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Hoeneß-Wirbel sorgt für beißenden Spott

Die Vorladung von Uli Hoeneß im Sommermärchen-Prozess schlägt hohe Wellen. Mit dem ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger reagierte einer der Angeklagten mit beißendem Spott auf die Entwicklung in dem Prozess, der am Donnerstag in seinen zweiten Tag gegangen war.

Hoeneß wurde von Richterin Eva-Marie Distler für den vierten Prozesstag vorgeladen, weil dieser im Doppelpass auf SPORT1 einst angedeutet hatte, dass er wisse, warum es die dubiosen Millionenzahlungen rund um die WM-Endrunde in Deutschland gegeben hatte.

„Ich werde als nächstes den Lothar Matthäus (als Zeugen; Anm. d. Red.) vorschlagen“, giftete Zwanziger laut SID: „Der ist etwas enger an dem Franz Beckenbauer dran gewesen. Bei Lothar Matthäus kann man sich darauf verlassen, dass er auch was sagt.“

Hoeneß-Aussagen mit Spannung erwartet

Beckenbauer soll in die bis heute undurchsichtigen Geldflüsse im Vorfeld der WM 2006 in Deutschland involviert gewesen sein. Hoeneß hatte den im Januar verstorbenen „Kaiser“ 2020 verteidigt und dabei erklärt, dass sehr sicher wisse, „dass das Geld nicht zum Stimmenkauf verwandt wurde“.

Auf Nachfrage sagte er im Doppelpass damals: „Ich glaube, ich bin der falsche Mann, Ihnen das zu erklären.“ Der Prozess wird am 28. März fortgesetzt, dann werden die Anwälte des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zu Wort kommen.

Am vierten Prozesstag soll dann Hoeneß erscheinen. „Ich höre mir den Hoeneß in aller Ruhe an“, sagte der angeklagte Zwanziger, der erneut die Justizbehörden scharf angriff: „Wir werden zum Schluss aber das Ergebnis hören, dass es 2006 keine Steuerverkürzung gegeben hat - geschweige denn eine Steuerhinterziehung.“