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Gaza-Krieg: Netanjahu will Rafah evakuieren lassen

Im Gaza-Krieg hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu das Militär angewiesen, einen Plan zur Evakuierung der Bevölkerung von Rafah vorzulegen. Zugleich sollten die Truppen die noch verbliebenen Hamas-Einheiten ausschalten, so Netanjahu.

Nach Rafah im Süden des Gazastreifens sind viele Palästinenser aus dem Norden geflüchtet. Es herrschen katastrophale Zustände. In der Stadt, die vor dem Krieg rund 300.000 Einwohner hatte, sollen sich Schätzungen zufolge momentan 1,3 Millionen Menschen aufhalten. Nach israelischer Darstellung ist Rafah die letzte verbliebene Hochburg der militant-islamistischen Hamas.

Netanjahu geriet zuletzt unter Druck von Verbündeten, mehr zum Schutz der Zivilisten im Gazastreifen zu unternehmen. US-Präsident Biden sagte, es gebe viele unschuldige Menschen, die hungerten, in Not seien oder gar ums Leben kämen. Das militärische Vorgehen Israels bezeichnete er als "überzogen".

Die israelische Armee veröffentlichte Aufnahmen von angeblichen Luftangriffen auf Hamas-Ziele. In einer Erklärung war die Rede von 15 getöteten Kämpfern im Westen von Chan Yuni.

Der Direktor des Welternährungsprogramms, Matthew Hollingworth, warnte, dass im Gazastreifen bereits im Mai eine Hungersnot drohe. Der Mangel an Nahrungsmitteln habe die Hälfte der Bevölkerung in eine "Notlage" der Ernährungsunsicherheit gebracht. Besonders verschlechtert habe sich Lage im Norden, der für Hilfskonvois fast unerreichbar ist.