Google Street View: Franzose klagt wegen Pinkel-Bild

Weil es gerade dringend war, erleichterte sich ein Franzose im eigenen Vorgarten. Das Tor sollte ihn vor den Blicken der anderen Dorfbewohner schützen. Womit er jedoch nicht gerechnet hatte: Genau in dem Moment fuhr das Team von Google Street View mit ihrem Kamerawagen vorbei und hielt die Pinkel-Szene fest. Die landete sofort online - weshalb der peinlich berührte Mann nun Schadenersatz verlangt.

Nichts ahnend urinierte ein Franzose aus einem Dorf in der Region Pays de la Loire im November 2010 in seinen Vorgarten. Umso erstaunter war er, als er später genau davon ein Bild bei Google Street View sah. Genau während des Aktes war das Spezialauto des Internetkonzerns vorbeigekommen, und hatte ihn prompt gefilmt. Für den neuen Service filmt das Unternehmen ganze Landstriche ab und stellt die Aufnahmen online.

Obwohl sein Gesicht und das Nummernschild seines Wagens auf der Aufnahme unkenntlich gemacht sind, ist der 50-Jährige überzeugt davon, dass ihn die Bewohner seines Heimatdorfes längst erkannt haben. Jetzt zieht er gegen Google vor Gericht und fordert 10.000 Euro Schadenersatz.

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„Jeder hat das Recht auf ein gewisses Maß an Privatsphäre“ sagte der Anwalt des Mannes, Jean-Noel Bouillard, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. „In diesem speziellen Fall ist die Sache eher amüsant als ernst. Aber hätte er eine Frau geküsst, die nicht seine Ehefrau ist, wäre das Problem das gleiche gewesen.“

Ob der Klage des Franzosen stattgegeben wird, wird bis zum 15. März entschieden. Fest steht schon jetzt: Hätte der Mann zum Pinkeln statt seinen Vorgarten die Toilette in seinem Haus benutzt, wäre das alles gar nicht erst passiert.

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