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Nach gescheiterter Activision-Blizzard-Übernahme: Microsoft kritisiert Brexit

Der Brexit hat nach Ansicht des Microsoft-Managers Brad Smith Großbritannien als Standort für Investitionen wesentlich unattraktiver gemacht. Der Vizepräsident des US-Software-Giganten reagierte damit auf die Entscheidung der britischen Kartellbehörde CMA, die Übernahme des Videospiel-Unternehmens Activision Blizzard, das Spiele wie "Call of Duty" entwickelt, durch Microsoft zu blockieren.

"Es gibt hier eine klare Botschaft - die Europäische Union ist ein attraktiverer Ort, um Geschäfte zu machen als das Vereinigte Königreich", sagte Smith dem BBC-Radio in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview. Er klagte über mangelnde Gesprächsbereitschaft bei der CMA. Das sei bei der EU anders, mit der man über Anpassungen verhandele.

Die CMA hatte am Mittwoch entschieden, die Übernahme nicht zu genehmigen. Sie begründete dies mit der Sorge, der rund 69 Milliarden Dollar schwere Deal könnte den Wettbewerb auf dem wachsenden Markt für Cloud-Gaming verzerren.

CMA-Chefin Sarah Cardell wies die Kritik Smiths zurück. Die Behörde handele im Interesse der Menschen, Unternehmen und der Wirtschaft Großbritanniens, sagte sie der BBC. Die Ablehnung durch die CMA ist nicht einzige Hürde für den Deal.

In den USA klagt die Aufsichtsbehörde FTC gegen die Anfang 2022 angekündigte größte Übernahme in der Branche. Eine Entscheidung der EU-Kartellwächter fehlt noch. Für die Übernahme ist grünes Licht von den Behörden in den USA, der EU und in Großbritannien notwendig.

Und was bedeutet das auf die begeisterten Spieler und Spielerinnen? Vorerst nichts. Aber auch wenn Microsoft den Übernahme-Deal durchkriegt, werden die meisten Gamer nichts davon mitbekommen - jedenfalls nicht sofort.