"Hundeprofi" Martin Rütter warnt Halter vor Trainingsgerät: "Dürften nicht frei verkäuflich sein"

Hundetrainer Martin Rütter sieht, dass Mischling Becks Hilfe braucht. (Bild: RTL)
Hundetrainer Martin Rütter sieht, dass Mischling Becks Hilfe braucht. (Bild: RTL)

So genannte Sprühhalsbänder sollten nie leichtfertig beim Hundetraining eingesetzt werden, warnt Martin Rütter. Denn: Bei falschem Handling können Hunde dadurch völlig verängstigt werden. Bei Mischlingsrüde Becks kommt ein solches Halsband dennoch zum Einsatz - unter fachlicher Anleitung.

Es klingt so praktisch: ein Halsband, aus dem auf Knopfdruck Luft gemischt mit einer Flüssigkeit spritzt. Zum Einsatz kommen dieses so genannten Sprühimpulsgeräte oftmals bei Hunden, die unerwünschtes Verhalten zeigen. Sie sind auch als "Anti-Bell-Halsbänder" bekannt.

Doch "Hundeprofi" Martin Rütter warnt in der aktuellen Folge von "Rütters Team" (samstags, 19.10 Uhr, VOX) vor dem leichtfertigen Einsatz dieser Geräte: "Ich muss eine große Warnung aussprechen. Diese Sprühimpulsgeräte werden ja total verharmlost", sagt der 53-Jährige, "im Grunde dürften die gar nicht frei verkäuflich sein", mahnt der Hundetrainer.

Halterin Kim kann nicht ausreiten, ohne dass Hund Becks Stress macht. (Bild: RTL)
Halterin Kim kann nicht ausreiten, ohne dass Hund Becks Stress macht. (Bild: RTL)

Martin Rütter: "Da kannst du wirklich schlimme Schäden anrichten"

Das Problem: Falsch angewandt können die plötzlichen Sprühreize Hunde völlig verängstigen. "Da kannst du wirklich schlimme Schäden anrichten", warnt der Hundetrainer: "Ich erlebe es immer wieder, dass die Geräte so lapidar benutzt werden und dann landen die Hunde bei uns mit schweren Angstproblemen." Wenn man diese Trainingsmaßnahme benutzten will, sollte man sich unbedingt von einem erfahrenen Hundetrainer anleiten lassen, so Rütters Rat. "Wenn es präzise gemacht wird, kann es eine Korrekturform sein, die hilft."

So wie bei Mischlingsrüde Becks. Der Tierschutzhund ist zu Hause lieb und verschmust, aber wehe, wenn er Frauchen Kim und ihr Pferd Charly beim Ausreiten begleitet. Dann verwandelt sich der Malinois-Shar-Pei-Mix in eine wild herumspringende und bellende Furie. "Er lag auch schon unter dem Pferd aber das war für ihn keine Lehre", sorgt sich Kim um das Wohl ihres Hundes.

Pferd Charly erträgt das Chaos bisher stoisch, doch Martin Rütter sieht dringenden Handlungsbedarf: "Für Kim ist das eine Katastrophe. Er geht ja auch ran. Die Chance, dass der mal einen Tritt abkriegt, ist riesengroß und wenn der ganz großes Pech hat, übersteht der das nicht", sorgt sich der "Hundeprofi".

Trainerin Ellen Marques aus Rütters Team verordnet Fahrradfahren als Hausaufgabe. (Bild: RTL)
Trainerin Ellen Marques aus Rütters Team verordnet Fahrradfahren als Hausaufgabe. (Bild: RTL)

VOX-Hundeprofi warnt: "Bitte nicht nachmachen!"

Trainer Ellen Marques aus Rütters Team sieht, wie aufgedreht Becks wird, sobald Kim nur den Sattel in die Hand nimmt. "Wir müssen dem eine Handbremse ins Hirn packen. Das ist mir viel zu gefährlich", sagt sie. Weil Kim ihn vom Pferd aus nur schwer auf Abstand halten kann, will Ellen das Sprühimpulsgerät aufbauen. Kim und ihr Freund Jonas kennen das Gerät bereits: Auch sie haben es schon bei Gassigängen benutzt, da Becks auch auf einige Hunde in der Nachbarschaft nicht gut zu sprechen ist - doch der Erfolg blieb aus.

Die Hundetrainerin erklärt den Haltern von Becks nun Schritt für Schritt, wie sie den Hund an das Sprühhalsband gewöhnen können. Nicht erst, wenn Becks auf Attacke ist, sondern schon beim ersten Impuls soll die Korrektur erfolgen. Martin Rütter unterstützt diese Idee: "Er soll nur lernen, du sollst das Pferd nicht attackieren, nicht: Ich wandere aus in eine andere Stadt."

Erneut warnt der "Hundeprofi" seine Zuschauer eindringlich: "Ein ganz wichtiger Punkt: Bitte nicht nachmachen! Das, was wir hier gesehen haben, ist unter Anleitung eines Experten entstanden. Man kann mit diesen Geräten wirklich viel mehr falsch machen, als man gewinnt. Sie sind eine Notlösung."

Halterin Kim und ihr Malinos-Shar-Pei-Mix Becks.  (Bild: RTL)
Halterin Kim und ihr Malinos-Shar-Pei-Mix Becks. (Bild: RTL)

Deutliche Fortschritte nach hartem Training

Zudem ist das Sprühhalsband beim Training von Becks nur ein kleiner Baustein. Kim soll als Hausaufgabe viel mit dem Hund am Fahrrad laufen und ihn so an die Dynamik gewöhnen. Außerdem wird auf der Pferdekoppel ein Kreis mit Flatterband abgetrennt. Kim lässt Bekcs außen herumlaufen und apportieren. Auch hier ist das Ziel, dass er auf Abstand besser abrufbar wird.

Nach langen und harten Trainingsmonaten hat Becks deutliche Fortschritte gemacht. Als Trainerin Ellen zum Besuch kommt, trägt Becks sein Sprühhalsband nicht mehr. "Da braucht er nicht mehr", freut sich Halterin Kim. Die Bilder überzeugen auch den "Hundeprofi". Mischling Becks läuft neben Pferd Charly her, ohne zu schnappen oder zu bellen.

Martin Rütter: "Super-gut! Mega, wie cool ist dieses Pferd auch?", freut er sich über den Trainingserfolg. Und auch Trainerin Ellen könnte nicht glücklicher sein: "Ich freue mich, dass ihr wieder normal ausreiten und spazieren gehen könnt."