Horten-Witwe Heidi Goëss-Horten mit 81 Jahren gestorben

Horten-Witwe Heidi Goëss-Horten mit 81 Jahren gestorben

Erst vor 10 Tagen hat die reichste Frau Österreichs ihr Privatmuseum "Heidi Horten Collection" in Wien eröffnet, in dem die Milliardärin und Kunstliebhaberin ihre hochkarätige Sammlung dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat.

Nun ist die Horten-Witwe Heidi Goëss-Horten ist mit 81 Jahren gestorben. Das bestätigte eine Sprecherin der "Heidi Horten Collection" in Wien am Sonntag. Sie sei am Sonntag völlig überraschend in ihrem Haus am Wörthersee gestorben.

Die damalige Sekretärin aus Wien hatte Helmut Horten 1959 am Wörthersee kennengelernt und wurde seine zweite Frau. Der Geschäftsmann hatte den Grundstein seines Vermögens in der NS-Zeit gelegt, als er von der Enteignung der Juden durch die Nazis profitierte.

Helmut Horten (1909-1987) entwickelte sein Unternehmen zum viertgrößten Warenhauskonzern in der Bundesrepublik - nach Karstadt, Hertie und Kaufhof. Insgesamt gehörten zum Hortenkonzern Anfang der 1970er Jahre 50 Waren- und Kaufhäuser.

Mit dem Verkauf seines Kaufhausimperiums genau zum richtigen Zeitpunkt - Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre - wurde Horten zum Milliardär und sparte durch den Umzug in die Schweiz 250 Millionen Mark an Steuern. Der Bundestag verabschiedete unter dem Eindruck dieses Vorfalls, der die Bürger empörte, die "Lex Horten", und stopfte eine Lücke im Steuerrecht.

Heidi Horten wollte ihren Mann rehabilitieren

Anfang 2022 hatte Heidi Goëss-Horten ein von ihr in Auftrag gegebenes Gutachten zur Vergangenheit ihres Mannes veröffentlicht. Demnach sei Horten zwar Nutznießer der Nazis gewesen, als er Kaufhäuser von jüdischen Besitzern übernahm, er habe die damalige "Arisierung" aber nicht vorangetrieben.

Nach seinem Tod machte die Österreicherin das Sammeln von Kunst zu ihrer Aufgabe. Es war ein guter Zeitpunkt, denn der Kunstmarkt bot in den 1990er Jahren höchst attraktive Preise für Käufer. Ihre schlossartige Villa am Wörthersee in Österreich glich einem hochkarätigem Kunstmuseum.

Werke von Pablo Picasso, Henri Matisse, Lucian Freud, Francis Bacon, Paul Klee, Gerhard Richter, Damien Hirst und Andy Warhol verschönerten als Wandschmuck den Alltag von Heidi Goëss-Horten. Das Erbe ihres Mannes hatte sie äußerst klug eingesetzt. Mit rund drei Milliarden Euro galt die Kunstsammlerin als reichste Österreicherin.

Ihre Privatsammlung umfasst rund 700 Werke, darunter Bilder deutscher Expressionisten wie Max Pechstein, Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner oder August Macke. Eines der bekanntesten Landschaftsbilder des Jugendstilmalers Klimt, die "Kirche in Unterach am Attersee" von 1916, gehört dazu ebenso wie Egon Schieles "Damenbildnis" von 1912, auf dem er seine Lebensgefährtin Wally Neuzil verewigte.

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