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Pokal-Farce! "Das ist das Ur-Problem"

Die Pokal-Farce von Saarbrücken könnte sogar noch ein juristisches Nachspiel haben. Das hat Oberbürgermeister Uwe Conradt SPORT1 nach dem abgesagten Viertelfinale im DFB-Pokal zwischen dem 1. FC Saarbrücken und Borussia Mönchengladbach bestätigt.

„Wir prüfen alles“, sagte der CDU-Politiker auf die Frage nach möglichen Schadenersatz-Forderungen gegen Verantwortliche beim missglückten Um- und Ausbau des Ludwigsparks.

Das Problem sei „vielschichtig“, stellt OB Conradt klar und verrät, dass die Ursache für die Spielabsage sogar bis ins Jahr 2008 zurückreicht, „ also sieben Jahre, bevor der Umbau beschlossen wurde. Damals wurde keine Drainage verlegt, das ist das Ur-Problem.“ Juristische Schritte prüfe man daher „natürlich, aber es wird nicht ganz einfach.“

„Mehr als nur ein Imageschaden“

Tiefe Wasserpfützen auf dem Rasen hatten diesen am Mittwochabend unbespielbar gemacht - nicht zum ersten Mal. Der Buhmann ist wieder einmal die Stadt, denn als Vermieterin des Stadions ist sie in der Pflicht.

„Wir haben uns bei beiden Vereinen und den Fans entschuldigt. Der Rasen war in einem inakzeptablen Zustand“, stellte Conradt schonungslos klar: „Die Situation ist für alle unschön und für die Stadt mehr als nur ein Imageschaden.“

Das Problem sei hausgemacht, beschreibt Conradt rückblickend. „Der Wurm ist typischerweise drin, weil man Geld sparen wollte. Deshalb hat man gesagt ‚wir bauen kein komplett neues Stadion, wir machen einen Umbau, die Tribüne und er alte Rasen bleiben‘.“

So kam es zur Pokal-Farce in Saarbrücken

Genau das rächt sich aber bereits seit geraumer Zeit. „Man hat nach Jahren, in denen man aufwändig um den Bestandsrasen herumgebaut hat, den Befall von Engerlingen (Würmer, Anm. d. Red.) und einen Verfall festgestellt“, führt der Politiker aus: „Dann hat ein Gutachter gesagt, dass der Rasen raus muss, aber der Untergrund okay sei. Dann hat man den gelassen – aber dann ließ die Rasenheizung sich nicht verlegen.“

Also musste wieder umgeplant werden, 30 Zentimeter tiefer gegraben werden, „also wieder alles raus“, berichtete Conradt. Aber das war noch lange nicht alles. „Später gab es dann ein Staunässeproblem, das wir mit einer Tiefenauflockerung halbwegs in den Griff bekommen haben. Aber es gab weitere Probleme.“

Das rückblickende Fazit des Bürgermeisters: „Zu den Zeitpunkten, als die Entscheidungen getroffen wurden, waren diese nachvollziehbar und durch ein Gutachten belegt. Aber am Ende haben wir einen Rasen, der hochgradig riskant ist, weil er immer wieder neue Fehler zeigt.“

Oberbürgermeister: „Alle Hebel in Bewegung setzen“

Man habe ein „vielschichtiges Problem mit dem Rasen“, musste OB Conradt somit bilanzieren: „Der Mittwoch hat gezeigt, dass offenbar auch an der Oberfläche Probleme auftreten, weshalb das Wasser nicht versickert ist. Wir ziehen daraus die Lehre, dass der Weg der Komplettsanierung des Rasens weitergegangen werden muss.“

Was macht Fans und Verantwortlichen also Mut? „Wir müssen die Fehler beheben und das Stadion wieder spielfähig machen“, räumt der Rathauschef ein und stellt klar: „Dafür müssen alle Hebel in Bewegung gesetzt werden.“

Damit die Pokal-Farce vom Mittwoch möglichst die letzte ihrer Art im Ludwigspark bleibt.