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Justin Timberlake: Ein Comeback ohne Höhepunkte

Nach über fünf Jahren endlich mit neuer Musik zurück: Justin Timberlake (Bild: Charlotte Rutherford/Sony Music)
Nach über fünf Jahren endlich mit neuer Musik zurück: Justin Timberlake (Bild: Charlotte Rutherford/Sony Music)

Justin-Timberlake-Fans haben es nicht leicht mit ihrem Lieblings-Star. Wie schon bei seinem letzten Album ließ der ehemalige Frontmann der 90er-Jahre-Boygroup *NSYNC sie mehr als fünf Jahre lang auf musikalischen Nachschub warten. Ab dem heutigen 15. März 2024 ist sein neues Werk mit dem Titel "Everything I Thought I Was" endlich auf dem Markt.

Timberlakes (43) letztes musikalisches Lebenszeichen "Man of the Woods" hatte nach seiner Veröffentlichung im Jahr 2018 von der Musikkritik nur mäßig begeisterte Rezensionen erhalten und sich auch deutlich schlechter verkauft als seine ersten Solo-Alben "Justified" oder "Future Sex/Love Sounds". Umso größer waren die Erwartungen an das neue Werk, das Timberlake im Vorfeld bereits mit der Veröffentlichung der Midtempo-Singles "Selfish" und "Drown" angeteasert hatte.

Song mit *NSYNC weckt Reunion-Hoffnungen

Weitere Aufmerksamkeit auf das neue musikalische Produkt lenkte die Information, dass sich darauf auch ein gemeinsamer Song Timberlakes mit seiner Boygroup-Formation *NSYNC findet. Fast automatisch sorgte dies für Spekulationen über eine mögliche Reunion der offiziell weiterhin existierenden Band, auf die viele Fans bereits seit dem Jahr 2002 hoffen.

Vier lange Jahre habe er an "Everything I Thought I Was" gearbeitet, verriet Timberlake im Vorfeld bei Auftritten in diversen Talk-Shows. Dabei habe er gemeinsam mit mehreren Produzenten fast 100 Songs entwickelt, von denen es am Ende nur die 18 besten auf das Album geschafft hätten. Eine Aussage, die beim ersten Hören des so vielversprechend angepriesenen Comeback-Werkes dann doch ein wenig verwundert. Ein wirklich großer Wurf, der über das bereits ziemlich uninspirierte Vorgängeralbum hinweggetröstet und den Sänger in frühere Höhen zurückkatapultiert hätte, ist Justin Timberlake mit seiner neuen Platte leider nicht gelungen.

Comeback-Album ohne große Überraschungen

Mehr noch als beim letzten Album mangelt es auf "Everything I Thought I Was" an wirklichen Hits und Melodien, die den Hörer sofort in den Bann ziehen. Wie gewohnt präsentiert Timberlake eine rundum perfekt produzierte Mischung aus R'n'B und unverbindlichem Dance-Pop, deren einzelne Bestandteile jedoch seltsam kraftlos dahinplätschern, ohne sich zu einer musikalischen Gesamterzählung zu verbinden.

Dabei starten einige der Stücke, wie etwa "No Angels" oder "Infinity Sex" durchaus vielversprechend, steigern sich jedoch nie zu einem wirklichen Höhepunkt. Im Vergleich zu früheren Alben sucht man echte Dance-Tracks, groovig-elegante Discofunk-Nummern, die Timberlake ja durchaus beherrscht, auf "Everything I Thought I Was" vergeblich. Musikalisch entwickelt das Album keine großen Visionen, sondern klingt vielmehr wie eine Zusammenfassung von all dem, was Timberlake bisher gemacht hat ­- einschließlich seiner Anfänge bei *NSYNC.

Dies gilt nicht zuletzt auch für den mit Spannung erwarteten gemeinsamen Song des Solo-Entertainers mit seiner alten Boygroup-Formation. Wie der entschlossene Startschuss für eine baldige *NSYNC-Reunion klingt die leichtgewichtige Liebes-Ballade "Paradise" aber leider nicht.