Hund erschnüffelt Coronavirus im Altenheim

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Ähnlich wie bei Drogen oder Sprengstoff gibt es auch Hunde, die das Coronavirus erschnüffeln können. Pokaa ist einer von ihnen und soll nun in einem Altenheim eingesetzt werden. Die Trefferquote des Vierbeiners hat es in sich: Er erschnüffelt 100 Prozent der Infizierten.

Pokaa ist ein speziell ausgebildeter Corona-Spürhund (Bild: SEBASTIEN BOZON / AFP)
Pokaa ist ein speziell ausgebildeter Corona-Spürhund (Bild: SEBASTIEN BOZON / AFP)

Einer britischen Studie zufolge können trainierte Hunde Corona-Infizierte am Geruch erkennen. Wie die London School of Hygiene and Tropical Medicine mitteilte, konnten sechs Hunde Proben von Infizierten mit einer Genauigkeit von 82 bis 94 Prozent erschnüffeln. Und auch Forscher der Tierärztlichen Hochschule Hannover kamen in einer Studie zu dem Ergebnis: Spürhunde konnten mehr als neun von zehn mit Corona infizierten Personen anhand von Schweißproben erkennen. Wurde ihnen Urin zum Schnüffeln vorgelegt, waren die Resultate sogar noch besser.

Ein solch speziell ausgebildeter Corona-Spürhund ist Pokaa, ein zweijähriger Golden Retriever, der nun erstmals in einem Altersheim in der französischen Gemeinde Kunheim, etwa 30 Kilometer von Freiburg im Breisgau, zum Einsatz kommen soll. 

Pokaa wird demnächst regelmäßig rund 200 Bewohner eines Altenheims testen (Bild: SEBASTIEN BOZON / AFP)
Pokaa wird demnächst regelmäßig rund 200 Bewohner eines Altenheims testen (Bild: SEBASTIEN BOZON / AFP)

Statt eines herkömmlichen Corona-Tests darf der Vierbeiner in Zukunft etwa 200 Bewohner und Angestellte der Einrichtung auf eine Infektion mit dem Virus testen. Denn der speziell für diesen Zweck ausgebildete Hund kann das sogenannte Spike-Protein des Coronavirus in Schweißproben erschnüffeln. Die zu testenden Personen drücken sich eine Zeit lang ein Tuch unter die Achseln, das anschließend einzeln in durchlöcherte Metallboxen kommt. Wenn der Hund die Metallbox mit der positiven Probe erkannt hat, stupst er immer wieder mit der Schnauze dagegen. 

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Die Methode wurde mit der tierärztlichen Hochschule EnvA nahe Paris erarbeitet. Wie Pokaas Trainerin Christelle Schreiber gegenüber "Euronews erzählte, habe Pokaa bei ersten Tests im Altenheim "La Roselière" in Kunheim eine Trefferquote von 100 Prozent erreicht. Er könne die Infektion möglicherweise sogar früher feststellen als PCR-Tests. Pokaa habe nämlich die Probe einer Person markiert, die bei einem PCR-Test negativ ausgefallen war. Ein erneuter Test habe aber gezeigt, dass die Person doch infiziert gewesen sei.

250 Hunde des Vereins Handi'Chiens, von dem auch Pokaa ausgebildet wurde, seien schon in Heimen und Krankenhäusern im Einsatz. Doch auch sie sollen nun eine Corona-Zusatzausbildung erhalten. Dafür habe man finanzielle Unterstützung von Frankreichs Regierung angefordert. Denn die Zusatzausbildung eines Hundes kostet 3500 Euro. Bei der Masse an gesparten Corona-Tests dürfte sich das allerdings schnell wieder auszahlen.

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