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"Hätte gern mal Sex mit Frauen": Stefanie Giesinger kennt in neuem Podcast keine Tabus

Stefanie Giesinger gewann 2014 die Castingshow "Germany's next Topmodel". Jetzt ist sie Gastgeberin ihres ersten eigenen Podcasts. (Bild: 2023 Getty Images/Vittorio Zunino Celotto)
Stefanie Giesinger gewann 2014 die Castingshow "Germany's next Topmodel". Jetzt ist sie Gastgeberin ihres ersten eigenen Podcasts. (Bild: 2023 Getty Images/Vittorio Zunino Celotto)

Lecktuch, Unterdruckstimulator, Orgasmus-Lücke? Ja, Sex kann auch ratlos machen. Das will Stefanie Giesinger (29) mit ihrem Podcast "G Spot mit Stefanie Giesinger" ändern. Die Ex-GNTM-Gewinnerin nimmt geizt dabei nicht intimsten Bekenntnissen.

Klingt paradox, scheint aber noch immer sehr verbreitet zu sein: Je mehr man erfährt über Sex, desto weniger weiß man Bescheid. Sex wird noch immer tabuisiert, vor allem aber zergrübelt und zerdacht. Das will Stefanie Giesinger, Ex-GNTM-Siegerin, Schauspielerin und Influencerin, ändern.

In ihrem neuen Podcast "G Spot mit Stefanie Giesinger" (produziert von Studio Bummens), von dem fortan jeden Mittwoch eine neue Folge erscheint und der von einem YouTube-Kanal und auch auf Instagram und TikTok begleitet wird, will Steffi G. "tiefer, aber mit Leichtigkeit in Themen eindringen", wie sie im Intro der Premierenfolge erklärt.

Ja, das Thema gibt halt unglaublich schöne Wortspiele her. Giesinger geht mit Freude ans verbale Sex-Werk: "Ich liebe es, darüber zu sprechen." In der Auftaktfolge tut sie dies mit Gianna Bosic, einer echten "Sexpertin". Sie ist Sexualpädagogin und -beraterin sowie Autorin zweier einschlägiger Bücher.

Die ehemalige GNTM-Siegerin Stefanie Giesinger lädt in ihrem neuen Podcast zum Talk über Intimes. (Bild: Studio Bummens/Stephie Braun)
Die ehemalige GNTM-Siegerin Stefanie Giesinger lädt in ihrem neuen Podcast zum Talk über Intimes. (Bild: Studio Bummens/Stephie Braun)

Auch Stefanie Giesinger hat schon den Orgasmus vorgetäuscht

"Was ist guter Sex und wie funktioniert er?", könnte man das Motto der ersten Folge nennen. Natürlich geht es, es plaudern ja zwei Damen, hauptsächlich um weibliche Sexualität. Männer, beziehungsweise "der männliche Gegenpart", wie Giesinger gerne sagt, kommen eher am Rande vor.

Dabei war es - auch für Giesinger - generationenlang die Krux, dass frau dachte, Sex sei hauptsächlich dann vorbei und gut, wenn Mann gekommen und darob glücklich war. Giesinger gesteht: "Ich und meine Bedürfnisse waren oft nur zweitrangig, nicht nur für den Gegenpart, sondern auch für mich."

Das führt zu Frust. Giesinger: "Ob ich schon einen Orgasmus vorgetäuscht habe? Zur Hölle - ja!" Dabei ist Schauspielerei in der Kiste, da sind sich Giesinger und ihr Gegenpart Bacio einig: "Total doof, weil für beide kontraproduktiv."

Was ist guter Sex und wie geht er? Stefanie Giesinger plaudert beim Podcastauftakt mit Sexpertin Gianna Bacio. (Bild: Studio Bummens/Stephie Braun)
Was ist guter Sex und wie geht er? Stefanie Giesinger plaudert beim Podcastauftakt mit Sexpertin Gianna Bacio. (Bild: Studio Bummens/Stephie Braun)

Stefanie Giesinger steht auf Unterdrucksimulatoren

Was hilft? Vor allem Kommunikation. Drüber reden, was man gerne hätte, was man nicht so mag, wovon man träumt, was man fürchtet. Das ist oft leichter gesagt als getan, aber man sollte sich trauen und durchringen. Motto: Es kann nur besser werden.

Und, ganz wichtig: Selbstbefriedigung. Nur so kann man rausfinden, was einem guttut, meint Bacio. Sie und auch Giesinger haben nach einigen Angaben "früh damit angefangen". Weiterer erotischer Fun Fact über die ehemalige "Germany's next Topmodel"-Gewinnerin.: Sie benutzt einen Unterdruckstimulator beim Selbstliebesspiel.

Giesinger und Bacio sind nach eigenem Bekunden eher von der "Bravo" und deren Dr. Sommer aufgeklärt worden als von Schule und/oder Eltern und haben sich doppelseitenweise die Genitalien anderer Mädchen angeguckt, um sich zu vergewissern, dass "ich normal bin". Es überrascht nicht, dass Giesinger gesteht, dass sie sich beim ersten richtigen Mal "total unwohl" gefühlt habe.

Wichtig für guten Sex: unter anderem Kommunikation, Selbstbefriedigung und Fantasie. Giesinger etwa träumt (auch) vom Sex mit einer Frau. (Bild: Studio Bummens/Stephie Braun)
Wichtig für guten Sex: unter anderem Kommunikation, Selbstbefriedigung und Fantasie. Giesinger etwa träumt (auch) vom Sex mit einer Frau. (Bild: Studio Bummens/Stephie Braun)

Stefanie Giesinger träumt von Sex mit einer Frau

Natürlich waren die teils unglaublichen Lehren der Alten ("Masturbation ist böse und schädlich und macht krank", "Nach 1.000 Schuss ist Schluss!") so wenig Lust-förderlich wie das Patriarchat, das auch im Bett stattfand. Und findet: Immer noch erreichen die Männer bei heterosexuellem Sex häufiger den Höhepunkt (95 Prozent), wohingegen Frauen dabei nur in 65 Prozent der Fälle kommen. Das ist der Orgasm Gap, die Orgasmus-Lücke. Die übrigens kleiner wird, wenn Frauen sexuell unter sich bleiben - dann funktioniert der Aufstieg zum Höhepunkt zu 86 Prozent.

Giesinger und Bacio plaudern, das ist sehr angenehm, völlig authentisch, wie wenn sich Freundinnen zum Tratsch treffen. Dabei werden Fragen beantwortet wie "Kann die Klitoris abstumpfen?" oder "Kann jede Frau squirten?" (Antwort jeweils: nein), es gibt viele Einblicke in Giesingers Sexleben ("Ich hab bisher immer nur das Gleiche gemacht und meist sogar zur selben Uhrzeit", "Ich hab voll Probleme, Oralsex zu empfangen" oder "Ich hätte gern mal Sex mit Frauen") und natürlich, je nach Sexbildungsstand des Zuhörers, jede Menge zu lernen.

Beim ersten Mal fühlte sich Stefanie Giesinger total unwohl

Für Giesinger ("Der G Sport will gefunden werden") war neu, dass der Namenspatron ihres Podcasts weniger ein Punkt, als vielmehr eine Zone ist, die sich bei Erregung schwammartig anfühlt. Andere könnten dafür den Begriff Lecktuch noch nicht gehört haben, das frau beim Oralsex einsetzen kann, um sich zu schützen. Das ist, sehr vereinfacht ausgedrückt, ein Kondom für die Frau. Und apropos Kondom: Wenn Männer sagen, ihnen passe kein Kondom, dann ist das Quatsch, so Bacio: In so ein Kautschukteilchen "passt ein Kopf oder ein ganzer Fuß rein." Hat ihr hoffentlich ein Freund erzählt.

Giesinger kommt zum Schluss: Es ist vor allem ein Informationsproblem, das guten Sex verhindert. "Wir haben alle keine Ahnung", und dabei meint sie Weiblein wie Männlein. Gemeinsam mit ihrem Gast zieht sie das Fazit. Lecktuch hin, Blowjobs und Unterdruckstimulatoren her - "das Wichtigste ist Fühlen!" Und miteinander darüber reden. Denn, so Giesinger: "Wir sitzen alle im selben Boot." Und kreuzen gemeinsam auf Entdeckungsreise Richtung G Spot.