnung des nationalsozialistischen Weltbilds.

In der Zeit des Zweiten Weltkriegs versteckten Miep Gies (Bel Powley, zweite von rechts) und ihr Mann Jan (Joe Cole, dritter von rechts) Familie Frank und andere Juden vor den Nationalsozialisten. (Bild: Disney)
In der Zeit des Zweiten Weltkriegs versteckten Miep Gies (Bel Powley, zweite von rechts) und ihr Mann Jan (Joe Cole, dritter von rechts) Familie Frank und andere Juden vor den Nationalsozialisten. (Bild: Disney)

Ein "Ja" ändert alles

Eines Tages wendet sich Otto Frank an seine Angestellte: "Miep, worum ich Sie bitte, ist gefährlich", beginnt ihr Chef. Er möchte ein Versteck für sich und seine Familie, da sie wegen ihrer jüdischen Abstammung verfolgt werden. Zu seiner Überraschung antwortet Miep mit einem klaren "Ja". Ohne zu zögern, hilft sie der Familie Frank und versteckt sie in einem Hinterhaus. Damit verabschieden sich die junge Frau und ihr Mann Jan von ihrem gewohnten Leben. Jeder noch so kleine Fehler könnte sie auffliegen lassen.

Es wurden schon einige Filme und Serien über Anne Frank gedreht. Aber über die Sichtweise dieser selbstlosen Frau, "von der die meisten Menschen noch nie gehört haben", wie Carolyn Bernstein von National Geographic sagt, war bislang wenig zu erfahren. "Als wir von Miep Gies' beeindruckender Geschichte hörten, hat sie uns sofort gepackt und bewegt", erklärt Bernstein.

Sie ist davon überzeugt, dass diese Geschichte über eine "ganz alltägliche Superheldin" auf eine noch "nie dagewesene Weise" erzählt werden muss. Auch das eigentlich bunte und lebensfrohe Amsterdam ist in der Produktion von einer anderen Seite zu sehen. Viel Wert wurde auf die Atmosphäre gelegt. Man spürt: Es ist eine Zeit voller Angst, Faschismus und Unterdrückung.

Hauptdarstellerin Bel Powley (31) erklärt im exklusiven Interview, es sei geradezu notwendig, dieses historische Kapitel der heutigen Jugend näherzubringen: "Wenn wir das jüngere Publikum auf diesen historischen Abschnitt aufmerksam machen wollen, müssen wir das Ganze aus einer neuen Perspektive erzählen." Es sei wichtig, zu zeigen, wer damals zu den "guten Menschen" gehörte und sein Leben riskierte, um andere Leben zu retten.

Hollywoodstar Liev Schreiber verkörpert in der Serie "Ein Funken Hoffnung - Anne Franks Helferin" Otto Frank, Vater des jüdischen Mädchens Anne Frank. (Bild: 2023 Getty Images/Andreas Rentz)
Hollywoodstar Liev Schreiber verkörpert in der Serie "Ein Funken Hoffnung - Anne Franks Helferin" Otto Frank, Vater des jüdischen Mädchens Anne Frank. (Bild: 2023 Getty Images/Andreas Rentz)

Liev Schreiber: "Jeder Mensch hat die Kraft und die Möglichkeit Leben zu retten"

Es sind unzählige Geschichten aus dieser Zeit erzählt worden, die Tatsache, dass "über sechs Millionen Juden gestorben sind", so die britische Schauspielerin, sei allen bekannt - und dennoch gäbe es noch viele Dinge zu erzählen. So wird zum Beispiel auf die Kindheit von Miep Gies eingegangen: Weil sie in armen Verhältnissen aufwuchs, wurde sie im Rahmen eines Projektes zur Unterstützung unterernährter Kinder ins holländische Leiden geschickt. Sie lebte dort bei einer Gastfamilie, zu der sie ein außerordentlich gutes Verhältnis hatte. Dort erhielt sie auch ihren Spitznamen "Miep". Mit eigentlichem Vornamen heißt die gebürtige Wienerin Hermine.

"Die Serie an sich ist sehr wichtig, weil Geschichte die Eigenart hat, sich zu wiederholen. Das sehen wir auch momentan in der Ukraine und an vielen anderen Orten dieser Welt", erklärt Hollywoodstar Liev Schreiber im Gespräch. "Niemand konnte sich vorstellen, dass in Europa noch einmal Krieg herrschen würde. Aber es passiert gerade. Deswegen ist es unsere Pflicht, zurück auf die Vergangenheit zu blicken, um zu sehen, was damals geschehen ist."

Es sei aus seiner Sicht notwendiger denn je, die Botschaft mitzugeben, für die Miep Gies steht: Jeder Mensch kann etwas Gutes tun. Aus diesem Grund verweist der Originaltitel der Serie "A Small Light" auf ein Zitat der echten Miep Gies: "Ich mag es nicht, wenn man mich als Held bezeichnet, denn niemand sollte denken, dass man etwas Besonderes sein muss, um anderen zu helfen. Auch eine gewöhnliche Sekretärin, eine Hausfrau oder ein Teenager kann in einem dunklen Raum ein kleines Licht anzünden." Der gleichen Meinung ist auch Schreiber: "Jeder Mensch hat die Kraft und die Möglichkeit, Leben zu retten."

"Wenn wir das jüngere Publikum auf diesen historischen Abschnitt aufmerksam machen wollen, müssen wir das Ganze aus einer neuen Perspektive erzählen", begründet Bel Powley (31) die Relevanz der Serie. (Bild: 2023 Getty Images/Andreas Rentz)
"Wenn wir das jüngere Publikum auf diesen historischen Abschnitt aufmerksam machen wollen, müssen wir das Ganze aus einer neuen Perspektive erzählen", begründet Bel Powley (31) die Relevanz der Serie. (Bild: 2023 Getty Images/Andreas Rentz)