Israel will mehr Erdgas über Italien nach Europa schicken

Israel will Italien und Europa künftig mit mehr Erdgas beliefern. "Italien möchte eine Drehscheibe unter anderem für die Energieversorgung Europas werden. Das unterstützen wird und wir haben Gasreserven, die wir jetzt exportieren", so der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu während eines Besuchs in Rom.

"Wir würden gerne mehr Gas über Italien nach Europa liefern", sagte Netanjahu nach einem Treffen mit Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni. Er sprach von der Möglichkeit, dafür einen Flüssiggasterminal in Zypern zu eröffnen.

Der in seiner Heimat unter Druck stehende Premier beglückwünschte die rechte Politikerin Giorgia Meloni zu ihrem Start als Ministerpräsidentin und sagte, dass er "sehr beeindruckt sei von ihrer Führung und ihrer Arbeit". Über seine Forderung an Rom, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, sprach er vor den Kameras nicht. In einem Interview der Zeitung "La Repubblica" hatte sich Netanjahu diesen Schritt von Italien gewünscht.

Italien als Gas-Drehscheibe in Europa

Zuvor hatte Netanhjahu mit dem italienischen Wirtschaftsminister Adolfo Urso über die Ausweitung der Zusammenarbeit beider Länder gesprochen. "Wir arbeiten bereits im Gasbereich mit Ihrem nationalen Unternehmen (Anm. der Red.: dem Energieriesen ENI) zusammen, aber wir wollen das ausweiten", sagte er dem italienischen Wirtschaftsminister.

Wie andere EU-Staaten will auch Italien seine Abhängigkeit von russischem Gas verringern.

Zu den weiteren Möglichkeiten, israelisches Gas nach Europa zu bringen, gehört das EastMed-Projekt, der Bau einer fast 1.900 Kilometer langen Unterwasserpipeline, die Israels Offshore-Gasfelder über Zypern und Griechenland mit Südeuropa verbinden soll. Das Gas würde dann über die Poseidon-Pipeline nach Otranto in Süditalien transportiert werden.

Das sechs Milliarden Euro teure Projekt soll jedoch erst zwischen 2025 und 2027 in Betrieb genommen werden.