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Greenpeace protestiert an drei aktiven AKW gegen Atomkraft

Neckarwestheim/Essenbach/Lingen (dpa) - Mit Lichtprojektionen an den verbliebenen aktiven Atomkraftwerken Neckarwestheim 2, Isar 2 und Emsland hat die Umweltorganisation Greenpeace gegen Atomkraft protestiert. Die Aktivistinnen und Aktivisten projizierten am Donnerstagabend abgelaufene TÜV-Plaketten auf die Kraftwerke und dazu die Worte «Abgelaufen» und «Abschalten».

Mit der Aktion wollte Greenpeace nach eigenen Angaben darauf aufmerksam machen, dass für die drei AKW 2019 eine Sicherheitsüberprüfung fällig gewesen wäre. Die Organisation wies zudem darauf hin, dass sich am Samstag die Atomkatastrophe von Fukushima zum zwölften Mal jährt.

Diese Prüfung, bei der die Kraftwerke über viele Monate intensiv untersucht werden, wurde mit Blick auf den zunächst vorgesehenen Abschalttermin am 31. Dezember 2022 ausgesetzt. Nach Einschätzung der Bundesministerien für Wirtschaft und Umwelt aus dem vergangenen Jahr sind die drei Anlagen sicherheitstechnisch dennoch auf einem hohen Niveau.

Saskia Reinbeck, bei Greenpeace für Energie zuständig, kritisierte dagegen, Autos mit jahrelang abgelaufener TÜV-Plakette würden aus dem Verkehr gezogen. «Genauso gehören die letzten drei Atomkraftwerke längst abgeschaltet», sagte sie laut Mitteilung. Dass Atomkraftwerke riskant seien, wisse man nicht erst seit der Katastrophe von Fukushima. «Jeder Cent, der in Atomkraft oder fossile Energien gesteckt wird, fehlt bei der Energiewende und beim Netzausbau.» Damit müsse am 15. April Schluss sein.

Die rot-grün-gelbe Bundesregierung hatte nach einem Machtwort von Kanzler Olaf Scholz (SPD) im vergangenen Jahr beschlossen, dass die drei verbliebenen Atomkraftwerke über das Jahresende hinaus bis zum 15. April weiterlaufen sollen. Danach soll mit der Nutzung der Atomkraft Schluss sein in Deutschland.