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Isaak singt für Deutschland beim ESC: Gemischte Reaktionen und viel Pessimismus

2024 wird alles anders werden, hieß nach der der erneuten ESC-Pleite im letzten Jahr. Doch als es dann darum ging, den deutschen Titel für den diesjährigen Eurovision Song Contest auszuwählen, setzte man erneut auf das gleiche Konzept: Vorauswahl durch Branchenkenner, dann Abstimmung durchs Publikum. Das Ergebnis hat uns Isaak (28) beschert, und wenn die Presse-Orakel stimmen, wird sich sein Song 'Always On The Run' am 11. Mai in Malmö mal wieder weit abgeschlagen am hinteren Ende der Platzierungen einordnen.

Kritik am NDR

Kritiker*innen waren sich schon kurz nach der Abstimmung einig: Das Fernsehpublikum hatte durchaus den mit Abstand besten Song des Abends gewählt. Ein Sieger sei das jedoch nicht, und auf X (vormals Twitter) herrschte ebenfalls vorgezogene Untergangsstimmung "Wird wieder nix! Platz 20 abwärts", orakelte ein Nutzer. Die 'Berliner Zeitung' vermeldete, dass internationale Wettbüros vor dem Vorentscheid Deutschland durchaus in den Top 10 sahen, nach Isaaks Sieg allerdings wesentlich pessimistischer waren. Expert*innen sehen derweil die Schuld vor allem bei deutschen ESC-Ausrichter NDR und verweisen auf die aufwändigeren Vorentscheide in Ländern wie Norwegen und Schweden. Dort wird das Publikum früh eingebunden und es wird in mehreren Runden gewählt. So vermeidet man das Nadelöhr der Fachleute und kann aus einem weiteren Spektrum wählen.

Isaak bleibt optimistisch

Derweil gibt es aber durchaus auch Fans, die Isaak gute Chancen einräumen. "Seid nicht so negativ, ich kann mir eine solide Platzierung sehr gut vorstellen. Good job, Isaak!" hieß es etwa, andere warnen davor, schon jetzt die Hoffnung aufzugeben. Der Sänger selbst sieht die Aktivität auf Social Media positiv: "Danke für all die Liebes- UND die Hass-Kommentare!" schrieb er am Sonntagabend (18.Februar) auf Instagram. "Das pusht meinen Algorithmus und hilft mir, so viele Menschen wie möglich mit meiner Musik zu erreichen. Liebt weiter, hasst weiter, ihr macht das klasse!" In einem sind sich derweil alle einig: Schlimmer als in den letzten 10 Jahren kann es ohnehin nicht mehr kommen. Mit der Ausnahme von 2018, als Michael Schulte mit 'You Let Me Walk Alone' den vierten Platz erreichte, landete Deutschland immer im ganz hinteren Bereich. Isaak kann uns also in diesem Jahr eigentlich nur positiv überraschen.

Bild: picture alliance/dpa | Christoph Soeder