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Hidden Headlines: Negative Folgen des Skifahrens entdeckt

Gründlich gewachste Ski und Snowboards sorgen für Spaß auf der Piste. Für die Umwelt haben die Chemikalien im Wachs jedoch dramatische Folgen.

Skifahrer
Gefährliche PFAS-Chemikalien aus Skiwachsen verbleiben in den Alpen, auch nachdem der letzte Skifahrer die Piste verlassen hat. Das zeigt eine neue Studie. (Symbolbild: Getty)

Die Skisaison in Europa neigt sich dem Ende zu. Während die Ski- und Snowboardfahrer*innen langsam weniger werden, sammelt sich auf den Pisten eine gefährliche Hinterlassenschaft an: PFAS - per- und polyfluorierte Alkylverbindungen. Laut einer Studie des James Hutton Institute in Aberdeen und der Universität Graz stecken die sogenannten "Ewigkeitschemikalien" in Skiwachsen, die auf Skiern und Snowboards aufgetragen werden, um besser über den Schnee zu gleiten.

PFAS aus Skiwachsen verbleiben in der Umwelt

14 verschiedene Arten von PFAS-Chemikalien, die häufig in Skiwachs verwendet werden, wurden laut den Ergebnissen der Forschenden in Böden von Skigebieten in den österreichischen Alpen gefunden. Die Konzentrationen waren dort weitaus höher als in Gebieten, die normalerweise nicht zum Skifahren genutzt werden.

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Infografik: Wintersport ist in den Alpen Breitensport | Statista
Infografik: Wintersport ist in den Alpen Breitensport | Statista

"Ewigkeitschemikalien" könnten sich in Grundwassersystemen verbreiten

Die leitende Forscherin Viktoria Müller sagte in einem Interview mit dem britischen "Guardian": "Diese Chemikalien werden 'Ewigkeitschemikalien' genannt, weil es Hunderte von Jahren dauern wird, bis sie abgebaut sind". Deshalb könnten sie sich in der Umwelt anreichern und verbreiten - auch im Grundwasser. Das sei auch die größte Sorge der Forscherinnen und Forscher. Ihre Prognose ist düster: "Obwohl es seit einiger Zeit Bedenken wegen der Verwendung von PFAS in Skiwachsen gibt, hat diese Studie auf alpinen Skipisten gezeigt, dass beim Skifahren um Größenordnungen höhere Konzentrationen von PFAS an Orten auftreten, an denen diese Wachsarten verwendet werden." Sogar an Orten, an denen nicht Ski gefahren wird, seien noch geringe Mengen nachweisbar, da die Chemikalie in der Umwelt weit verbreitet sei, so die Forscherin.

Die Studie ist nicht die erste ihrer Art: Mehrere wissenschaftliche Studien haben bereits erhöhte Konzentrationen von PFAS in der Nähe von Skigebieten dokumentiert.

Kommentar: Warum Skifahren eigentlich nur noch Wahnsinn ist

Was sind PFAS?

PFAS steht für Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen. Einige PFAS-Verbindungen sind bereits größtenteils verboten, da sie als gesundheitsschädlich eingestuft werden. Diese Chemikalien haben die Tendenz, sich in der Umwelt anzusammeln und bauen sich nur äußerst langsam ab. Über Kläranlagen gelangen einige PFAS in die Wassersysteme unserer Erde. Eine Studie im vergangenen Jahr zeigte, dass PFAS in den entlegensten Regionen der Welt im Regenwasser nachweisbar sind.

Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften, wie hohe Stabilität und Abweisung von Wasser sowie Öl, werden PFAS breitflächig verwendet. Man findet sie nicht nur in Alltagsgegenständen wie Jacken, Pfannen und Kosmetik, sondern auch in industriellen Prozessen und technischen Anwendungen. Auf EU-Ebene wird angestrebt, die gesamte Gruppe dieser Stoffe weitgehend zu verbieten, darunter mehr als 10.000 einzelne Substanzen laut dem Umweltbundesamt (Uba). Viele Fachleute gehen davon aus, dass zumindest einige der bisher erlaubten Stoffe negative Eigenschaften aufweisen. Aufgrund der enormen Vielfalt wurde jedoch ein großer Teil dieser Stoffe bisher noch nicht gründlich erforscht.

Im Video: PFAS – der lange Kampf gegen die ewigen Schadstoffe