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Gut konstruiert und eingestellt: Der VW E-Golf beim Tüv

Berlin (dpa/tmn) - Aus heutiger Sicht ist die Reichweite im E-Golf selbst mit der größeren Batterie ausbaufähig, für Berufspendler könnte sie noch genügen. Zudem wurde am VW von Experten angekreidet: Dass eine CCS-Buchse ein aufpreispflichtiges Extra war. Mit dem Combined Charging System (CSS) lässt sich auch mit Gleichstrom und damit an Schnellladesäulen laden.

Ansonsten bekommt der VW viel Lob. Der «Auto Bild TÜV-Report 2024» krönt ihn als Sieger in der Kompaktklasse.

Modellhistorie: Als Elektroversion des Golf VII kam der E-Golf 2014 auf den Markt. Mitte 2016 wurde die Baureihe vorübergehend eingestellt und kam 2017 überarbeitet und mit neuer Motorisierung und größerem Akku wieder in den Verkauf. Im Mai 2020 war dann endgültig Schluss mit der Stromer-Version des Golf VII.

Karosserie und Varianten: Der E-Golf wurde ausschließlich als fünftüriges Schrägheck gefertigt. Ein Kombi - unter den Stromern ohnehin Mangelware - wurde vom elektrischen Kompakten nicht aufgelegt.

Mit dem Facelift bot die Antriebsbatterie netto 32 Kilowattstunden (kWh), zuvor waren es 20,4 kWh. Damit stieg die Reichweite von etwa 150 Kilometern im 2017er E-Golf auf um die 250 Kilometer.

Abmessungen (laut ADAC): 4,27 m x 1,80 m x 1,47 m bis 1,48 m (LxBxH); Kofferraumvolumen: 341 l bis 1231 l.

Stärken: Viele. Der «Auto Bild TÜV-Report 2024» beschreibt den E-Golf beim Bedienkonzept zwar noch an den Verbrennermodellen orientiert, ansonsten aber als sorgfältig konstruiertes E-Auto. Selbst die durch hohes Fahrzeuggewicht bei E-Autos oft arg strapazierten Achsaufhängungen zeigen sich solide.

Auch Antriebswellen, Lenkanlage und Lenkgelenke schneiden bei der HU tadellos ab. Selten werden Abblendlicht sowie Beleuchtung vorn und hinten beanstandet. Die Bremsleitungen und -schläuche sind haltbar, die Bremsscheiben besser als im Klassendurchschnitt, die Feststellbremse funktioniert verlässlich. Der ADAC attestiert hohes Sicherheitsniveau und gute Verarbeitung.

Schwächen: Einzig die Funktion der Fußbremse schwächelt: Bei der ersten HU liegt die Beanstandungsquote schon um das Doppelte erhöht, um beim zweiten Check weiter anzusteigen.

Leicht unterdurchschnittlich schneiden bei der zweiten HU Achsfedern und Dämpfer ab. Kaufinteressenten rät der Tüv-Report dazu, von ehemaligen Car-Sharing-Modellen Abstand zu nehmen - sie könnten verschlissen sein.

Pannenverhalten: Wie der Verbrenner-Golf schneidet der E-Golf in der ADAC-Pannenstatistik grundsätzlich gut ab. Und zu möglichen Pannenschwerpunkten vermeldet der Club kurz: «keine bekannt».

Motoren: Frontantrieb: 85 kW/115 PS und 100 kW/136 PS.

Händler-Verkaufswert nach Angaben der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) mit jeweils statistisch erwartbaren Kilometern:

- E-Golf (05/2015); 85 kW/115 PS (20,4 kWh); 96 000 Kilometer; 11 900 Euro.

- E-Golf(5/2018); 100 kW/136 PS (32 kWh); 66 000 Kilometer; 14 224 Euro.

- E-Golf (5/2020); 100 kW/136 PS (32 kWh); 44 000 Kilometer; 17 309 Euro.