Gibt es bald gruselige Roboter wie im Horrorfilm "M3gan"?

Im Hollywood-Schocker "M3gan" sorgt gerade ein weiblicher KI-Roboter für Angst und Schrecken. Ist das reine Fiktion oder gar nicht mehr so weit weg von der Realität?

Verkehrte Welt: Echte Tänzerinnen spielen Roboter bei der Premiere von
Verkehrte Welt: Echte Tänzerinnen spielen Roboter bei der Premiere von "M3GAN" in Los Angeles. (Bild: Leon Bennett/Getty Images)

Die gruselige rothaarige Roboterpuppe M3gan begeistert momentan Kinozuschauer*innen und Social Media User*innen. Dahinter steckt wohl die schaurige Lust an der alten Angst vor einer Welt, in der die Maschinen die Menschen beherrschen und nicht umgekehrt. Doch wie weit sind wir eigentlich von einer solchen Welt entfernt? Es ist eine Fragestellung, mit der sich inzwischen nicht nur die Robotics-Forschung, sondern auch die Ethik-Wissenschaft befasst.

Die Ethik der Roboter-Entwicklung

Denn letztlich geht es bei der Entwicklung von lebensechten Robotern schließlich um viel mehr, als virale TikTok-Tänze oder mögliche mordende Puppen. Es geht um zwischenmenschliche Beziehungen, die Ethik vom Umgang mit Robotern - und darum, wer in einer immer digitaleren Welt unsere Kinder erzieht.

Schon mit dem neuen Chatbot "ChatGPT" und vor allem in der anhaltenden Diskussion um selbstfahrende Autos waren moralisch-ethische Debatten entflammt. Im Horrorfilm wird M3gan sogar mit einem kleinen Seitenhieb als der "Tesla unter den Puppen" bezeichnet. Doch im Film wird aus der als Roboterspielgefährtin konzipierten Maschine mittels KI plötzlich ein gefährlicher Widersacher. Der Faktor KI, bei dem die Roboter zunehmend mehr dazu lernen, ist es, der vielen Menschen unheimlich vorkommt.

Roboter können menschliche Beziehungen nicht ersetzen

Die Ethik-Forscherin Katie Darling beschäftigt sich am renommierten MIT mit der Entwicklung und Rolle von Robotern in einer modernen Gesellschaft. In einem Interview mit dem britischen "Guardian" gibt sie allerdings Entwarnung. Noch sei die Welt weit von einem "M3gan"-artigen Roboter entfernt. In den nächsten zehn bis zwanzig Jahren halte sie einen derartigen KI-Robter für unwahrscheinlich. Besonders durch Filme hätten viele Menschen völlig unrealistische Eindrücke davon, was Roboter wirklich leisten können, so Darling. "Ich mache mit allerdings Sorgen über die Frage, ob KI genutzt werden sollte, um menschliche Beziehungen zu ersetzen und meine Antwort ist Nein", so die Wissenschaftlerin. Auch hier zeigt ein dystopischer Film bereits eine unheimliche Zukunft. In "Her" verliebt sich Joaquin Phoenix in eine Computerstimme. Doch nicht nur in erwachsenen Beziehungen ist das Spiel mit der KI risikoreich. Besonders in der Kindererziehung seien menschliche Beziehungsfiguren nicht ersetzbar, findet Darling.

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So ähnlich sieht es auch der Kinderrechtsanwalt und KI-Foscher Ronny Bogani, der dem "Guardian" gegenüber sagte, Roboter könnten die Dynamik innerhalb einer Familie "komplett verändern". Die Autorität der Eltern könne von Robotern untergraben werden, glaubt Bogani. Außerdem fürchtet er den Einfluss von Unternehmen auf Kinder. Deren emotionale Bindung an einen Roboter könnten mit Gewinnabsichten ausgenutzt werden: "Es gibt so viele Arten, wie Firmen Menschen mit Robotern manipulieren könnten."

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Um die Grenzen zwischen Robotern und Menschen zu wahren, plädieren sowohl Bogani als auch Darling dafür, Roboter nicht mit allzu menschlichen Zügen zu versehen. Dazu sollten KI-Roboter und ihre Funktionen reguliert werden, dann könnten sie in der Zukunft eine wichtige Rolle in der menschlichen Gesellschaft als nimmermüde Helfer spielen.

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