Gil Ofarim: Antisemitismus-Skandal schlägt hohe Wellen

·Lesedauer: 3 Min.
Gil Ofarim wurde in Leipzig Opfer von antisemitischen Anfeindungen. (Bild: imago/Future Image)
Gil Ofarim wurde in Leipzig Opfer von antisemitischen Anfeindungen. (Bild: imago/Future Image)

Nach dem Antisemitismus-Vorfall in dem Leipziger Hotel Westin gegenüber Musiker Gil Ofarim (39) rollt eine Welle der Solidarität durchs Land. Die meisten Kommentatoren, aus Politik, Öffentlichkeit und Volk, zeigen sich fassungslos aufgrund der Vorkommnisse. Ofarim wurde eigenen Aussagen zufolge am Check-in-Schalter des Hotels nicht bedient, da er einen Davidstern offen trug. Unmittelbar danach fasste er seine Erlebnisse in einem Video zusammen und postete dies auf seinem Instagram-Kanal.

Ofarim äußerte sich auch am Mittwoch im TV-Ableger der "Bild"-Zeitung kurz und schilderte erneut seine Erlebnisse. Niemand von den anderen Gästen hätte ihn unterstützt, was er sich durchaus gewünscht hätte. Eine Entschuldigung des Hotels hätte ihn noch nicht erreicht, lediglich eine E-Mail mit einem Gesprächsangebot.

Seine Managerin Yvonne Probst gab "Bild" ebenso ein kurzes Statement. Darin heißt es, sie habe ihn unmittelbar danach in ein anderes Hotel umgebucht. Mittlerweile sei Ofarim nicht mehr in Leipzig. Er würde alles nun erstmal sacken lassen, sei immer noch schockiert und denke über eine Strafanzeige nach.

Auch Politiker äußern sich

Auch in der Politik sorgt der Vorfall für empörte Reaktionen. So teilte unter anderem der stellvertretende SPD-Vorsitzende Kevin Kühnert (32) das Video via Twitter und fragt provokativ dazu: "Hallo Westin! [...] Geht ihr den Vorwürfen nach? Und wenn sie sich bewahrheiten, wie geht das Unternehmen mit Antisemitismus um - reaktiv, aber auch präventiv?" Auch der CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak (36) twitterte zu diesem Thema: "Steh auf gegen Antisemitismus und Judenhass. Solidarität mit Gil Ofarim."

Zahlreiche Kollegen aus der Musik- und TV-Szene sprachen ebenfalls ihr Mitgefühl aus. So bekundeten unter anderem Entertainerin Motsi Mabuse (40), die Schauspielerinnen Jasna Fritzi Bauer (32) und Susan Sideropoulos (40), Rapperin Nura (32) oder auch die Moderatorinnen Ruth Moschner (45) sowie Marijke Amado (67) auf Instagram ihre Betroffenheit. Insgesamt hat das Ofarim-Video bereits mehr als 2,4 Millionen Aufrufe und mehr als 16.000 Kommentare.

Spontane Demonstration vor dem Hotel

Noch am Abend kam es vor dem Leipziger Hotel zu einer spontanen Demonstration. Hunderte Menschen protestierten nach einem Aufruf des Bündnisses "Leipzig nimmt Platz" vor Ort und zeigten sich mit Ofarim solidarisch. Westin-Mitarbeiter formierten sich vor dem Eingang mit Israel-Flagge und islamischen Halbmond und posteten davon ein Bild auf dem offiziellen Instagram-Account des Hotels. Auch diese fragwürdige Aktion zog unmittelbar harsche Kritik im Netz nach sich.

Wie übereinstimmend Medien berichten, hat die Leipziger Polizei das Video von Ofarim bereits der zuständigen Staatsanwaltschaft übergeben. Die Aktion sei "klar antisemitsch", wie ein Sprecher der Polizei zu Protokoll gab, die strafrechtliche Relevanz müsse nun geprüft werden. Vor Ort sei die Polizei jedoch nicht gewesen, man habe bislang auch noch nicht mit Ofarim gesprochen.

Sogar CNN berichtet über den Vorfall

Auch international beschäftigt der Vorfall in dem Leipziger Hotel die Medien. So berichtet unter anderem auch der US-amerikanische Nachrichtensender CNN über den Vorfall in Sachsen auf seiner Homepage. Mittlerweile gab die stellvertretende Managerin des Hotels gegenüber der "Leipziger Volkszeitung" bekannt, dass die betreffenden Mitarbeiter zumindest für die Dauer der Ermittlungen suspendiert worden seien.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.